Absturz des Subs?! Wie vermeiden und wie auffangen?

In vielen Foren oder Diskussionen rund um BDSM wird das Thema Absturz rege diskutiert. Leider schüren viele Negativbeispiele Angst und Schrecken. So schwebt, bildlich gesprochen, bei so mancher FemDom ein möglicher Absturz ihres Subs wie ein Damoklesschwert über ihrer Session. Es ist deshalb wichtig, das Thema neutral zu betrachten, um diesem Schreckgespenst Paroli bieten zu können. Gleichzeitig ist es sinnvoll, dem Phänomen eines Absturzes auf den Grund zu gehen.

Was ist ein Absturz?

Ein Absturz beschreibt einen tiefen emotionalen Fall beim Sub. Es ist eine Reaktion auf etwas, was er in der Session erlebt. Extreme Gefühle der Angst, der Trauer, der Wut oder der Verzweiflung können ihn überrollen. Dieser Überfall auf die Emotionen kann sowohl aus psychischen wie auch aus physischen Gründen erfolgen. Man spricht oft umgangssprachlich von Trigger, meint jedoch eigentlich Auslöser, welche eine heftige Reaktion provozieren können. Ein unterbewusstes, psychisch oft sehr schmerzhaftes Erlebnis wird dabei blitzartig in Erinnerung gerufen und der Sub ist dann nicht mehr im Hier und Jetzt mit seinen Gefühlen, sondern in der früheren Erfahrung; in einem Flashback sozusagen. Oft überstürzen sich die Ereignisse; etwas im Inneren des Subs passiert und trifft ihn mit voller Wucht. Nach dem Auslösen durch Signale wie Gerüche, Gesten, Berührungen oder bestimmte Worte oder Sätze, erfolgt die Reaktion meistens auf dem Fuss, manchmal aber auch erst Stunden oder Tage später. Körperliche Empfindungen können ebenfalls einen Absturz verursachen, zum Beispiel wenn plötzlich eine Schmerzgrenze überschritten wird oder eine bestimmte sensible Stelle getroffen wird.

Unfälle in einer Session mit psychischen oder physischen Verletzungen, haben einen starken Effekt und verursachen deshalb ebenfalls oft einen Absturz. Besonders wenn ärztliche Hilfe notwendig wird oder das Geschehen traumatischer Natur ist. Glücklicherweise kommen solche Unfälle sehr selten vor.

Oft wird vergessen, dass auch die FemDom einen Absturz erleiden kann. Diesen nennt man Top Drop und er kann unmittelbar während einer Session erfolgen, oder als Reaktion erst Stunden oder sogar Tage später.

Nicht direkt ein Absturz, jedoch depressive Gefühle, können im Anschluss an eine sadomasochistische Session erfolgen; besonders wenn stark im Schmerzlustbereich gespielt wurde. Nach dem Rausch der Sinne kann sich eine Art Kater einstellen, bis die Hormone sich wieder reguliert haben. Dies ist kein Absturz im eigentlichen Sinne, jedoch kann dieser Zustand trotzdem bedrückend und beängstigend für den Sub sein, vor allem wenn er dieses Phänomen noch nicht kennt.

Pleiten, Pech und Pannen

Es ist hier auch wichtig, zwischen einer misslungenen Session und einem Absturz, klare Grenzen zu ziehen. Pleiten, Pech und Pannen führen noch lange nicht zu einem Absturz, denn kleine Fehler können immer passieren.

Eine nicht besonders gut gelungene Session ist auf jeden Fall besser als keine Session und solche Erfahrungen machen uns FemDoms reifer und erfahrener. Damit lernen wir dazu und verbessern unsere Techniken. Gelassenheit ist hier die richtige Medizin. Der Sub ist oft im Nu wieder zufrieden, Fehler und Peinlichkeiten steckt er ganz rasch wieder weg und im Vordergrund steht seine Lady, welche ihm seine Aufmerksamkeit geschenkt hat.

Im Gegensatz zu einer misslungenen Session mit leichter Unzufriedenheit oder Enttäuschung, ist ein Absturz extrem heftig und die Emotionen von Trauer, Verzweiflung und tiefer Not überborden. Sofern Sub noch locker sagen kann, „Das war doch nicht schlimm, alles ist (schon wieder) gut!“, ist es keine Absturz gewesen!

Welche Massnahmen helfen, um Abstürze zu vermeiden?

