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BDSM Lexikon DEF

D

Daddy Dom/little girl oder boy

abgekürzt DD/lg ist eine Unterart des Ageplay. Hier übernimmt der Dom die Rolle des „Vaters“ und die Sub die Rolle der „Tochter/Nichte/Prinzessin“.

Daddy verwöhnt, umsorgt und erzieht sein little girl. Bei Daddydom/littleboy (DD/lb) kümmert sich der „Vater“ um seinen kleinen Sohn und Prinzen.

Es ist ein einvernehmliches, reines Rollenspiel zwischen zwei erwachsenen Menschen und hat nichts mit Pädophilie zu tun. (siehe auch -> Caregiver/Little)

Damenwäscheträger/DWT

gemeint ist ein Mann, der eine sexuelle Erregung aus dem Tragen von Damenwäsche zieht. Oft werden Strumpfhosen und Slips sowie BHs getragen. DWTs sind nicht unbedingt Transsexuelle oder Transvestiten. Die Beweggründe für den Reiz an Dessous sind unterschiedlich. Manche DWTs tragen die Wäsche versteckt unter der Alltagskleidung, andere öffentlich, auf Events oder in der Session. In der Gesellschaft werden DWTs eher verspottet, weshalb DWTs ihren Fetisch meistens heimlich ausleben.

DWTs können sowohl hetero- als auch homosexuell sein. Manche legen sich eine eigene Kollektion zu, andere bevorzugen das Tragen von benutzter Wäsche einer Frau. DWTs tragen echte Dessous; sie bedienen sich nicht der Angebote der Sex-Shops, die mädchen- und frauenhafte Kleidung in Männergrössen verkaufen (im Gegensatz zu manchen Transvestiten). Im BDSM findet das Tragen von Damenwäsche manchmal unter „Zwang“ Anwendung, zum Beispiel bei der Zwangfeminisierung durch eine FemDom. Dabei wird der DWT nach und nach vollständig, in bisweilen sehr nuttig aussehende Frauenkleider gesteckt. Sehen und gesehen werden ist für manche Damenwäscheträger ebenfalls reizvoll.

Darkroom

der Darkroom ist hauptsächlich bekannt aus der Schwulenszene/Gay. Er ist ein Nebenraum von Clubs und Kinos, in dem bei fast keinem Licht anonym und spontan sexuelles Interagieren möglich ist. Inzwischen wird diese Bezeichnung ebenfalls für Räume mit BDSM-Ausstattung verwendet.

Daumenschellen

auch Thumbcuffs genannt, ist eine Fessel, gefertigt aus einem Stück Stahl, zur Fesselung der Daumen. Die verschließbare Fessel umfasst dabei nur die Daumen und macht jede Bewegung zur Tortur.

DD/lg / DD/lb

siehe ->Daddy Dom

DEBRIS

englische Abkürzung für „Domination enhanced beyond rule-induced superiority“ = „erweiterte Beherrschung über regelbasierte Überlegenheit hinaus“! D.E.B.R.I.S bezeichnet eine extreme Form der Dominanz und Submission. D.E.B.R.I.S. entwickelte sich aus dem für viele schon extrem erscheinenden CIS (siehe – CIS). Hier wird eine sehr starke Abhängigkeit erzeugt, Sklavin/Sklave wird rechtlos gehalten, und nach einer einmaligen Vereinbarung am Anfang, gilt das alles oder nichts Prinzip. Es wird grob gesehen alles verboten, was Kontakt zu der Aussenwelt bedeutet und alles befohlen, was der Benutzung und dem Gebrauch für die Herrschaft dient. Missbrauch ist hiermit Tür und Tor geöffnet. Bei D.E.B.R.I.S. kann Sklave/Sklavin austreten, durch die auf Körper, Geist und Psyche einwirkenden Behandlungen auf Dauer, kann jedoch eine Realisierung des Austritts schwer zu erreichen sein. Es kommt auch häufig vor, dass Sklaven genötigt und unter Druck gesetzt werden, um von einer Trennung abzusehen. Angst bei den Sklaven, das Leben ohne Herrschaft meistern zu können, mittellos und ohne soziales Netzwerk, ist zudem bei den psychisch geschwächten Menschen sehr gross. Bei D.E.B.R.I.S. sind Straftaten zwar verboten, durch die Zusicherung durch einen anfänglichen Konsens, gehören bei der Herrschaft hier nur Entscheidung über Leben und Tod dazu. Debris als Wort stammt aus dem englischen/französischen und bedeutet Trümmer, Überbleibsel, Rest, Schmutz, Abfall usw. und zeichnet damit ein Bild, in welchem Zustand sich ein Sklave, eine Sklavin nach längerer Zeit unter D.E.B.R.I.S befinden könnte.

Deepthroat/DTD

bezeichnet eine Variante des Oralverkehrs, bei der der Penis tief in den Rachen aufgenommen wird, Deepthroat (englisch für „tiefer Hals“). Für viele Deepthroat-Fans ist das Ziel, das männliche Glied möglichst komplett in den Hals einzuführen. Je nach Größe des Phallus kann es beim Deepthroat unterschiedlich schnell und stark zu einem Würgereflex kommen. Die persönliche Veranlagung ist entscheidend dafür, wie schnell Deepthroat erlernt werden kann. Durch wiederholte Ausführung von Deepthroat-Vorstufen kann eine schrittweise Gewöhnung stattfinden, bis schließlich auch grosse Penisse relativ gut in den Hals eingeführt werden können. Die Bezeichnung stammt aus einem Pornofilm aus dem Jahre 1972. Erstmalig wurde hier diese Technik im Film gezeigt und sorgte seinerzeit für eine entsprechende Aufregung.

ACHTUNG: Nicht jede(r) kann es erlernen. Die Beherrschung des Deepthroat zumindest in Grundzügen ist die Voraussetzung für eine Praktik, die als „Facefuck“ bezeichnet wird. Bei dieser Variante wird die passive Person zum Beispiel vor dem Aktiven kniend an den Haaren bzw. am Kopf festgehalten und der Penis in Stossbewegungen tief in den Mund eingeführt und wieder herausgezogen. Siehe -> Facefuck.

Gerade innerhalb einer BDSM-Konstellation ist diese Deepthroat-Spielart beliebt, da das Machtgefälle zwischen dem aktiven und passiven Part grösser ist als bei einem herkömmlichen Blowjob. Natürlich kann auch die Abneigung und der Ekel des immer wieder aufkommenden Würgereflexes beim Deepthroat einen grossen Reiz ausmachen. Während die passive Person mit ihrem Körper kämpft und nach Atem ringt, kann der Aktive den Deepthroat ganz nach seinem Genuss gestalten. Manche Männer ziehen auch aus dem Gefühl der unwillkürlich kontrahierenden Kehle während des Deepthroat eine weitere Befriedigung, die nicht nur rein sadistischer Art sein muss. Ein anderer Begriff für diese Variante des Deepthroat ist „Gagging“ (englisch für würgen oder knebeln), allerdings steht bei dieser Deepthroat-Variation die Qual des passiven Parts deutlich mehr im Vordergrund. Statt wie beim normalen Deepthroat, bei dem das Würgen als unvermeidbarer Nebeneffekt in Kauf genommen wird, wird beim „Gagging“ eine negative Reaktion durch gezielte Reizung des Zäpfchens, das Zuhalten der Nase und Zudrücken des Halses mit den Händen von aussen absichtlich intensiviert. Manche Fans dieser Deepthroat-Art treiben sie sogar gerne ins Extreme, also bis zum provozierten Erbrechen (siehe -> Vomit) und darüber hinaus.

Dehnungsspiele

es gibt anale und vaginale Dehnungsspiele, die als Training zur Erweiterung der Muskulatur dienen. Bei der analen Dehnung ist vor allem der leichtere Analverkehr das Ziel. Der oder die Sub wird dabei mit immer grösseren Dildos an das Eindringen gewöhnt und die Schliessmuskel schrittweise gelockert, so dass eine dauerhafte Dehnung/Überdehnung erzielt wird. Die Dehnung geht oft einher mit dem sogenannten Fisting. Es stellt sich ein Trainingseffekt ein und die Muskulatur bleibt dauerhaft gelockert bzw. überdehnt. Eine unangenehme Folge könnte hierbei Inkontinenz werden.

Demütigung

die Demütigung ist ein fester Bestandteil im BDSM/SM Rollenspiel. Der sich unterwerfende Part wird vom dominanten Mitspieler gedemütigt, blossgestellt und herabgewürdigt. Durch die Demütigung wird seine untergebene Position im Spiel ausgedrückt und gefestigt. Der/die Dom(me) demütigt den/die Sub zum Beispiel durch ihre Worte, durch Bestrafungen, durch Vorführungen oder Benutzung. Der gedemütigte Part geniesst dabei die Scham, die Untergebenheit und das Ausgeliefertsein.

Dental Dam/Lecktuch

ca. 10 x 10 cm grosses Latextuch aus der Kieferchirurgie (dient zum Safer Sex bei Anilungus und Cunnilingus).

Dentalfetisch

siehe -> Zahnfetisch.

Depersonalisation

damit ist die Entpersonifizierung des Spielpartners gemeint, also zum Beispiel die Benutzung des Körpers als Möbelstück wie Tisch oder Sitzmöbel. Dabei wird der passive Part dann nicht mehr als Person wahrgenommen und sondern wie eine Sache behandelt. In diesen Rollenspiel wird der Spielpartner rein auf seinen Körper reduziert. Auch im sogenannten „Petplay“ findet eine Depersonalisierung statt. Der Spielpartner nimmt zum Beispiel die Rolle „Hund“ oder „Schwein“ ein und wird konsequent wie ein Haustier behandelt, an der Leine geführt oder gefüttert. Manchmal wird dieser Zustand auch durch Masken erreicht, da Sub damit die Hauptmerkmale seiner Identität verliert.

Deviant

als deviant werden Personen mit abweichendem Verhalten bezeichnet. Oft wird der Begriff „deviant“ auch als Synonym für „pervers“ benutzt. Durch die Verwendung des englischen Wortes wird versucht, den negativen Beiklang des Wortes „pervers“ zu vermeiden.

