BDSM Lexikon MNO

M

Machtaustausch

der Machtaustausch ist ein zentrales Element des BDSM. Hierbei wird dem aktiven, dominanten Part des Spiels die Macht über den passiven Part absichtlich und mit Zustimmung übergeben.  Der machthabende Spielpartner geniesst dabei das Dominieren und dessen Pendant das Dominiertwerden in einer Atmosphäre gegenseitigen Vertrauens. Es sind verschiedene Ausprägungen der Machtverteilung möglich und auch das Ausleben kann sehr unterschiedlich sein (siehe -> EPE und TPE). Der Machtaustausch kann temporär begrenzt sein, beispielsweise für die Dauer einer SM-Session, oder auch ohne zeitliches Limit als Lebensform vereinbart werden.

Madame

französische Anrede für die (verheiratete) Frau. Im BDSM Kontext gern verwendete Anrede für die FemDom in einer Session oder auch als Titel allgemein.

Magic Wand

Massagestab, original von Hitachi USA. Ein etwa 30 cm langer Massagestab mit Hartplastikkopf. Der Kopf kann in verschiedenen Stärken elektrisch zur Vibration gebracht werden. Der Magic Wand kann für die Ganzkörpermassage verwendet werden. Der „Magic Wand“ gilt vor allem unter Frauen als „Geheim-Tipp“. Die Handhabung ist sehr einfach und der große Kopf lässt den gesamten Beckenbereich „erzittern“. Es handelt sich hier um einen, mit Netzteil betriebenen, extrem starken Massagestab. Im Zubehör findet man zudem Silikonaufsätze in Phallus-Form zur erweiterten Anwendung.

Technische Daten des Originals, welches allerding nur noch schwer zu bekommen ist:

  • Gesamtlänge: ca. 28 cm, Kopf-Durchmesser: ca. 7 cm
  • Leistung: ca 30 W, Spannung: 110V Wechselspannung
  • zwei Geschwindigkeitsstufen ca. 6000 und ca. 4000u/min

Es gibt aber inzwischen auch eine europäische Version mit 220 V. Ausserdem gibt es zahlreiche Nachbauten von anderen Anbietern in unterschiedlicher Qualität.

Mailerziehung

siehe -> E-Mail-Erziehung.

MaleDom/Male Domination

als MaleDom wird der männliche, dominante Part im BDSM bezeichnet. Verwendet werden auch: Dominus, Dom, Herr, Master, Sir, Top, Meister, Bestimmer, Herrscher, Aufseher, Owner. Je nach Rollenspiel werden die Bezeichnungen auch gemischt verwendet.

Marquis de Sade

Donatien Alphonse Francois, Marquis de Sade (1740 bis 1814). De Sade war ein französischer Philosoph und gilt als Namensgeber des Sadismus. Seine Schilderungen entsprechen aber eher dem Realsadismus als dem erotischen Sadismus und haben daher mit BDSM weniger zu tun als allgemein angenommen. Bekannte Werke von Marquis de Sade sind zum Beispiel „Die 120 Tage von Sodom“ oder „Juliette und Justine“.

Maschinen-Sex

unter dem Oberbegriff „Maschinen-Sex“ fallen Sexpraktiken, bei denen mechanische Hilfsmittel eingesetzt werden, um eine sexuelle Stimulation zu erreichen. Sexmaschinen gibt es in vielen Formen. Bekannt ist vor allem die Fickmaschine, die mit einem vor- und zurückschiebenden Dildo den Geschlechtsakt simuliert. Sex-Maschinen ersetzen den Partner, z.b. auch bei Impotenz, werden aber im BDSM zur Reizüberflutung, Überstimulation oder für Strafaktionen verwendet. Zu den Sex-Maschinen gehören z. B. auch Vakuumpumpen oder Streckmaschinen.

Maskenspiele

ein Oberbegriff für alle Spiele mit Gesichts- und Kopfmasken für den passiven Part. Masken sind ein fester Bestandteil des Rollenspiels und kommen in unendlichen Varianten aus Leder, Latex, Spandex, PVC, oder sonstigen Materialien vor. Die Ziele der Maskierung sind dabei unterschiedlich: Es kann sich um eine sensorische Deprivation handeln, wie z.B. durch eine Augenbinde.

  • sensorische Deprivation: Zweck ist hier die Einschränkung der Sinnesorgane zur Sensibilisierung der übrigen Sinne. Es sind spezielle Deprivationsmasken, welche dicker und mit weniger Öffnungen versehen sind, im Handel verfügbar
     
  • Anonymisierung: dient der Unkenntlichmachung des Trägers, sei es als Bedürfnis um anonym zu bleiben, sei es als Zurückstellung der Gefühle einer Identität. Wird oft auch bei Gruppenspielen angewendet
     
  • Entmenschlichung: Verlust der Persönlichkeit durch das verborgene Gesichts oder beim Petplay, das Annehmen der Persönlichkeit eines Tieres, z. B. Hundemaske
     
  • Atemkontrolle: geht oft mit einer Deprivations- oder Gasmaske einher

Masochismus

nach dem unfreiwilligen Namensgeber, Leopold von Sacher-Masoch. Das bekanntestes Werk, „Venus im Pelz“, erschien 1870 als erotische Novelle. Erotischer Masochismus ist die Lust, manchmal auch die Sucht, am Schmerz, bzw. am Gequältwerden. Krankhafter Masochismus (Realmasochismus) wird häufig fälschlicherweise mit Sadomasochismus in Verbindung gebracht. Nach DSM IV ist jedoch klar zwischen krankhaftem Masochismus (schwerer pathologischer, klinischer Zustand) und erotischem Masochismus (nicht krankhaft) zu unterscheiden.