FemDom und Sub sind keine Roboter, sondern es sind Menschen, die miteinander agieren. Sowohl die FemDom wie auch der Sub bringen, ob sie wollen oder nicht, ihre gesamte Lebensgeschichte mit in die Session. Dazu gehören Erinnerungen an schöne und schlimme Momente. Darüber hinaus spielen auch Geschehnisse im Leben eine Rolle, welche vergessen worden sind, aber noch im Unterbewussten schlummern. Was wir über uns selber wissen, ist letztlich nur die Spitze des Eisberges. Doch alleine die Kenntnis darüber, dass da immer mehr ist als uns in diesem Augenblick bewusst ist, hilft dieses Phänomen zu verstehen.

Im BDSM-Kontext gibt es verschiedene gangbare Sicherheitsmodelle, welche dazu beitragen, Abstürze zu vermeiden. SSC ist die Abkürzung für „safe, sane, consensual“, was auf Deutsch so viel bedeutet wie: „sicher, gesund/vernünftig, einvernehmlich“ und ist die gängigste Praxis für eine „gewisse“ Sicherheit. SSC stellt eine gute Leitlinie dar, besonders wenn sich die Spielpartner noch nicht gut kennen. Ist man aufeinander eingespielt, kenn man sich gut und spielt härter, wird oft auf andere passendere Modelle gewechselt. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass auch bei SSC stets ein Restrisiko bleibt und die Möglichkeit besteht, dass etwas daneben gehen kann.

Einvernehmlich – Consensual

Bevor sich eine FemDom und ein Sub für eine gemeinsame erste Session entscheiden und eine Ebene der Einvernehmlichkeit festlegen, finden Gespräche zwischen den beiden statt. Ein Neigungsbogen bietet eine gute Gesprächsbasis. Ich empfehle diesen Neigungsbogen, da er sowohl für den dominanten wie auch für den devoten Part genutzt werden kann. Beim ersten Ausfüllen dieser Neigungsliste ist es sinnvoll unbeantwortet zu lassen, was man nicht beantworten kann. Viele Begriffe kennt man am Anfang vielleicht noch nicht oder man kann sich einfach noch nichts darunter vorstellen. Hier ist Scham über das fehlende Wissen ein schlechter Begleiter. Was nicht ausgefüllt worden ist, lässt eine kluge dominante Person erst einmal weg.

Es lohnt sich, einen Neigungsbogen mehrmals im Laufe der Zeit auszufüllen, um immer mehr Klarheit über eigene Vorlieben, Abneigungen und Tabus zu erlangen. Nichts in einem Neigungsbogen ist in Stein gemeisselt, denn es sind immer Momentaufnahmen in einer Entwicklung. Ganz nebenbei hilft der Neigungsbogen auch zu erkennen, was man wirklich braucht. Er trennt die Spreu vom Weizen: einige Dinge können einfach Fantasie bleiben und es ist gut so. Dies zu wissen, entlastet vor Zugzwang und führt zu mehr Zufriedenheit.

Mit Hilfe der Befragung im Gespräch oder mittels eines Fragebogens, hat die FemDom nun eine Übersicht darüber, was gemeinsam erlebt werden kann und welche Spiele für beide eine Bereicherung darstellen. Zudem hat sie sich dadurch auch intensiv mit den Tabus und Grenzen ihres Spielpartners auseinandergesetzt.

Tabus:

Ein Tabu beschreibt eine Aktivität oder ein Verhalten, welches aus Sicht des Subs überhaupt nicht stattfinden darf. Dies muss von Sub auch nicht begründet werden. Es ist einfach so, dass die Vorstellung dieser Art von Spiel, Behandlung oder Verhalten beim Sub starke, unangenehme Gefühle auslöst, wie zum Beispiel Panik oder körperliches Unwohlsein. Hier ist die FemDom in der Pflicht nichts davon in einer Session zu machen. Nehmen wir einmal an, dass ein Sub sagt, Schläge mit dem Rohrstock sind ein Tabu, darf der Rohrstock unter keinen Umständen verwendet werden. Dieses Tabu gilt so lange, bis der Sub von sich aus auf das Thema zu sprechen kommt und etwas daran ändern möchte. Ein Tabu während einer Session zu brechen, führt aus verschiedenen Gründen zu einem Absturz. Das Thema selbst, welches ohnehin triggert und dazu die Enttäuschung über den Vertrauensbruch, führt zu einer Potenzierung des emotionalen Schmerzes beim Sub.