Devot

als devot bezeichnet man beim SM das Verhalten des unterwürfigen/hingebungsvollen Partners. Das Machtgefälle zwischen dem devoten Part und dem, ihm übergeordneten, dominanten Part ist in vielen Rollenspielen des Sadomasochismus ein zentrales Element.

Der devote Part ist passiv, unterwirft sich dem dominanten Partner, welcher diese Hingabe zuweilen als Geschenk empfinden kann. Der Dom oder die FemDom beherrscht und/oder führt die Femsub oder den Malesub. Oft wird die Abkürzung „dev“ verwendet. Man spricht auch von einem devoten Charakter einer Person, wenn diese über das Erotische hinaus, das Dienen oder das sich Unterordnen als Eigenschaft in sich trägt. Dies bedeutet jedoch nicht, dass ein devoter Mensch sich automatisch jedem unbesehen unterwirft, weder sexuell noch zwischenmenschlich.

Devotion

unter Hingabe (auch: Hingebung, Devotion) versteht man den, von rückhaltloser innerer Beteiligung geprägten, Einsatz eines Menschen, für eine Angelegenheit oder eine Person, die für den Betreffenden von höchstem persönlichen Wert ist. Die Hingabe ist dem Engagement, der Anstrengung, dem Eifer und der Leidenschaft verwandt; ihre Bewegung ist jedoch nicht ein aktives Drängen, sondern ein Zuwenden, Sich-Öffnen, Empfangen und Hingeben. Der Begriff hat seine Prägung aus der christlichen Theologie enthalten, wird heute aber meist in säkularen Zusammenhängen verwendet, etwa um das Engagement eines Menschen für einen selbstgewählten Zweck oder ein sexuelles Sich-Anvertrauen zu bezeichnen.

Diaper Games

siehe -> Windelerotik.

Dienstmädchen

siehe -> French Maid.

Dilatator

auch Erweiterer, Verbreiterer, Dilator oder Bogie genannt, ist ein medizinisches Gerät zum Weiten (Bougierung) bestehender Körperöffnungen (z. B. Harnröhre, Anus, Speiseröhre, Vagina, Gebärmutterhals) oder künstlicher Zugänge wie des Stichkanals für die Anlage. Im BDSM Kontext werden Dilatatoren meistens bei Harnröhrendehnungen eingesetzt. Hierbei ist die Infektionsgefahr gross. Der aktive Part sollte über umfassende medizinische Kenntnisse und über die notwendige Hygiene informiert sein. Siehe -> Harnröhrendehnung.

Dildospiele

wie es der Name vermuten lässt, sind Dildospiele alle Spiele mit Sextoys in Phallusform. Im BDSM kommt meist der passive Spielpartner in den Genuss der Dildobehandlung, wobei vaginale, orale oder anale Stimulation im Vordergrund stehen. Auch die Dehnungsspiele werden oft durch Dildobehandlung ausgeführt. Natürlich gibt es im Sexshop jeder Art von Dildo aus jedem erdenklichen Material. Auf Hygiene ist dabei zu achten, vor allem dann, wenn wechselnde Spielpartner mit den gleichen Dildos behandelt werden, wie zum Beispiel im Mietstudio oder Swingerclub oder von den sogenannten „Koffer-Doms“ mit häufig wechselnden Partnerinnen.

Dirty Games

unter die sogenannten „Dirty Games“ (engl. dreckige Spiele) fallen vor allem alle Sexpiele mit Fäkalien und anderen Körperflüssigkeiten wie Erbrochenem und ähnliches. Die Dirty Games sind Teil der bizarren Erotik und werden ausserhalb der bekennenden Gruppen als extrem „pervers“ und „abartig“ gesehen. Echte Dirty Games sind Teil einer kleinen Subkultur mit geringen Schnittmengen zum BDSM.

Dirty Talk

bezeichnet schmutzige Rede/erotische Vulgärsprache und lässt sich nicht klar definieren. Für jeden ist die Grenze zum Dirty Talk anders; Wahrnehmung und Wirkung sind von Person zu Person unterschiedlich. Schon im normalen Liebesspiel werden gerne Worte wie „du geiles Luder“ oder ähnliches benutzt. Auch das kann bereits für manchen zum Dirty Talk gehören, anderen erscheint es eher langweilig und zählt für sie zu Stino (siehe -> Stino). Im BDSM wird Dirty Talk vom Top genutzt, um seinen Bottom zu demütigen und ihm/ihr seine Grenzen zu zeigen, respektive ihm/ihr seinen Platz zuzuweisen. Dabei wird durch Worte ein Gefühl der Erniedrigung und Machtlosigkeit, eine Degradierung zu einem wertlosen Ding und Furcht erzeugt. Männliche Subs werden manchmal von ihren FemDoms verbal „zwangsverweiblicht“. Auch einfache Anweisungen können über den Dirty Talk Erniedrigung und Erregung erzeugen.

Selbst wenn Bottoms verbale Erniedrigung brauchen, sollte der/die Top doch im Vorfeld mit dem Bottom abklären, ob es Tabuwörter gibt, die eventuell eine starke negative Assoziation bei diesem auslösen können. Alleine schon deshalb sollte der/die Dom während der Session auf die Reaktionen des/der Sub achten, um zu lesen auf welche Art des Dirty Talks er oder sie anspringt und welche vielleicht zu unangenehm ist. Nicht nur der Top bedient sich dem Dirty Talk, auch der/die Bottom kann es nutzen, um die Stimmung anzuheizen oder den/die Top zu necken. So kann zwischen Top und Bottom durch den Dirty Talk eine aufgeheizte Stimmung entstehen, die für eine deutlich gesteigerte Erregung und „heftigere“ Orgasmen sorgen kann.

In den vergangenen Jahrzehnten hat der Dirty Talk auch unter den Stinos mehr und mehr Gefallen gefunden. Besonders bei jungen Frauen erfreut sich der Dirty Talk einer wachsenden Beliebtheit. Im Gegensatz zum Dirty Talk im BDSM, geht es bei den Stinos jedoch darum, sich gegenseitig mit obszönen Worten und Bezeichnungen aufzugeilen und für einen Kick zu sorgen.

Disziplin

Disziplin ist die Grundlage für jedes Erziehungsspiel. Erlernt werden soll Geduld, Demut und Unterordnung des eigenen Willens gegenüber desjenigen der aktiven, herrschenden Person. Der/die Sub hat zu lernen, dass eigene Wünsche und Triebe stets dem beherrschenden Part untergeordnet werden müssen. In der Disziplinierung erlernt der/die Sub das von der Herrschaft gewünschte Verhalten und lernt sich selber zu kontrollieren und unterzuordnen. Dem zugrunde liegen meist Regeln, welches nicht zwingend in schriftlicher Form festgehalten sein müssen. Disziplin spielt also bei sehr vielen BDSM-Beziehungen eine wichtige Rolle und ist in zahlreichen Facetten zu finden. Um dem Verhaltenskodex der Herrschaft entsprechen zu können, muss Sub enorme Selbstdisziplin, manchmal bis hin zur Selbstaufgabe erlernen und verinnerlichen. Zur Erreichung von mehr Disziplin wird beim Sadomasochismus oft die Bestrafung verwendet. Bei der Disziplinierung muss jedoch die Strafe nicht im Lustbereich des devoten/masochistischen Part liegen. Sollte dies der Fall sein, sind es eher Erziehungsspiele zur Lustgewinnung als Disziplinierung. (siehe auch: Erziehungsspiele)

Doktorspiele

sind nicht nur aus der SM-Szene bekannt. Fast jeder Mensch hat sie schon in der Kindheit probiert. Jeder Sexshop bietet erotische Krankenschwester-Outfits in weiss, meist aus Lack oder Latex. Im SM Bereich wird diese Abwandlung auch als „weisser Bereich“ bezeichnet. (Nicht zu verwechseln mit: siehe -> weisse Folter). Er umfasst alle Klinikspiele mit typischer Kleidung und Atmosphäre. Während der „weisse Bereich“ im BDSM auch die schmerzhaften und unangenehmen Behandlungen in der Sexklinik enthält, meint die allgemeine Bezeichnung „Doktorspiele“ eher die harmlose Variante als Variation für Stinos. Das Doktorspiel ist ein Rollenspiel, in dem ein Partner die aktive Rolle des Arztes, der Ärztin, des Pflegers oder der Krankenschwester übernimmt, wobei der andere Partner als Patient untersucht und behandelt wird.

Echter Kliniksex, bzw, Klinikerotik im weissen Bereich ist entweder ein teures Hobby oder es bieten sich nur wenige wirklich gut ausgestattete gewerbliche SM-Studios bzw Mietlocations als Spielmöglichkeit an. Wer sich in diesem Bereich zuhause fühlt, hat es mittlerweile schwer eine gute Adresse zu finden. Gerade der Klinikbereich enthält viele Gefahren, sowohl Verletzungsrisiken als auch Infektionsrisiken. Bei der Wahl von Frau oder Herrn Doktor ist Vorsicht angebracht.

Dom/me

Abkürzung  für dominante Personen. Sie sind die beherrschenden Partner in D/s Spielen, bzw. D/s-Lifestyle-Partnerschaften im BDSM Kontext. Der Ursprung von Dominus/Domina stammt aus alter römischen Zeit und bedeutete damals schlicht „Hausherr/Hausherrin“. Heute wird dieser aber in erster Linie für Herr oder Herrin eines Sklaven/Sklavin oder Femsub/Malesub verwendet.

Im allgemeinen ist ist mit der Abkürzung „Dom“ die FemDom/Domme, Mistress oder Herrin, bzw. der Herr, Meister oder Master gemeint. Der oder die Dom/me führt, lenkt und bestimmt die Rollenspiele, Sessions und den Verlauf der BDSM Beziehung in seiner/ihrer Art und Weise, natürlich unter Berücksichtigung der Vereinbarungen. Im Machtgefälle der BDSM Spiele hat der oder die Dom das „Zepter in der Hand“ und ist anderen Beteiligten gegenüber weisungsbefugt oder verfügt sogar über das körperliche Züchtigungsrecht. Allerdings trägt Dom natürlich auch die Verantwortung für seine Untergebenen. Wohlbefinden und Gesundheit stehen dabei immer an erster Stelle.