Bei den meisten Sadomaso-Spielen wird der Masochismus in leichter Ausprägung zur erotischen Stimulierung ausgelebt, es kommt hierbei im Regelfall nicht zu ernsthaften Verletzungen. Je nach Erfahrungsgrad des Spielers können aber auch härtere Gangarten, bis hin zur Vermischung mit Realmasochismus, entstehen. Der Sadist steht in der Verantwortung, sich innerhalb vom dem für Sub Vertretbarem zu bewegen.

Master/Meister

der männliche, dominierende Part im SM-Spiel wird oft als Master angesprochen und bezeichnet. Der Master kontrolliert den Slave, auch als  „Master and Servant“, „Herrscher und Diener“ bekannt. Der Meister ist „Eigentümer“, er beherrscht und besitzt seine/n Sub/s.

MD/Ls – MD/lg – MD/lb

siehe -> Mommydom/littlesub.

Metakonsens

auch CNC (consensual-non-consensual) genannt. Bei Metakonsens wird auf Ausstiegsmöglichkeiten innerhalb der Sessions bewusst und vereinbart verzichtet. Ob dies nur für eine gewisse Zeit, für ein gewisses Spiel, oder für eine Praktik oder permanent geschieht (CIS, siehe -> CIS) ist unterschiedlich. Vertrauen ist dabei der wichtigste Aspekt, denn Sub muss sich darauf verlassen können, dass auf seine physische und psychische Gesundheit geachtet wird. (siehe auch -> Edgeplay)

Metakonsens-Spiel

eine BDSM-Session ohne jegliche Absprache, ohne Code- oder Safeword und ohne Abbruchsmöglichkeit wird auch als Metakonsens-Spiel bezeichnet. Diese Art zu spielen birgt für den devoten Part ein gewisses Risiko, ist aber für erfahrene BDSMler das einzige reale Sadomaso-Erlebnis. Geht man davon aus, dass sich bei solchen Spielen die Partner bereits lange kennen und bereits zahllose Sessions zusammen gespielt haben, fällt der Schritt zum realen SM sicher leichter, da sich beide Partner aus Erfahrung richtig einschätzen können. Es kommt also zu einem übereinstimmenden Spiel zwischen aktiv und passiv, da Aktion und Reaktion aufgrund von Erfahrung richtig eingeordnet werden können. (siehe auch -> Edgeplay)

Mietstudio

Bezeichnung für eine voll eingerichtete BDSM Location, die Stunden- oder auch Tageweise gemietet werden kann. Für viele BDSMler, die weder zu Hause spielen können und auch nicht öffentlich in Clubs oder auf Events spielen mögen, oft die einzige Alternative ihre Neigung auszuleben.

MILF

ausgeschrieben auf English: Mom I’d Like to Fuck. Die Mama, die ich gerne ficken würde. Erstmals durch den Film American Pie bekannt gewordener und später durch das Porno-Metier noch weiter popularisierter Ausdruck für attraktive Frauen mittleren Alters zwischen 40 und 60, die aus der Sicht junger Männer attraktive Sexualpartnerinnen darstellen. Ähnlich wie in der umgekehrten Version, siehe -> Daddy/Little Girl.

Military Drill

ist ein Rollenspiel mit militärischer Ausprägung. Der Top bringt den Bottom mit Befehlston und körperlicher Ertüchtigung psychisch und physisch an seine Grenze. Military Drill wird oft im Rahmen eines Rollenspiels, ähnlich dem amerikanischen Boot Camp, durchgeführt. Üblich ist dabei auch die Verwendung von militärischer Kleidung wie Stiefel und Uniformen. Gehorsam und Disziplin werden hier mit oder ohne direktem sexuellen Bezug ausgelebt.

Mindgames

sind Psychospiele, und kommen in der BDSM-Session oft zum Einsatz. Es sind Kopfspiele, die in der Fantasie durchlebt werden und zur Stimulation beitragen, aber in der Realität nicht stattfinden. Die Rollenspieler durchleben hierbei nur die Vorstellung. Es ist bei Mindgames beabsichtigt, dass Sub glaubt, dass das was Dom gerade suggeriert real sei, was aber natürlich nicht wirklich stattfindet. Mindgames sollten immer mit Umsicht von Dom angewendet werden; besonders wenn mit Phobien und/oder Ekel von Sub gespielt wird. Es kann zu Abstürzen und Panikattacken kommen. Ebenso können Mindgames verborgene Traumata hervorbringen. Grundsätzlich sollten Dom und Sub sich für diese Spielart bereits gut kennen.