Die FemDom hat meistens selbst einige Tabus, welche sie jedoch oftmals für sich behält. Da sie das Steuer in den Händen hält, kann sie ihren eigenen Tabuthemen aus dem Weg gehen. Wenn jedoch eine wichtige Vorliebe des Subs ein Tabu für die FemDom ist, macht es Sinn, wenn sie dies von Anfang an offen kommuniziert und damit schwelenden Hoffnungen des Subs Einhalt gebietet.

Grenzen:

Eine Grenze deutet eine Stelle in einem Prozess an, über welche der Sub nicht hinwegkommen mag oder nicht kann. Grenzen sind sehr ernst zu nehmen und die FemDom soll sich vorsichtig herantasten. Zum Beispiel wenn Sub sagt, „Ich mag Spanking, aber den Rohrstock halte ich nicht lange aus.“, so bezeichnet dies eine Grenze. Als FemDom wäre es hier sinnvoll zu Anfang gänzlich auf den Rohrstock zu verzichten. Kennt sich das Femdompaar schon ein bisschen besser, kann die FemDom dann damit beginnen nach dem Aufwärmen den Rohrstock einzusetzen. Aber sie wird dabei sachte sein und sehr aufmerksam die Reaktionen des Subs prüfen, um nur so weit zu gehen, wie es für den Sub noch gut ist. In späteren Session wird sie ein bisschen weiter gehen; sei es, dass sie die Kadenz der Schläge steigert, oder die Stärke der Schläge, oder auch die Anzahl der Schläge leicht erhöht. Sie dehnt die Grenzen aus und zwar nur so weit, wie es der Sub meistern kann, ohne dass es ihm dabei schlecht geht. Oft wird ein Sub, wenn die Grenzen etwas gedehnt wurden, sehr glücklich und stolz sein.

Sicher – Safe

Eine sichere Umgebung, das Beherrschen der angewandten Techniken und einwandfreie, passende Utensilien, sind eine Voraussetzung für eine Session unter dem Aspekt safe.
Ein weiterer Angelpunkt für ein sicheres Spielen, sind Sicherheitswörter, also Safewords und Slowwords.

Safewords

Besonders zu Anfang gehört ein Sicherheitswort, oder eben Safeword, zu einem vernünftigen und verantwortungsbewussten Setting. Ganz wichtig ist es hierbei ein einfaches Wort zu wählen, welches dem Sub in der Not auch wirklich in den Sinn kommt. Ich darf gar nicht an unser erstes Safeword denken, welches ich meinem Sub gut gemeint als Intrument in den Mund legte: „Apfelbaum“! Es erübrigt sich zu sagen, dass „Apfelbaum“ nun einfach so weit von BDSM oder von Gefahr weg ist, dass es ihm im entscheidenden Moment sicher nicht über die Lippen gekommen wäre. Originell muss das Safeword also nicht sein, aber praktisch und einfach. Ich tendiere zu „Mayday“, ein Wort das international für Hilfe benutzt wird und darum rasch den Weg vom Kopf zum Mund finden kann. Wichtig ist es auch dem Sub vorab klar zu legen, dass „Nein, bitte nicht, Auaaaa!“ keine Safewords sind, sondern einzig „Mayday“, falls dieses Wort gewählt wurde.

Das Safeword ist das Wort, welches immer und sofort einen Abbruch der Sessions bewirken muss. Darauf muss sich Sub verlassen können. Es ist Subs Werkzeug in der Not, und er bestimmt darüber; nicht die FemDom. Ich brauche wohl nicht zu sagen, was passiert, wenn das Safeword unbeachtet bleibt – oder doch? Das Vertrauen ist für immer zerstört und die Femdombeziehung kann an einem solchen Vorfall zerbrechen. Das Safeword beendet in jedem Fall die Session! Sollte der Sub geknebelt sein, macht es Sinn, ihm ein Glöckchen an die Hand zu geben, oder etwas, was er auf den Boden werfen kann, als Ersatz für das Safeword.

Slowwords

Das Slowword beendet die Session nicht, sondern vermittelt der FemDom unmissverständlich, dass ein Gang zurückgeschaltet werden-, das Spiel verlangsamt- oder die Heftigkeit reduziert werden muss. Oft wird hierbei das Ampelsystem verwendet, wie man es vom Autofahren kennt.