Domina

Domina war ursprünglich die römische Bezeichnung für eine Hausherrin bzw. die Vorsteherin eines Stiftes oder Klosters. Heute wird die Bezeichnung Domina in aller Regel für Frauen verwendet, die gegen Entgelt sadistische und dominante Praktiken (vgl. Femdom) anbieten. Im Englischen ist in dem Fall die Bezeichnung „Dominatrix“ häufiger. Laut Prostitutionsgesetz gilt die Tätigkeit von Dominas als Prostitution, obwohl sie in der Regel keinen Geschlechtsverkehr mit ihren Kunden praktizieren. In den letzten Jahren hat sich viel verändert. In der nicht-kommerziellen BDSM-Subkultur ist der Begriff Domina unüblich. Eine Frau mit dominanten Neigungen wird hier als FemDom (siehe -> FemDom), umgangssprachlich auch als Domse oder Domme bezeichnet. Vielfach stellen dominante Frauen Titel wie Herrin, Madame, Mistress oder Lady ihrem Namen voran.

Dominakuss

das absichtliche Tropfen bzw. Spucken des Speichels der Domina/FemDom in den Mund des Subs, der diesen zu schlucken hat. Er stammt ursprünglich aus dem gewerblichen Bereich, daher auch die Bezeichnung, da die Domina in der Regel unberührbar ist, daher nicht küsst und auch keinen Sex mit ihrem BDSM-Kunden hat. Der Sub erlernt den Abstand und die Untergebenheit zu seiner Domina/FemDom und beweist mit der Aufnahme ihre Speichels seine Anerkennung und Verehrung der Herrin. Der Dominakuss ist Teil des Machtspiels und symbolisiert die Untergebenheit und Dankbarkeit des Subs, der bereit ist seiner Herrin bedingungslos zu gehorchen und akzeptiert, dass diese unberührbar ist. Der Speichel der FemDom wird vom Sub als Zuneigung, Belohnung und Geschenk wahrgenommen. Ekel empfindet er bei der Aufnahme nicht. Natürlich gibt es den „Dominakuss“ in jeder erdenklichen Partnerkonstellation.

Dominatrix

lateinisch für „Beherrscherin“. Eine, vor allem in England und den Vereinigten Staaten von Amerika gebräuchliche, Bezeichnung für eine gewerbliche Domina, wobei damit auch oft homosexuelle und transvestite Dominas gemeint sein können. „Dominatrix“ wird in der gesamten englischsprachigen, gewerblichen BDSM-Szene verwendet.

Dominus

ursprünglich bezeichnete der Dominus im Lateinischen den Hausherrn. Der Dominus ist die männliche Variante der Domina. Er wird auch als Master, Sir, Sado, Dom, Herr und Meister bezeichnet und nimmt die Stellung des „Tops“ im (gewerblichen) BDSM ein. Ein Dominus kann sowohl Paare, Frauen als auch Männer dominieren.

Dragqueen/Dragking

eine Dragqueen trägt meist sehr weibliche und auffällige Kleidung, kunstvolles Makeup, Schuhe mit hohen Absätzen und ausladende Perücken. Dragqueens sind vornehmlich in der Schwulenszene der Grossstädte zu finden. Bei politischen Umzügen und Festen, wie dem in vielen Grossstädten stattfindenden Christopher Street Day, treten Dragqueens auch für die szenenfremde Bevölkerung in Erscheinung. Eine Dragqueen spielt ihre Rolle nicht nur um aufzufallen, sondern versucht, die Rollenbilder „Mann“ und „Frau“ durch Übertreibung ad absurdum zu führen. Das Pendant dazu nennt man Dragking.

Dreilochstute/Sklavin

die sogenannte Dreilochstute ist eine weibliche Sub, die sowohl für oralen, als auch vaginalen und analen Geschlechtsverkehr ausgebildet wird. Sie wird von ihrer Herrschaft benutzt oder bei Rollenspielen mit mehreren Personen auch zur Benutzung freigegeben. Auch die gleichzeitige Benutzung von mehr als einer Person ist hierbei eine übliche Spielvariante.

Dresscode/Kleiderordnung

auf vielen Partys und anderen Veranstaltungen wird die Erfüllungen einer bestimmten Kleidervorschrift vom Veranstalter verlangt (z.B. Fetisch wie Lack, Leder Latex oder schwarze Kleidung etc.). Personen, die sich nicht an den Dresscode halten, wird der Einlass verwehrt.

Dies wird oft gemacht um „falsche“ Besucher fern zu halten und die Partygesellschaft vor den sogenannten „Spannern“ zu schützen. Ausserdem legt der Veranstalter Wert auf eine angenehme Atmosphäre unter auch optisch Gleichgesinnten. Menschen ausserhalb des jeweiligen Dresscodes würden damit als störend empfunden.  Man möchte auf derartigen Partys „unter sich“ sein, darauf Vertrauen, dass man sich unter Gleichgesinnten befindet und sich von nicht BDSM affinen Menschen sichtbar abgrenzen oder schützen.

DS/Dominance and Submission

seit einiger Zeit werden im Sadomasochismus zwei Grundrichtungen unterschieden. Neben dem „klassischen“ S/M versteht man unter DS, auch Ds oder D/s, das Etablieren von Machtstrukturen zwischen dem dominanten und dem submissiven Part, also Beherrschung und Unterwerfung. D/s kann innerhalb einer Session präsent sein, aber durchaus auch als Beziehungsmodell angesehen werden (siehe auch 24/7, EPE oder TPE).

Dungeon

als Dungeon werden mittelalterliche Verliese, Kerker und Folterkeller bezeichnet. Im BDSM werden teilweise auch Studios/Locations als Dungeon so genannt, weil auch hier Ausgeliefertsein und Schmerz eine zentrale Rolle spielen. Ein Dungeon symbolisiert darüber hinaus Unbarmherzigkeit, Kälte des Dungeonmasters oder der Dungeonmistress und die Ohnmacht der eingekerkerten Subs.

DWT

siehe -> Damenwäscheträger.

E

Edging

ist eine besondere Form der Orgasmuskontrolle. Das männliche Glied wird hierbei bis kurz vor dem Orgasmus stimuliert. Dann wird eine Pause eingelegt, bevor die Stimulation erneut begonnen wird. Der eigentliche Orgasmus wird also lange hinausgezögert und der Vorgang kann theoretisch über Stunden wiederholt werden. Viele Männer betreiben das Edging in Form der Selbstbefriedigung und wissen aus Erfahrung genau den Punkt, an dem sie die Stimulation unterbrechen müssen. Auch eine erfahrene Partnerin oder ein Partner kann den Zeitpunkt nach einiger Übung genau abpassen. So wird der gefesselte Sub über einen langen Zeitraum „gequält“ und muss um die endgültige Erlösung oft bangen und betteln. In diesem Zusammenhang ist es ein klassisches D/s Spiel.

Edgeplay

ist der Oberbegriff für BDSM Praktiken und zum Teil auch für Lebensweisen, die in den Grenzbereichen von Dom und Sub stattfinden. Grundlage für diesen Bereich ist RACK (siehe -> RACK) und meist auch der Metakonsens (siehe -> Metakonsens). Zum einen wird beim Edgeplay an die Grenzen herangegangen, es werden die Grenzen erforscht und es werden Grenzen im Metakonsens überschritten. Dies kann sowohl im S/M wie im D/s erfolgen.

Da die Grenzen in jeder BDSM Konstellation individuell von den Partnern abhängen, ist hier auch das Edgeplay immer individuell. Was für Aussenstehende noch nicht Grenzüberschreitungen sein mögen, kann für die Beteiligten sehr wohl schon Edgeplay sein. Zum anderen werden auch Praktiken und Lebensweisen des BDSM unter dem Namen Edgeplay zusammengefasst, die mit erhöhten Risiken behaftet sind und bei denen nur mittels RACK und Metakonsens eine einvernehmliche Basis geschaffen werden kann. Dazu zählen zum Beispiel extreme Atemkontrolle (langes, starkes Würgen; Waterboarding; Strangulation; bestimmte Formen von Atemkontrolle mit Gasmasken;…), CSR (Carotis-Sinus-Reflex), Rape Play, extremes Role Play (Verhör; Kerker; Folter; auch in Kombination mit Tunnelspielszenarien), spezielle Formen des Mind Play und des Fear Play, und bei den Lebensweisen TPE (siehe -> TPE), CIS (siehe – > CIS) CNC (consensual-non-consensual – siehe -> Metakonsens) und D.E.B.R.I.S. (siehe -> DEBRIS).

Effeminisation

siehe -> Zwangsfeminisierung.

Einlauf/Klistier

eine medizinische Behandlung, bei der durch einen Schlauch Flüssigkeiten in den Darm geleitet werden. Ziel dabei ist zum Beispiel eine Reinigung und die Beseitigung von Verstopfungen. Der Einlauf wird oft in der Klinikerotik angewendet. Es gibt dabei zahlreiche Varianten, mit welcher Flüssigkeit gearbeitet wird. Die Gesundheitsrisiken hierbei sind beträchtlich. So wird in der bizarren Klinik oft Urin als Einlauf verabreicht, oder auch alkoholische Getränke, denn durch die direkte Aufnahme des Alkohols durch die Schleimwände, stellt sich die berauschen Wirkung in kürzester Zeit ein, ohne den Alkohol zu trinken. (z.B. Rotwein-Einlauf).

Keinesfalls darf dabei hochprozentige Flüssigkeit verwendet werden. Schnaps oder ähnliches führt zu erheblichen Reizungen der Schleimhaut und haben oft tagelanges Bluten des Gewebes zur Folge, sind schmerzhaft und für einige Subs keinesfalls erotisierend. Der Einlauf kann in der Klinikerotik als Bestrafung eingesetzt werden, dient aber im BDSM auch als reinigende Vorbereitung des Analverkehrs.