  • Grün – ruhig etwas härter
  • Gelb – genauso weiter
  • Rot – sofort stoppen

Mit dem Ampelcode gibt man dem Sub eine Art Steuerung in die Hand, oder die FemDom kann, besonders in einer noch neuen Beziehung, durch Abfrage den Sub näher kennen lernen.

Safewords und Slowwords verlieren in einer langjährigen Femdombeziehung ihre Bedeutung; die Sicherheit bezüglich Wohlbefinden des Subs ergibt sich, durch gegenseitiges in und auswendig kennen, wie von selbst. Trotzdem sind sie dem Sub, sollte der Fall eintreffen, doch immer wieder präsent.

Gesund und Vernünftig – Sane

Sessions sollten in einem geschützten Rahmen geschehen und allgemein soll für Wohlbefinden der Beteiligten gesorgt sein. Das Licht sollte angenehm und trotzdem hell genug sein. Besonders wichtig ist, dass die FemDom jede Reaktion ihres Subs sieht, wie beispielsweise ein Verziehen des Gesichts, Schweissperlen oder Zuckungen. Eine angenehme Temperatur stellt sicher, dass sich der Sklave auch im nackten Zustand fallen lassen kann, ohne von der Kälte abgelenkt zu werden oder zu zittern. Rutschfeste Unterlagen an den richtigen Stellen sind genauso hilfreich wie Spielmöbel und Utensilien auf vernünftiger Höhe. Getränke während der Session sind unbedingt notwendig, da die Anstrengungen für den Sub zu Durst führen können.

Körperliche Verfassung des Subs

Fatal ist es, wenn Sub vorher nichts gegessen hat, weil dies einen Schwächeanfall oder Kreislaufzusammenbruch während der Session begünstigen kann. Es ist deshalb sinnvoll, den Sub diesbezüglich vor dem Spiel zu befragen und ihm bei Bedarf zum Beispiel einen nahrhaften Getreideriegel zu verfüttern. Ebenso darf nicht vergessen werden nach der Gesundheit zu fragen und ob aktuell gerade etwas weh tut. Auf schmerzende Gelenke oder Körperpartien Rücksicht zu nehmen ist unerlässlich. Schmerzende Haltungen ganz generell können den Sub absorbieren, so dass er von den schmerzenden Behandlungen, die ihm eigentlich auch Lust bereiten sollten, nicht mehr viel mitbekommt.

Den Sub nicht alleine lassen

Es ist wichtig, dass man das richtige Mass kennt und den Sub in gewissen Positionen niemals alleine lässt. Wir haben es aber auch mit erwachsenen Männern zu tun und nicht mit Kleinkinder, das darf man durchaus berücksichtigen. Sitzt der Sub frei in einem Käfig oder kniet er in einer Warteposition, wird er es sicher aushalten, wenn man nach Absprache für kurze Zeit den Raum verlässt, um beispielsweise etwas zu holen. Ist der Sub jedoch am Andreaskreuz festgemacht und er steckt in einer Deprivationsmaske, also in einer Maske die ihn stark einengt und nur kleine Luftlöcher hat, ist das Verlassen des Raums auch nur für 10 Sekunden gefährlich, weil es passieren kann, dass der Sub eine Panikattacke bekommt.

Das Verlassen des Raumes kann man in Settings, in denen es um Anspannung, Aufregung oder Angst geht, auch nur spielen. So zu tun als ob, zeigt bereits Wirkung und trotzdem ist man im Raum, um sofort beruhigend eingreifen zu können.

Je hilfloser der Sub jedoch ist, umso weniger darf man ihn auch nur für kurze Zeit alleine lassen. Was auf keinen Fall geht, ist den Sub wirklich zu verlassen, zum Beispiel ganz aus dem Haus gehen oder in einem anderen Raum fern gucken. Das ist nicht nur gefährlich, sondern auch verantwortungslos. Leider geschehen solche Sachen im realen Leben. Dass der Sub den Wunsch hat dies zu erleben, spricht keine FemDom frei, wenn sie es wirklich tut. Die FemDom sollte jederzeit ein Auge auf ihren Sub haben.

Es gibt auch elektronische Möglichkeiten zur konstanten Überwachungen einer Session. Diese kommen jedoch erst zum Tragen, wenn sich FemDom und Sub gut kennen und schon einiges miteinander erlebt haben und wissen, wann diese Methode sinnvoll und anwendbar ist.

Nicht von 0 auf 100!

Aufwärmen in jeder Hinsicht ist absolut notwendig. Nicht nur beim Spanking, sondern überhaupt. Ein Einstieg in die Session lässt den Sub akklimatisieren und setzt die entsprechenden Emotionen, wie Bereitschaft und Vertrauen, frei. Im besten Fall ist eine Steigerung bis zu einem Höhepunkt sinnvoll und danach ein Ausklingen. Beim Spanking beispielsweise sorgt das Aufwärmen dafür, dass der Sub viel mehr aushalten kann. Harte Schläge von Beginn weg, können den Sub total überfordern und in Kürze zu einem Absturz führen.

Anatomische Kenntnisse und Techniken

Spanking ist beispielsweise eine häufige Spielart und es ist einfach wichtig zu wissen, welche Körperregionen für Schläge empfänglich sind und auf welche man nicht schlagen darf. Der Hintern eignet sich zum Beispiel hervorragend und wird auch am meisten bespielt; Gelenke und die Region zwischen Hüfte und Rippen jedoch dürfen nicht beschlagen werden. Anatomische Kenntnisse sind auch beim Bondage ein unverzichtbares Muss. Unsachgemässes Fesseln kann Schäden hervorrufen, wie zum Beispiel Taubheit der Nerven durch zu viel Druck oder Druck auf sensible Stellen. Das Erlernen der Techniken und des Handwerks der Spielarten, die eine FemDom ausüben will, ist ein unerlässlicher Bestandteil für ein sicheres und gesundes Spiel. Je härter die Spielart umso wichtiger ist es die Wirkung der Werkzeuge und der praktischen Anwendungen zu kennen. Glücklicherweise gibt es zahlreiche BDSM- oder auch Bondage-Stammtische und Workshops. Es lohnt sich diese zu besuchen und sich von erfahrenen Tops und Fesselkünstlern instruieren zu lassen.

Am Ende der Session

Oft ist die Rede vom Auffangen des Subs. Damit ist gemeint, dass man den Sub dort emotional abholt, wo er gerade nach den Erlebnissen in der Session steht. Körperkontakt beim Ausklingen der Session, ruhige sanfte Musik, gemeinsames Stillschweigen, können genauso helfen, wie ein Gespräch über die Emotionen und das Erlebte. Es ist jedoch sehr wichtig, die Eigenheiten des Subs dabei zu berücksichtigen. Nicht jeder Mann ist sofort nach einer Session bereit zu reden; mancher Sub möchte erst selbst für sich etwas verarbeiten, bevor er zum Gespräch bereit ist. In diesem Fall ist einfach ein liebevolles Zusammensein und ein Geniessen der Präsenz des jeweils anderen schon Teil des Auffangens.

Nachbearbeitung der Session

Vielleicht hilft es dem Sub, seine Erlebnisse aufzuschreiben und als Bericht abzugeben. Dies erzwingen zu wollen halte ich jedoch für kontraproduktiv. Es kann einfach auch ein paar Tage später nochmals ein Gespräch über die Session stattfinden. Es können dabei auch Missverständnisse zum Vorschein kommen und es kann Klärungsbedarf geben. Zum Beispiel kann der Sub die Gründe für ein bestimmtes Verhalten der FemDom völlig falsch interpretieren, oder genauso kann es sein, dass die FemDom eine Reaktion des Subs falsch versteht. Der Austausch darüber, was sich gut anfühlte und was unangenehm war, gehört ebenfalls dazu. Meistens ist ein solches Gespräch ein Bedürfnis auf beiden Seiten.

Alles richtig gemacht und trotzdem stürzt Sub ab

Trotz allen Vorsichtsmassnahmen, kann Sub dennoch abstürzen. Ein Absturz muss aber nichts mit einem falschen Verhalten der FemDom zu tun haben. Natürlich kann es aufgrund eines Fehlers passieren, jedoch kann eine Aktivität auch einfach einen wunden Punkt beim Sub berühren und so völlig überraschend einen Absturz verursachen. Es kann durchaus sein, dass der Sub selber keine Ahnung hat, was gerade mit ihm passiert und warum er sich so mies, traurig und völlig deprimiert fühlt. Die FemDom sieht, wie der Sub abstürzt, zusammenbricht und vielleicht beginnt hemmungslos zu weinen und zu schreien oder einfach auch nur wie zu Stein erstarrt. Was nun?

Wie reagieren beim Absturz während der Session?