Einvernehmlichkeit

siehe-> Consensual.

Eisdildo

ist eine „Heiss und Kalt“ – Spielart. Als in einer Form gefrorenes Wasser in Phallusform, bietet dieser Dildo besonders reizvolle Spielarten. Formen zur Erstellung von Eisdildos sind mittlerweile in jedem gut sortierten Sexshop erhältlich, aber mit etwas Geschick und Fantasie kann man die Form auch mit einem handelsüblichen Kondom selbst herstellen.

Ekelspiel

siehe ->  Mysophilie.

Elektrostimulation

auch E-Games, Elektrospiele, E-Sex oder Stromtherapie. Siehe -> Stromspiele.

E-Mail-Erziehung

oder Fernerziehung ist eine Spielart im Internet, bei dem der passive Part Anweisungen und Befehle seines Tops per E-Mail erhält und diese auch real auszuführen verpflichtet ist. Mail-Erziehung kann von geografisch getrennten Paaren als Ergänzung angewendet werden, aber auch als rein virtuelles Rollenspiel zwischen zwei real Unbekannten. Oft werden diese Mail-Erziehungen von gewerblichen Anbietern oder Anbieterinnen als Alternative zum Realtreff angeboten und dabei die Zahl und die Länge der Mails berechnet.

E-Mail-Erziehung kann auch als reines Kopfspiel betrieben werden, ohne jeden Realitätsbezug und unter Wahrung der Anonymität der Beteiligten. Oft wird die Erziehung per Mail von weiblichen Sklavinnen bevorzugt, um einen neuen Spielpartner besser kennen zulernen, bevor ein reales Spiel vereinbart wird. Die E-Mail-Erziehung ist sowohl eine Alternative zu Realplay, als auch die Vorbereitung / Vorspiel für ein solches. In Zeiten vor der Netzverbreitung wurden derartige Mails natürlich per Briefpost ausgetauscht. Heute bietet das Netz weitere Möglichkeiten mit Webcam und Chat. Siehe -> Cybersex.

Encasement/Einschluss

hierbei ist der ganze Körper des Sub gefesselt oder im Käfig, oder in Nylon, Latex, Folie, Leder verpackt. Ziel ist der Sinnesentzug und die Isolierung des Subs, psychisch und physisch.

Endorphine

sind körpereigene Opioidpeptide, Hormone, die der Körper bei Stress oder Schmerz ausschüttet. Sie sind für den „Kick“, der sich bei vielen Bottoms/Tops nach einer bestimmten Zeit einstellt, verantwortlich. Der Körper schüttet sie nach ca. 20 Minuten aus und erhöht dadurch die Schmerztoleranz.

Englische Erziehung

unter dem Begriff „Englische Erziehung“ versteht man eine sadomasochistische Spielart, die ihre Wurzeln im England des 19. Jahrhunderts hat. Anders als man vermuten könnte, bezieht sich die Englische Erziehung jedoch nicht auf die strikten Regeln des damals vorherrschenden Schulsystems. Die Englische Erziehung geht historisch viel mehr auf sogenannte Flagellationsbordelle zurück, in denen sich die britischen Gentlemen einem Spanking unterziehen lassen konnten. Damals war der Begriff der Englischen Erziehung noch nicht geboren, man sprach vom „englischen Laster“ (vice anglais). Das bekannteste Etablissement für Englische Erziehung wurde von einer gewissen Theresa Berkley geführt. Hier wurden masochistisch veranlagte Männer gegen einen entsprechenden Obolus mit einem Rohrstock, einer Peitsche oder einer Gerte traktiert – manch ein Gast reiste aus dem Ausland an, um in den Genuss dieser Englischen Erziehung zu kommen, die ebenso skandalträchtig wie begehrt war.

Heute wird mit dem Oberbegriff „Englische Erziehung“ hauptsächlich das traditionelle Rollenspiel zwischen der strengen Gouvernante und dem aufsässigen Schüler assoziiert. Natürlich variieren die Rollen bei der Englischen Erziehung. Die züchtigende Frau kann in einer hierarchisch höheren Position sein, ebenso klassisch innerhalb der Englischen Erziehung ist aber auch die umgekehrte Machtverteilung. Zurückgehend auf die Tradition, in der die Englische Erziehung ursprünglich stand, kann die massregelnde Dame ebenso gut jünger und unterlegen sein, im Extremfall kann sie auch aus der Position der Putzfrau oder Sekretärin agieren, was die Englische Erziehung unter Umständen noch reizvoller macht. Ebenso hat sich der Begriff der Englischen Erziehung allerdings zunehmend zu einem Oberbegriff für traditionelle Rollenspiele gewandelt, bei dem die Flagellation (eine härtere Form des Spanking) im Mittelpunkt steht. Ebenfalls typisch für die Englische Erziehung sind das strikte Auftreten der züchtigenden Person und der rigorose Drill, mit dem bestimmte Verhaltensweisen antrainiert und bei Versagen bestraft werden.

Entführungsspiele

ein Rollenspiel aus dem Bereich der Mindgames (Kopfspiele), bei denen ein Entführungsszenario geplant wurde, bei dem der oder die Sub z.B. auf offener Strasse „entführt“ und in ein „Versteck“ gebracht wird, wo das Entführungsopfer dann „gegen seinen Willen“ behandelt wird. Natürlich sind diese Szenarien abgesprochen und nichts geschieht tatsächlich gegen den Willen des Entführten. Für solch ein aufwendiges Rollenspiel mit realistischen Elementen sollten sich die Spielpartner bereits kennen und aufeinander eingestimmt sein, da es direkt beginnt und kein Vorgespräch mehr stattfinden kann. Erfahrene SMler mit klaren Vorstellungen laden hierbei manchmal auch ihnen unbekannte Tops dazu ein, um den maximalen Kick zu erleben.

EPE

ist die Abkürzung für „Erotic Power Exchange“ und umschreibt den erotischen Machtwechsel. In dieser Form von D/s-Beziehungen hat der dominante Part jederzeit die Möglichkeit und auch das Recht sowie die Macht, das Sexualleben des Partners zu übernehmen, also sexuelle Aktivitäten einzufordern oder eine BDSM-Session zu beginnen. Der untergeordnete, passive Part gibt dabei sein sexuelles Selbstbestimmungsrecht auf und der Sextrieb wird komplett und kompromisslos dem Willen des Tops untergeordnet. Sexuelles Erleben findet dann nur noch mit dem Top, oder auf dessen Anweisung oder mit dessen Erlaubnis statt.

Erniedrigungszeichen

siehe -> Bottommarks.

Erotic Wrestling

hierbei handelt es sich um ein Machtspiel, bei dem ein spielerischer Ringkampf zwischen Top und Bottom stattfindet (erotischer Ringkampf). Es geht hierbei weniger um Kraft und Fitness, sondern vielmehr um das Beherrschen und besiegt werden. Die erotische Komponente wird hierbei durch enge Bekleidung oder auch Nacktheit verstärkt. Der Wunschtraum des Subs ist es dabei meist, eine Frau zu erleben die ihn tatsächlich besiegt und er sich nicht „schwach stellen“ muss, sondern wahrhaftig nieder gerungen wird, ohne echte Chance. Beim Erotic Wrestling ist auch das „Scissors“ bekannt (siehe -> Scissor).

Erziehungsspiele

unter die Erziehungsspiel fallen alle Rollenspiele im BDSM, bei denen dem passiven Part bestimmte Verhaltensweisen durch die Androhung von Strafen beigebracht werden. Manchmal ist hier das Ziel, dass Dom Sub abstrafen und sadistisch bespielen kann. Es können dem passiven Teilnehmer auch Aufgaben gegeben werden, welche sich nicht erfüllen lassen und somit einen Grund zur Strafe liefern.

Dom erzieht dabei Sub nach eigenen Bedürfnissen zum Erfüllungsgehilfen der eigenen Fantasie. Sub lernt dabei, was seine Herrschaft erwartet und das Verhalten, welches erwartet wird, um seine/ihre Gunst zu erlangen. In diesem Fall ist eher Disziplinierung gemeint, welche jedoch genauso spielerisch gehandhabt werden kann. Erziehungsspiele sind im BDSM weit verbreitet und kommen in so gut wie jeder BDSM-Session in den verschiedensten Formen vor. In manchen Fällen steht dabei das Erlernen von Disziplin im Mittelpunkt, in anderen das Spiel mit Schmerzlust. Siehe -> Sklavenerziehung.

Exhibitionismus

man bezeichnet damit die Veranlagung eines Menschen, sexuelle Lust aus dem „Gesehenwerden“ durch Dritte zu ziehen. Exhibitionisten verspüren Lust, sich unbeteiligten Dritten in sexuellen Formen und Handlungen zu zeigen. Exhibitionisten sind meist männlich und man kennt ihn klischeehaft als den „Nackten Mann mit geöffneten Mantel“. Gerade im Internet erleben diese Menschen heutzutage eine nie dagewesene Möglichkeit sich auszuleben. Sie verwenden Sex-Selfies oder Webcamchats um sich zu zeigen und treffen dabei oft auf Ablehnung und befinden sich juristisch nicht im legalen Bereich. Das offen Zeigen von primären Geschlechtsmerkmalen stellt in den westlichen Ländern eine strafbare Handlung dar. Exhibitionismus kann in abgemilderter Form an BDSM, CFNM oder CMNF Partys ausgelebt werden. Exhibitionismus ist das Gegenteil des Voyeurismus, bei dem es um das „heimliche“ Beobachten geht. 

F

Facefuck

der facefuck (engl. Gesichtsfick) besteht aus dem oralen Benutzen des passiven Partners oder der Partnerin ohne dessen echtes Zutun, indem der aktive Part die Steuerung übernimmt. Er hält den Kopf des/der Passiven mit den Händen und befriedigt sich nach eigenem Ermessen. Der Mund und das Gesicht (Bukakke) werden dabei zur Befriedigung genutzt. Siehe -> Deepthroat.

Facesitting

Facesitting, auch Queening oder Gesichtssitzen, ist eine Sexualpraktik, bei der sich Top auf das Gesicht von Bottom setzt. In der Regel handelt es sich dabei um eine FemDom, die sich auf das Gesicht ihres Subs setzt. Die Top platziert sich dabei so auf dem Gesicht des Bottoms, dass entweder die Genitalien oder der Anus auf dem Mund zu liegen kommen. Der Bottom hat nun die Aufgabe den Top sauberzulecken, auszuharren oder die Top sexuell oral zu befriedigen. Hier spielt beim Facesitting hauptsächlich Anilingus und Cunnilingus eine wichtige Rolle.

Für den/die Top ist Facesitting meist eine sehr angenehme Sexualpraktik. Je nachdem wie der Top auf dem Gesicht des Bottom sitzt, können weitere Praktiken durchgeführt werden. Beim „Reverse“ Facesitting, also dem Sitzen auf dem Gesicht des Bottoms in Richtung dessen Füße, kann der/die Top fast den gesamten Körper des Bottoms erreichen und ggf. malträtieren. Beim „Full Weight“ Facesitting setzt sich der/die Top mit seinem vollen Körpergewicht auf das Gesicht des Bottoms. Weitere Positionen oder Spielarten sind das Drowning (Facesitting unter Wasser) und Bound (Facesitting kombiniert mit Bondage). Auch das Facesitting mit Nylons, Latex oder Jeans (siehe -> Jeansfetisch) sind sehr beliebt.

Top setzt das Facesitting aus verschiedenen Gründen ein, sei es als Mittel der Domination oder der Objektifizierung. Bottoms erleben beim Facesitting hauptsächlich ein Gefühl der Hilflosigkeit. Für manchen devoten Part steht der unmittelbare Kontakt mit den Genitalien im Vordergrund, für andere das Gefühl der Atemreduktion und Kontrolle und für weitere die Hilflosigkeit, die Erniedrigung und das Ausgeliefert sein. Um es dem/der Top beim Facesitting bequemer zu machen, kommen manchmal spezielle Kissen oder Smotherboxes zum Einsatz.

Falaka

siehe -> Bastonade.

Feeding

es beschreibt die Handlung des Fütterns seines Partners oder Bottoms. Dabei unterscheidet man zunächst in zwei Arten des Feedings:

  • Feeden um seinen Partner abhängig zu machen: Bei dieser Praktik versucht der dominierende Teil den devoten Teil zu füttern, um diesen möglichst fett zu machen. Am liebsten ist es dem Top, dass der Bottom sich gar nicht mehr richtig bewegen kann und völlig auf die Hilfe des Tops angewiesen ist. Hierbei sind die Grenzen zu Liebe und damit verbundenen Verlustängsten fliessend. Hier wird auch nur bedingt die Grenze zum BDSM überschritten. Somit hat Feeding nicht immer etwas mit BDSM zu tun. Das Füttern ist nicht so zu verstehen, dass der Top dem Bottom Bissen auf Bissen in den Mund schiebt. Meist sorgt der Top einfach dafür, dass permanent etwas besonders Leckeres auf dem Tisch steht und sein Opfer immer etwas Essbares in der Hand hat.
     
  • Zwangsfütterung (forced feeding): Bei der Zwangsfütterung wird der Bottom zwangsgefüttert, mit was auch immer der Top seinen Bottom füttern möchte. Das kann entweder mit normalen Methoden stattfinden, aber auch durch Zwangsfütterung des gefesselten Subs mit Trichter oder Schlauch. Meistens handelt es sich um Nahrungsmittel und Getränke.

Der fütternde Top wird als Feeder bezeichnet, der gefütterte Bottom als Feedee. Zu starkes Feeding kann zu gesundheitlichen Schäden führen, weil es zu extremem Übergewicht führen kann.

Fellatio

benennt den Oralverkehr beim Mann. Umgangssprachlich wird die Fellatio auch als „Blasen“ bezeichnet. Mit „Blasen“ hat das aber in der Praxis eher weniger zu tun. Vielmehr wird bei der Fellatio das männliche Glied mit Mund und Zunge stimuliert. Die ausführende Person umschließt dabei das Geschlechtsteil ihres Partners mit den Lippen und stimuliert den Penis durch Vor- und Zurückbewegen des Kopfes. Diese Praktik erfordert einige Übung, denn Zähne dürfen hierbei natürlich nicht eingesetzt werden und das tiefere Eindringen des Penis in den Rachen führt schnell zu Würgereiz. Fellatio wird auch als „französisch“ oder OV (Oralverkehr) bezeichnet und manche Frauen mögen es nur eingeschränkt.

Female Submissive

so bezeichnet man die sexuelle, weibliche Unterwerfung gegenüber dem Spielpartner oder der Spielpartnerin. Verwendet wird hier auch: FemSub, slavegirl, Sklavin oder ähnliche Begriffe.

Female Superiority und Supremacy

Anhängerinnen und Anhänger von Female Superiority (Weibliche Überlegenheit) und Female Supremacy (Weibliche Vorherrschaft) sehen die Weibliche Dominanz als ein politisches Weltbild. Sie glauben, dass Frauen biologisch, genetisch, psychologisch und sozial den Männern überlegen sind. Sie argumentieren weiter, dass Frauen in der Evolutionsgeschichte vor den Männern existierten. Ihre Fähigkeit, Kinder zu gebären, gab ihnen zudem, erklären sie weiter, eine Vormachtstellung und das Gesellschaftsmodell war zu Anfang ein Matriarchat. Darüber hinaus führen sie einige Indizien an, so zum Beispiel, dass in allen Regionen der Welt Frauen länger leben als Männer. Gegner dieser Ideologie bestreiten diese Thesen und führen Gegenargumente an, welche beweisen sollen, dass diese Vorstellungen unsinnig seien. Female Superiority und Female Supremacy sind eine über die Individualität führende Weibliche Dominanz. Femdom Supremacy basiert auf dieser Ideologie. (Siehe -> Femdom-Supremacy)

Femdom

Femdom wird für zwei Bedeutungen verwendet:

  • Female dominantion wird die Praxis genannt, in der der weibliche Part die Führung inne hat.
     
  • Femdom ist die Bezeichnung für den weiblich-dominanten Part innerhalb eines BDSM-Kontexts und wenn die Person gemeint ist, trifft man immer häufiger die Bezeichnung „FemDom“ an (mit dem grossen D in der Mitte für Dom), um die Praxis „Femdom“ und die ausführende Person „FemDom“ sichtbar zu unterscheiden.

Eine FemDom unterwirft ihren Partner oder ihre Partnerin und macht ihn oder sie zum Sklaven oder zur Sklavin oder einfach zu ihrem jederzeit verfügbaren Lustobjekt. Ob die FemDom ihre Rolle als dominanter Part nur innerhalb eines zeitlich abgegrenzten Rahmens einnimmt, oder ob sie diese Position generell bei jedem Kontakt mit dem Partner innehat, ist eine Frage der Absprache und der persönlichen Vorlieben. Viele FemDoms definieren ihre Überlegenheit und Dominanz nicht nur als gelegentliche Spielart, sondern als eine Lebenseinstellung. Von reinen Spielbeziehungen, die meist nur einen Abend oder ein paar Stunden dauern, bis hin zu 24/7 Beziehungen ist hier alles möglich.

In der Regel tritt die FemDom mit Fetisch-Kleidung wie Lack, Leder, Latex, HighHeels oder Stiefeln auf. Klassische Handlungen der FemDom sind beispielsweise Spanking, Bondage, CBT oder Natursekt-Spiele. Dies sind natürlich nur allgemeine Archetypen, letztendlich definiert der Begriff der FemDom lediglich, dass es sich um eine weibliche, dominant agierende Person handelt.  Allerdings hat sich der Begriff in letzter Zeit immer mehr zu einem „way of life“ entwickelt. Die Aussage, eine Femdom zu sein, bedeutet also unter Umständen mehr als nur während einer kurzen Session die Peitsche kreisen zu lassen. Oft ist eine FemDom auch in einer FLR (female led relationship), und da bedeutet es, dass die Dame des Hauses nicht nur dominant ist, sondern auch Erziehungsmassnahmen im BDSM Bereich praktiziert.

Femdom Supremacy

der Femdom Stil, Supremacy, ist streng und kompromisslos. Oft profilieren sich Dominas im Web mit dieser Form von Macht, Überlegenheit und Kompromisslosigkeit. Pflegt eine FemDom diese Art, ist absolute Härte und Unnachgiebigkeit Programm. Im Stile des Femdom Supermacy sind Aussagen wie: „Es wird nur gemacht, was ich will. Seine Wünsche interessieren mich nicht. Mein Sklave, mein Programm, mein Wünsche, meine Lust, mein Spiel – er hat sich zu fügen, Punkt!“ Eine FemDom, bei der ihre weibliche Dominanz auf dem Weltbild der Vorherrschaft und Überlegenheit basiert, verhält sich automatisch entsprechend. Sie verlangt und er hat zu tun – und das ist alles. Seine Bedürfnisse sind zweitrangig, es dreht sich alles um sie. Zuweilen ist sie ausgesprochen egozentrisch. Ihre Bedürfnisse müssen befriedigt sein, der Rest ist Nebensache. Bei Femdom Supremacy ist er Sklave, welcher spärliche Rechte und grosszügig Pflichten hat. Diese unnachgiebige Härte mag Liebhaber der fürsorglichen Dominanz (siehe -> Caring Domination) erschrecken, jedoch sind zahlreiche devote Anwärter da, welche genau dieses kompromisslose, harte und besonders egozentrische Verhalten einer FemDom Supremacy kickt. Vielleicht lebt eine FemDom diesen Stil fokussiert in Spielbeziehungen aus. Genauso gut kann Femdom Supremacy aber auch in einer festen Partnerschaft funktionieren, so lange der Sklave diese Art schätzt und liebt.