Wenn ein Auslöser den Absturz verursacht hat, wird die Session sofort abgebrochen. Die Femdom entfernt alles, was ihn einengt oder fesselt. Sie kann ihn in den Arm nehmen und versuchen ihn zu beruhigen. Sie bleibt bei ihrem Sub, pflegt und hegt ihn, kühlt vielleicht sein Gesicht und seine Stirn, bietet ihm zu trinken an, hält ihn fest oder streichelt ihn sanft. Falls sich der Sub wehrt, ihre Nähe nicht will und sie von sich stösst, bleibt sie bei ihm in der Nähe und wartet, bis er etwas mehr Nähe zulassen kann. Sie kann nichts weiter tun als voll und ganz für ihn da zu sein und zu signalisieren, „Du bist nicht allein, ich bin da für dich!“. Ihre ganze Aufmerksamkeit ist bei ihm, sie versucht so ruhig wie möglich zu bleiben und ihm Stütze zu sein. Auch wenn er sich so langsam beginnt zu beruhigen, bleibt die Zeit dabei völlig unwichtig; sie kümmert sich weiterhin um ihn, bis er sich so weit erholt hat, dass er reden kann.

Vielleicht will er in Ruhe gelassen werden und sich verabschieden, oder ins Bett gehen, um zu schlafen. Das ist völlig in Ordnung. Ihm zu sagen, „Ich bin da für dich.“, „Ruf mich an.“, „Hol mich.“, „Gib mir Bescheid.“ oder ähnliches, gehört zum Auffangen nach einem Absturz. Dies soll ein Versprechen sein, welches eingehalten wird, so dass das Vertrauen weiterhin bestehen bleibt. Ein Absturz des Subs ist kein Ende der Beziehung, meistens erkennt der Sub im Nachhinein den Zusammenhang und den Triggerpunkt, der berührt worden ist. Wenn er spürt, dass seine FemDom die ganze Zeit für ihn da war, sich um ihn gekümmert hat, wird er dafür sehr dankbar sein und es wird sein Vertrauen zu ihr stärken. Solch ein Geschehnis kann durchaus auch bindend wirken. Wenn die Beziehung schon vorher fragil oder nicht ganz stimmig war, oder bereits Differenzen im Raum standen, sieht es anders aus. In so einem Fall kann ein Absturz leider auch das Ende einer Femdombeziehung bedeuten.

Wenn der Absturz aufgrund grober Fahrlässigkeit und Unaufmerksamkeit, oder gar mit zweifelhaften Absichten geschah, wirkt sich dies ebenfalls zerstörerisch auf die Beziehung aus. Dies jedoch ist glücklicherweise sehr selten der Fall, da eine FemDom die Beziehungsebene meist sehr stark wertet und in den Vordergrund stellt und ihre Lust oftmals davon abhängt, dass es ihrem Sub emotional gut geht.

Was wenn der tiefe Fall nach einem überwältigenden Hoch erfolgt?

Nach einem bis drei Tage nach einer Session, bei der der Sub emotional in einer Sphäre von Glückseligkeit geschwebt ist, kann es zu einem Absturz in Form von einer depressiver Stimmung kommen. Das hat mit den Hormonen zu tun, welche in einer Session freigesetzt werden und den Sub buchstäblich berauschen. Besonders in Sessions, welche im Bereich der Schmerzen und der Schmerzlust gespielt haben, kommt es zu solchen Hormonausschüttungen. Der Hormoncocktail besteht in der Hauptsache aus Endorphin, einem Glückshormon, und weiteren körpereigenen Botenstoffe. Diese Hormone bauen sich nicht linear ab, weshalb es zu Gefühlen der Niedergeschlagenheit kommen kann. Das kann für den Sub sehr belastend sein. Deshalb ist es wichtig, dass die FemDom auch bis zu drei Tagen nach der Session für ihn erreichbar bleibt, sich in dieser Phase um ihn kümmert und ihn unterstützt. Meistens verschwinden diese depressiven Gefühle wie von selbst. Sollten sie jedoch länger anhalten als drei Tage, ist ein Besuch bei einem Arzt sinnvoll.

Top Drop – der Absturz der FemDom

Es kommt nicht selten vor, dass die FemDom zum Beispiel nach einem Absturz ihres Subs selber abstürzt. Es können jedoch zahlreiche andere Gründe diesen Top Drop verursachen. Mehr dazu hier:

 

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