Feminisierung

der Vorgang der schrittweisen Verweiblichung einer männlichen Person, wird als Feminisierung oder auch Sissy Play, Feminisation bezeichnet. Die Feminisierung kann sich sowohl um physische Attribute, wie zum Beispiel Körperbehaarung, Stimme oder Wachstum einer weiblichen Brust drehen, als auch um das Annehmen und Einüben von als typisch weiblich empfundenen Verhaltensweisen. Abgesehen von hormonellen Fehlfunktionen oder Kastration, die Grund für eine Feminisierung sein können (und dann unter dem klinischen Begriff der „Effemination“ zusammengefasst werden), wird die Feminisierung als erotische Spielart in der BDSM Szene verstanden. Der Wunsch nach Feminisierung betrifft in der Regel devot veranlagte Männer mit einer bestehenden Vorliebe für weibliche Kleidungsstücke, hauptsächlich Dessous. Natürlich spielen auch Fetische bei der Feminisierung eine zentrale Rolle, wie zum Beispiel Korsetts, Latex- oder Lederkleidung, High Heels, Nylons und andere. Häufig wird bei der Feminisierung kein natürliches Frauenbild angestrebt, sondern ein Extrem, das viele Gender-Klischees umfasst: Starkes Make-Up, lange Haare (oft als Perücke getragen), lange (Fake-)Wimpern, Highheels, Overknees, kurze Miniröcke und aufreizende Kleidung.

Gerade die Diskrepanz zwischen dem eigenen unperfekten, weiblichen ICH und dem anbetungswürdigen, echten Frauenkörper, wird dabei für viele Feminisierungs-Fans als besonders reizvoll erlebt. Vielleicht erklärt es sich daher, dass die Feminisierung manchmal mit einer – für den Mann – herabwürdigenden Rolle einhergeht. Selten wird der devote Mann bei einer Feminisierung zu einer Lady transformiert. Deutlich häufiger findet eine Degradierung zum Dienstmädchen oder sogar zur Hure, beziehungsweise zum benutzbaren (Sex-)Objekt statt. Dabei beschränkt sich die Benutzung nicht nur auf die dominante Herrin; sie kann ihren feminisierten Sub auch anderen zur Benutzung überlassen. Nicht selten werden mit diesen Rollen innerhalb der Feminisierung die bisexuellen oder homosexuellen Fantasien des Betroffenen umgesetzt, wobei die männlichen Genitalien herabwürdigend verniedlicht oder mit den weiblichen Begriffen bezeichnet werden. Beliebte Nebenschauplätze der Feminisierung sind die Erziehung des männlichen Subs zur Zofe, die in entsprechender Kleidung einer strikten Hierarchie im Haushalt unterworfen ist und alle dort anfallenden Arbeiten für die Herrschaft erledigt – inklusive sexueller Gefälligkeiten. Oder die Keuschhaltung, bei der die männlichen Gentialien in einem Keuschheitsgürtel weggesperrt werden. Manchmal werden typische männliche Erregungsanzeichen, wie das Hartwerden des Glieds, während der Feminisierung bestraft oder durch einen entsprechenden Peniskäfig unmöglich gemacht.

Ferndominanz

siehe -> E-Mail-Erziehung und Cybersex.

Fesselbett

in fast jeder SM-Location steht das sogenannte Fesselbett. Es zeichnet sich dadurch aus, dass rund um die Liegefläche Haken und Ösen zur Fixierung des/der Sub angebracht sind. Fesselbetten sind oft ein Eigenbau nach individuellen Bedürfnissen, werden aber auch verziert und aufwendig von SM-Möbelbauern auf speziellen Wunsch angefertigt. Oft sind Fesselbetten aus Platzgründen auch mit Käfigen und oder Bondagerahmen gekoppelt. Im privaten Bereich werde oft auch „Multifunktionsbetten“ verwendet, bei denen dem Besucher die SM-Funktionen auf den ersten Blick verborgen bleiben.

Fesselsack

der Fesselsack besteht aus Stoff, Leinen, Leder oder auch Gummi. Es handelt sich um einen grossen Beutel, in dem der/die Sub gefangen gehalten werden kann. Der Sack ist oben verschliessbar und verfügt über eine Schlaufe zur Aufhängung. Fesselsäcke werde zur Aufbewahrung oder Langzeitfesselung verwendet. Da der/die „Gefangene“ sich innerhalb des Beutels ein wenig bewegen kann, eignet sich der Beutel auch für eine längere Anwendung, da es im Gegensatz zu normalen Fesselungen nicht zu Abschnürungen von Körperteilen kommen kann. Auch die gleichzeitig vorhandene Blindheit des Gefangenen kann dabei als reizvoll empfunden werden. Natürlich ist Erstickungsgefahr gegeben, wenn der Sack nicht über geeignete Luftlöcher verfügt.

Fesselspiele / Fesselung

siehe -> Bondage.

Fetisch

der Begriff Fetisch kommt aus dem Portugiesischen, vom Wort „feitico“, was Zauber oder Zaubermittel bedeutet. Er beschreibt ursprünglich einen Gegenstand, dem man magische Kräfte zuschreibt. Im erotischen Kontext wurde daraus etwas, das einen in sexuelle Erregung versetzt. Das können Gegenstände oder Materialien sein, die geeignet sind Empfindungen zu erzeugen, Gefühle zu verstärken oder Gedanken und Erinnerungen wachzurufen. Auch sexuelle Eindrücke oder deren Verstärkung gehören zu den möglichen Auswirkungen. Die Reize selber sind vielfältig; sie reichen von Gerüchen, über Schwitzen in der Kleidung, bis hin zur Einengung über glänzende Kleidungstücke aus Lack, Leder oder Latex/Gummi.

Aber es kann auch viel einfacher sein. Das Höschen einer Geliebten als Erinnerung an erotische Stunden zu zweit, der Schuh oder ähnliches kann ein Kribbeln über die Haut schicken. Was wann oder wie etwas diesen Stellenwert bekommt, kann man nicht voraussagen. Der Fetisch kann auch gegenstandslos sein, eine bestimmte Vorliebe, eine Praktik oder ein Spiel. Allen Fetischen ist gemein, dass sie eine Stimulation individuell bei der betroffenen Person auslösen. Im Extremfall kann soweit gehen, dass eine Stimulation ohne die Befriedigung durch den eigenen Fetisch gar unmöglich wird.

Fetischismus

Fetischismus ist der Definition nach die (nicht unbedingt sexuelle) Fixierung auf einen physischen Gegenstand oder ein bestimmtes Material (z.B. eine bestimmte Kleidungsart (Gummi oder Latex), Füsse, Korsett usw. aber auch z.B. das Hemd des Freundes oder das Tuch der Freundin). Die Reize, die von einem Objekt ausgehen, können vielfältiger Natur sein (Fühlen, Riechen oder der bloße Anblick genügen). Die erotisierende Fixierung auf etwas wird als Fetisch bezeichnet. Arten und Ausprägungen sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Auch die Wirkung auf den Fetischisten sind unterschiedlich.

So erzeugt z.B. der Anblick von Lederstiefeln bei dem einen Mann eine erotische Erregung, bei einem anderen ist der Anblick dagegen die unbedingte Voraussetzung für die Stimulation.  Die Wissenschaft konnte bisher die Entstehung eines Fetisches nicht abschliessend erklären, es gilt aber als sehr wahrscheinlich, dass Erlebnisse in der frühkindlichen Phase die Auslöser sein können. Es gibt Fetischisten, die sich ihre eigene Neigung aufgrund von Erinnerungen klar erklären können, andere wissen dagegen nicht, wie es zu ihrem Fetisch gekommen ist.

Fetishmodel/Fetischfotomodell

mit zunehmender Verbreitung der digitalen Fotografie und die damit verbundene Verbreitung von Fotos über das Internet haben sich viele junge Amateurmodelle auf den Fetischbereich spezialisiert. Im Gegensatz zu „echten“ Models der Laufstegbranche, zeichnen sich die Fetischmodels weniger durch den perfekten Körper oder den perfekten Gang aus, sondern bedienen vielmehr den Fetischmarkt mit Latex und Ledermode. Oft betreiben Fetischmodels auch Memberseiten im Netz zum Verkauf ihrer Fotos und Filmen. Für Künstler und semiprofessionelle Fotografen sind Fetischmodels für Foto- und Videoaufnahmen heutzutage leicht über das Internet buchbar. Fast jede Art von Fetischmodel ist im Netz zu finden, fast zu jedem Thema gibt es Webseiten und das Posten von Latexmodellen in den sozialen Medien ist für viele ein Hobby geworden.

Feudalmodell

in einer feudalen Gesellschaft gibt es den herrschenden und beherrschten Bevölkerungsteil. Die herrschend Klasse hat allerdings nicht nur die Gewalt über ihre Untergebenen, sondern trägt auch die Verantwortung für deren Wohlergehen und ist sich dessen auch bewusst. Diese Verantwortung für den beherrschten Part wird im BDSM immer wieder betont und ist einer der Grundpfeiler, ohne den BDSM kaum denkbar ist. Anhand des Feudalmodells kann der Aussenstehende BDSM begreifen und verstehen lernen.

Fickmaschine

die Fickmaschine ist ein elektrisch betriebener, sich vor und zurück bewegender Dildo, der es ermöglicht den/die Sub über einen beliebigen Zeitraum zu ficken. Dies geschieht anal oder vaginal, je nach Belieben. Fickmaschinen gibt es in vielen Varianten. Von „Marke Eigenbau“ bis hin zu technisch und optisch ausgereiften Modellen ist alles zu haben. Moderne Geräte verfügen über eine stufenlos regelbare Geschwindigkeit und gleichzeitige Vibrationen. Der Dildo ist auswechselbar und wird je nach benötigter Grösse aufgeschraubt. Schon in den 90er Jahren waren Fickmaschinen im Handel erhältlich. Heute gibt es viele Anbieter die verschiedenste Formen herstellen. Oft sind die Fickmaschinen auch Module komplexer BDSM-Möbel und variabel einsetzbar.

Figging

ein sehr bekanntes Tunnelspiel neben Brennnesseln. Hierbei wird ein Stück Ingwerwurzel entweder zum Plug geschnitzt oder als Zäpfchen verabreicht und rektal eingeführt. Die ätherischen Öle des Ingwer führen zu einem, fast sofortigen und anhaltenden, Wärme- und Schmerzreiz („Brennen“) an dieser Stelle. Figging ist zwar schmerzhaft, aber im Gegensatz zu mechanisch verursachten Reizen (z. B. durch Fisting) ohne Verletzungsgefahr, denn die Hitze und das Brennen sind nur gefühlt und von kurzer Dauer. Figging kann als demütigende Form der Körperstrafe empfunden werden; als solche ist die Praktik für BDSM-Spiele reizvoll, u. a. auch zur Intensivierung der Schmerzen bei einer gleichzeitigen Züchtigung des Gesässes. Zum anderen hat Figging den Nebeneffekt, die Durchblutung der Geschlechtsorgane zu erhöhen, so dass die sexuelle Lust gesteigert und Orgasmen verstärkt werden können.

Die Wirkung des Ingwers baut sich innerhalb von etwa zwei bis fünf Minuten zu ihrem Höhepunkt auf und hält dann, auch nachdem der Ingwer wieder entfernt wurde, zwischen etwa 20 und 30 Minuten, im Extremfall einige Stunden an. Neben der Einführung in den Anus können frisch geschälte Ingwerstücke, bzw. aus diesen gepresster Saft, je nach Vorliebe auch zur Reizung der Vagina (bzw. der Schamlippen und der Klitoris) oder der Eichel des Penis verwendet werden. Die Stärke und die Art der Wirkung von Ingwersaft hängt von der Höhe der verabreichten Dosis ab und kann zudem durch die Dauer der Anwendung gesteigert oder variiert werden. In kleiner Dosis und einmal aufgetragen, wirkt Ingwersaft in den meisten Fällen orgasmusfördernd. Bei höheren Dosen oder längerer Einwirkdauer wird die Lust zwar gesteigert, der Orgasmus jedoch für eine Weile unterbunden. Es empfiehlt sich, die Hände, die in Berührung mit dem geschälten Ingwer gekommen sind, gründlich mit Seife zu waschen und den Kontakt mit den Augen zu vermeiden.

Finalgon

ist eine medizinische Salbe zur äusseren Anwendung bei Muskelverspannungen. Rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Finalgon hat eine extrem wärmende Wirkung und fördert damit die Durchblutung und den Stoffwechsel bis tief in die Muskulatur. Im BDSM wird diese Salbe oft zweckentfremdet und im Genitalbereich verstrichen. Die Wirkung ist dabei heiss bis sehr schmerzhaft und einmal eingesalbt ist ein Abbruch nicht mehr möglich. Daher zählt die Anwendung von Finalgon zu den Tunnelspielen. Auch das schnelle Abwaschen verschafft kaum Linderung, da Finalgon schnell in die Haut einzieht.

Von einer unbedarften Verwendung kann nur abgeraten werden. Wer Finalgon im BDSM einsetzen möchte, sollte dies vorher an einer kleinen Stelle z.B. am Bein oder Arm im Selbstversuch testen, damit er die Wirkung kennenlernt und einschätzen kann. Ebenso sollte es man bei Sub vorher an einer kleinen Hautstelle testen, da es durchaus auch zu allergischen Reaktionen bei Finalgon kommen kann.

Fisting

das Fisting (Fausten)  ist das Einführen der ganzen Hand (Faust) in die Scheide (Vaginal-Fisting) oder After (Anal-Fisting) des/der Sub. Hierbei ist es besonders wichtig sehr viel Gleitmittel zu verwenden und sich sehr viel Zeit zu lassen. Ein Vorgang, der viel Gefühl und Übung erfordert, um die betroffene Muskulatur genügend zu lockern.

Statt der geballten Faust verwenden Fortgeschrittene auch oft den Fuss (footing). Der Schließmuskel kann mit viel Übung sehr geweitet werden. Der Muskel wird bei regelmäßiger „Dehnung“ immer mehr geweitet und das Eindringen wird von Session zu Session leichter. Eine bleibende Muskelerschlaffung (und spätere Inkontinenz) ist dabei eine unangenehme Nebenerscheinung, welche auftreten kann.

Flag

englische Abkürzung für Schlagspiele (Flagellation). Ein Flagellant ist ein Sadomasochist, der eine besondere Neigung zu Schlagspielen verspürt. Flag kann mit der Hand (spanking) oder mit Schlaginstrumenten wie Stöcke (caning), Paddle oder Peitsche (whipping) ausgeführt werden.

Flagellant/in

abgeleitet vom lateinischen „flagellum“ (=Peitsche oder Geissel). Stammt aus dem Mittelalter und bezeichnete Menschen, die durch Selbstgeisselung oder Selbstpeitschung ihre Sünden büßen wollten. Ebenso war die öffentliche Geisselung (auch Stäupen genannt) aber auch eine Leibesstrafe z.B. für Ehebrecherinnen und Prostituierte. Im BDSM werden damit die Masochisten bezeichnet, die sich die Auspeitschung, Geisselung (Schläge mit dem Flogger), Spanking oder Schläge mit dem Rohrstock (caning) wünschen, weil es ihnen Befriedigung bringt. Der Flagellant bevorzugt die strenge, „englische Erziehung“ wobei für ihn Ausführung, Art und Intensität der Schläge zentrale Elemente sind. Die sogenannte „Flagellation“ wird hier als Strafe inszeniert und erlebt.

Flaschenzug

in vielen SM-Clubs sind Flaschenzüge fest an der Decke montiert. Dieser ist entweder mechanisch oder elektrisch betrieben und erleichtert alle Spiele mit „Aufhängungen“. Bondagespiele mit gefesselten Personen werden durch das Spiel am Flaschenzug erweitert und zur Fixierung und oder Zurschaustellung und Präsentation des/der Sub benutzt. Durch das sogenannte Aufhängen erfährt der passive Part die gewünschte Hilflosigkeit und erfährt das Ausgeliefertsein perfekt inszeniert. Auch das fesseln mit dem Kopf nach unten bietet beiden Spielern neue Dimensionen. Es ist jedoch stets darauf zu achten, dass Blutstau oder Abschnürungen Gefahren für den Gefesselten darstellen. Durch die Technik des mechanischen Flaschenzuges ist es auch für eine FemDom keine große Anstrengung auch einen „schweren“ Sub hochzuziehen.

Fliegen

siehe -> Headspace

Flipping

wechselt ein passiver Spieler in die aktive Rolle oder umgekehrt wird dieser Wechsel auch als Flipping bezeichnet (Siehe -> Switcher-Switcherin).

Flogger

ist eine übliche Bezeichnung für eine Riemenpeitsche oder Geissel. Ein Flogger ist ein fester, kurzer Handgriffg an dessen oberem Ende ein Strauss von einzelnen, oft dünnen Riemen befestigt ist. Es gibt Flogger aus verschiedensten Materialien, wie zum Beispiel Seilen, Leder, Ketten oder Latex. Je nach Ausführung ist das Schlaginstrument hart oder sanft einsetzbar. Als Flogging/Geisselung wird hier der Vorgang der Bestrafung, also das Auspeitschen bezeichnet.

FLR

anerkannte Abkürzung für „female led relationship“, also eine durch die Frau geführte Beziehung. Hiermit ist ein Beziehungsmodell gemeint, in dem die klassische Machtverteilung von Mann und Frau umgekehrt ist. Früher nannte man dies umgangssprachlich: „Sie hat die Hosen an“.

Folienbondage

besondere Form der Fesselspiele: Die Fesselung erfolgt durch das Einwickeln mit Frischhaltefolie oder Klarsichtfolie. Die Einwickelung erfolgt im Stehen von Kopf bis Fuss bei angelegten Gliedmassen. Der/die Gefesselte ist danach durch die Folie oder Löcher darin berührungsempfindlich und entwickelt eine wohltuende Wärme innerhalb seines Kokons aus PVC. Bei strenger Wickelung ist es fast unmöglich, sich aus dieser Hülle selbst zu befreien. Der Zustand wird als extrem beengend empfunden und eine Schere aus dem Verbandskasten sollte für den Notfall bereit liegen.

Das Einwickeln des Kopfes birgt Erstickungsgefahr und auf eine ausreichende Luftzufuhr sollte unbedingt geachtet werden. Das Fesseln mit der Folie erfolgt in mehreren, sich überlappenden Schichten. Das Reissen der Folie stellt kein Problem dar. Die Folie haftet auf der Fläche sehr gut und ein neues Ansetzen der nächsten Bahn ist ganz einfach. Je straffer und faltenfreier die Bahnen aufgetragen werden, je beengender und strammer wird die Fesselung.

Food Play

hiermit werden alle Spiele bezeichnet, die in irgendeiner Form mit Essen (engl. Food) zu tun haben. Bekannt sind bestimmte Fetische wie Crushing, wobei die FemDom Früchte mit ihren Stiefeln zerquetscht. Der Sub, fast immer männlich in dieser Spielform, wird durch Geräusche und vor allem den Anblick sexuell stimuliert. Auch das menschliche Buffet, bei dem ein/e nackte Sub auf einem Tisch mit „Häppchen“ garniert wird, ist auf BDSM-Partys eine beliebte Dekoration und ein besonderes Erlebnis für die Gäste. Natürlich sind Spiele mit Essen moralisch immer umstritten, aber hier doch eher harmlos. Den Ausspruch: „Mit Essen spielt man nicht!“ sollte man hier nicht zu eng auslegen.

Footjob

als Footjob (Fussarbeit) wird das Stimulieren des männlichen Gliedes mit den Füssen bezeichnet. Geübte Frauen in dieser Praktik schaffen es leicht, die Erregung bis zum Höhepunkt des Mannes zu steigern. Der Penis wird dabei meist zwischen die Füsse geklemmt und durch Auf- und Abbewegungen erregt. Der Footjob ist vor allem bei Fussfetischisten verbreitet und beliebt, auch ausserhalb der BDSM-Szene. Die Füsse können dabei barfuss, bestrumpft oder auch beschuht sein, je nach Vorliebe des Mannes.

Forniphilie

ist die Entmenschlichung zum Lebendmöbel. Der/die Sub wird im Rollenspiel entmenschlicht und auf eine „Sache“ reduziert. Eine Sache, die willenlos und wehrlos ausgeliefert ist und nach Belieben benutzt werden kann. Diese Menschen sehnen sich nach der absoluten Passivität einer Sache, eines Möbelstücks das im Rahmen eines Rollenspieles benutzt wird. Lebendige Möbel oder menschliche Möbel dienen als Zierde und Objekt, die Persönlichkeit spielt keine Rolle mehr und eine Kommunikation im engeren Sinne bleibt aus. Der menschliche Tisch, der Stuhl oder Kleiderständer wird auf seine Funktion als Möbel reduziert und muss unter Wahrung der absoluten Disziplin seinen „Zweck“ erfüllen, auch über einen längeren Zeitraum. Totale körperliche Erschöpfung ist dabei häufig die Folge. Der passive Part beweist hier seine Nützlichkeit, aber akzeptiert auch die Degradierung seiner Persönlichkeit auf eine bloße Sache des täglichen Gebrauchs. Ein lebendiges Möbelstück kann auch als Schmuck und Beiwerk ein SM-Event verschönern.

Häufige Formen:

  • Aschenbecher: Es gibt zwei Varianten für die Umsetzung: Entweder fängt der Bottom mit einer oder zwei geöffneten Händen die Asche auf oder diese wird in seinen offenen Mund abgeklopft. Bei der letzten Form müssen einige Sicherheitsmaßnahmen beachtet werden.
  • Buffet: Wie beschrieben, liegt der Bottom meist nackt auf einem Tisch und wird mit Essen bedeckt, das der Top oder die Tops dann abnehmen. Die Form gilt als in Japan verbreitet und kann dort Teil eines Geschäftsessens sein. Es gibt strenge Verhaltensregeln, z. B. die Reinigung betreffend.
  • Fussbank und Hocker: Der Bottom kniet auf allen Vieren oder ist zu einer Kugel zusammengeschnürt, während der Top seine Füsse auf ihn legt. Das Spiel enthält damit Elemente des Fussfetischismus.
  • Kerzenhalter: Diese Formen verwenden Elemente der Wachsspiele: Der Bottom muss in seinen Händen oder seinem Mund Kerzen halten, oder sie werden ihm in Körperöffnungen gesteckt.
  • Sitzgelegenheit: Diese Formen erfolgen meist als Sitzbank bei einem Top mit leichtem Körpergewicht und einem Bottom, der auf allen Vieren steht. Die Verwendung des Bottoms als Stuhl mit Rückenlehne erfordert einiges an Aufwand. Ein bekanntes Beispiel für einen weiblichen Bottom, der zu einem Bürostuhl umgewandelt wurde, findet sich bei den Arbeiten des Bondage-Künstlers Gord. Die verwandten Praktiken Facesitting bzw. Queening und Smothering werden meist nicht zur Forniphilie gezählt.
  • Statue: Der Bottom wird nicht direkt als Möbelstück verwendet, sondern als Zierelement benutzt oder allgemeiner zur Schau gestellt (siehe dazu Puppe).
  • Tisch: Der Bottom kniet auf allen Vieren, wobei sein Rücken die Tischplatte darstellt. Teilweise wird ein Brett oder Ähnliches als echte Tischplatte benutzt, um das Abstellen von Geschirr zu vereinfachen.
  • Toilette: die Kombination von Forniphilie mit Natursekt oder Scat. Der Bottom kann dabei in eine Konstruktion eingeschlossen oder so gefesselt werden, dass es ihm unmöglich ist, den Mund zu schließen, zum Beispiel unter einem Toilettenstuhl.

French Maid

Dienstmädchen-Spiele sind eine häufige Spielart. Sowohl im Gender Play oder bei der Feminisierung, so wie in jeglicher D/s-Konstellation wird diese Spielvariante praktiziert. Die „French Maid“ bezeichnet dabei das Dienstmädchen im Stil des 19. Jahrhunderts in vorgeschriebener Uniform, die in Herrenhäusern als Putz- und Dienstmädchen angestellt war.

Die French Maid wurde vom Hausherrn oder der Hausherrin befehligt und hatte eine sehr devote, untergebene Rolle. Sie trug ein schwarzes, kurzes Kleid mit weisser Schürze und schwarzen Strümpfen, sowie ein weisses Häubchen. French Maid Kostüme, auch in Männergrößen sind heute im Handel erhältlich und werden oft in Rollenspielen eingesetzt.

Furries

sind Liebhabern von Pelz und Fell, denen es um das Material geht und nicht um das Einnehmen der Rolle eines Tiers. Diese fühlen sich sexuell erregt durch die Berührung und das Spüren des Fells auf ihrer Haut oder beim Partner.

Fuss-Erotik

unter den Oberbegriff Fuss-Erotik fallen alle Praktiken die im sexuellen Kontext mit Füssen zu tun haben. Im BDSM werden die Füsse des/der Dom/me verehrt, geleckt, gelutscht, geküsst. Auch die Schuh- und Stiefelerotik ist verwandt. Hauptsächlich Männer entwickeln eine Vorliebe für den weiblichen Fuss und der Fusskuss ist in vielen Rollenspielen enthalten. Der Sub findet seine Position zu Füssen seiner Herrin und massiert, leckt, küsst, je nach Anforderung und Befehl der FemDom.

Fussfetischismus

wie der Name „Fussfetischmus“ (Fachausdruck: Podophilie) schon nahe legt, geht es hier um die Liebe zu Füssen, deren Behandlung oder um Fussbekleidung. Was genau der Fussfetisch für den einzelnen ausmacht, ist breit gefächert. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Grob lässt sich der Fussfetisch aber in drei grosse Bereiche unterteilen.

  • Fussbehandlung: Bei der Fussbehandlung geht es um die Praktiken, mit denen Füsse behandelt werden oder wie der Fussliebhaber von Füssen behandelt wird. Der devote Fussfetischist wird vom dominanten Part dazu beauftragt dessen Füsse sauber zu lecken und an den Zehen zu lutschen. Der Fussfetischist dient als Ablage für die Füsse oder wird mit den Füssen bestiegen (das sogenannte Trampling). Alle diese Praktiken können hier sowohl mit nackten, als auch mit bekleideten Füssen stattfinden. Dominante Fussfetischisten behandeln Füsse durch Kitzelfolter oder genießen den Anblick von gefesselten Füssen. Hier geht der Fussfetisch Hand in Hand mit Bondage.
     
  • Fussteile: Bei dieser Speziellen Form des Fussfetisch geht es um die einzelnen Teiles des Fusses. Jeder liebt hier einen anderen, bestimmten Teil des Fusses. Am häufigsten findet man Liebhaber von Zehen oder der Fusssohlen. Auch hier gibt es weitere Unterschiede was mit den geliebten Fussteilen gemacht werden soll. Der eine liebt es an den Zehen zu lutschen, ein Anderer möchte einfach nur nackte oder speziell bekleidete Füsse ansehen oder dran riechen und wieder andere wollen durch Fussteile befriedigt werden (Footjob oder Toejob). Bei der Frage, ob die Füsse sauber oder möglichst dreckig und ungepflegt seien sollen, scheiden sich die Geister der Fußfetischisten.
     
  • Fussbekleidung: Bei dieser Unterart des Fussfetisch geht es den Podophilen rein um die Fussbekleidung. Jeder bevorzugt hier andere Materialien, Formen oder Schmuck. Die Vorlieben können von Strümpfen, Söckchen, Nylons und bestimmten Schuhen (Schuhfetisch) bis zu speziellem Fussschmuck reichen. Auch bei der Vorliebe für Fussbekleidung gibt es starke Unterschiede, wodurch genau die Erregung ausgelöst wird. Manchem reicht schon das bloße Betrachten der bekleideten Füsse, andere lieben den Geruch, das Berühren, daran lecken oder lutschen.

Fussfolter

siehe auch -> Bastonade. Meist ist das Schlagen auf die nackte Fusssohle mit Rohrstock (Bastonade) o.ä. gemeint. Es gibt aber auch andere Arten der Folter wie z.B. Fesselungen mit einem Shoe Lock oder Fesselspiele an den Zehen (Fussschellen, Zehenschellen), oder die Behandlung mit Kerzenwachs und anderen Gegenständen, welche die empfindliche Fusssohle quälen.

Fussmanschetten

Fesselinstrument um die Fussgelenke zur weiteren Fesselung/Fixierung. Meist aus Leder oder Imititat und mit eingearbeitetem D-Ring versehen. Zur Sicherheit sollte man auf Qualität achten und der D-Ring sollte verschweißt sein.

Fussschellen

ein Fesselinstrument ähnlich der Handschellen, wobei die beide Fesselspangen allerdings durch eine etwas längere Kette verbunden sind, um der gefesselten Person das Gehen in sehr kleinen Schritten zu ermöglichen. Fussschellen kennen wir hauptsächlich aus dem Strafvollzug in den USA. Dort sind Kombinationsketten mit Hand- und Fussschellen durchaus üblich. Für BDSM-Spiele sind im Fachhandel etliche Varianten erhältlich.

Füttern

siehe -> feeding.

Födophilie

ein aus der Medizin stammender Ausdruck für die besondere Vorliebe eines Menschen für körperliche Unzulänglichkeiten oder Entstellungen an anderen Personen. Durch das Betrachten oder Berühren kommt es hierbei zu eigener sexueller Erregung. Födophilie ist eine besondere Art des Fetischismus und beschreibt zum Beispiel die Vorliebe für Narben, dicke Waden, krumme Arme oder sonstige, aussergewöhnliche körperliche Merkmale.

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