Mommydom/Littlesub

abgekürzt MD/Ls (auch Mommydom/littlegirl, MD/lg, oder Mommydom/littleboy, MD/lb) ist eine Unterart des Ageplay. Hier übernimmt die FemDom die Rolle der „Mutter“ und der devote Part die Rolle der „Tochter/Nichte/Prinzessin“ oder des „kleinen Jungen“.
Mommy verwöhnt, umsorgt und erzieht ihr littlegirl oder ihren littleboy .

Es ist ein einvernehmliches, reines Rollenspiel zwischen zwei erwachsenen Menschen und hat nichts mit Pädophilie zu tun. (siehe auch -> Caregiver/Little)

Money-Slave

siehe -> Geldsklaverei.

Mumifizierung

Mumifizierung (engl. Mummyfication) bedeutet im BDSM-Kontext, dass eine lebende Person sehr eng mit zum Beispiel Klebeband oder Fixierungsbandagen umwickelt wird, um eine Bewegungsunfähigkeit ähnlich wie bei einer Mumie zu erreichen. Andere gerne zur Mumifizierung eingesetzte Materialien sind herkömmliche Frischhaltefolie, Stoff, Mullbinden, elastische Binden, Gummistreifen, Body Bags oder Zwangsjacken. Auch Gipsverbände sind zum Zweck einer effektiven Mumifizierung denkbar.

Bei jeder Mumifizierung ist es das Ziel, einen Zustand völliger Immobilisierung herbeizuführen. Nach erfolgter Mumifizierung ist es dann entweder möglich die Person bewusst dem Reizentzug zu überlassen, der durch die Wegnahme jeder Bewegungsfähigkeit nach kurzer Zeit entsteht, oder die Mumifizierung wird als Rahmen eingesetzt, um die dann folgenden Stimulationshandlungen zu intensivieren. Natürlich ist das Gefühl der absoluten Hilflosigkeit bei der Mumifizierung deutlich höher als bei anderen Formen der Fixierung. Dies kann die Mumifizierung zu einem extremen Werkzeug mentaler Manipulation machen, was der Grund dafür sein dürfte, dass ein hohes Mass an gegenseitigem Vertrauen nötig ist, um eine solche Session gemeinsam zu geniessen.

Bei der Mumifizierung sollte auch daran gedacht werden, dass es im Notfall eine Weile dauern kann, den Passiven von seiner Fesselung zu befreien. Herzfehler, eingeschränktes Lungenvolumen, Klaustrophobie oder ein empfindlicher Kreislauf des Betroffenen (Stichwort: Überhitzung) sollte also gegen seine Mumifizierung sprechen. Sicherheitshalber sollte bei jeder Mumifizierung eine Schere (sinnvollerweise eine Verbandsschere mit abgerundeter Spitze) und Wasser mit einem Strohhalm für den Fixierten bereitstehen. Um den Sinnesentzug zu intensivieren, empfiehlt sich ausserdem, Ohropax, Wattepads für die Augen und sensorische Hilfsmittel (wie zum Beispiel Eis, Kerzenwachs oder eine Feder) zum Einsatz zu bringen. Unter keinen Umständen darf der Passive während der Mummification alleine gelassen werden. Ein vor der Mumifizierung vereinbarter Laut als Safeword ist ebenfalls ratsam, vor allem dann, wenn die Mumifizierung mit einem Klebeband über den Lippen vervollständigt wird.

Mumifizierung ist eine Praktik, die der sorgfältigen Vorbereitung bedarf und die nur mit ausreichend Zeit durchgeführt werden sollte. Für den eigentliche Prozess sollten ca. 20 Minuten einkalkuliert werden. Für die Loslösung der Mumifizierung mindestens weitere 10. Sinnvoll ist es, die passive Person vor dem Beginn der Mumifizierung noch einmal auf die Toilette zu schicken. Eine sehr aufwändige und entsprechend kostspielige, dafür aber auch bequem zu realisierende, Variante der Mumifizierung ist ein sogenanntes Vakuumbett aus Latex. Es handelt sich dabei um eine Art Ganzkörperschlafsack, aus dem, mittels einer Pumpe oder einem Staubsauger, die Luft um den darin liegenden Körper herausgesaugt wird, bis dieser komplett bewegungsunfähig ist. Die während dieser Form der Mumifizierung erlebten Berührungen, werden durch das Latex entsprechend als sehr intensiv wahrgenommen.

Mysophilie

unter Mysophilie (griechisch: mýsos = Ekel Verursachendes) versteht man die sexuelle Vorliebe für starke, mitunter von anderen Menschen als unangenehm empfundene, Gerüche. Anders als bei der Olfaktophilie (also einem generellen Geruchsfetischismus) bezieht sich die Mysophilie eher auf Ausdünstungen des menschlichen Körpers oder auf den Geruch seiner Absonderungen.

Betroffene der Mysophilie werden zum Beispiel durch das Schnüffeln an einer schweissnassen Achselhöhle erregt oder durch das Riechen an Genitalien, die längere Zeit nicht gewaschen wurden. Bei einer bestehenden Mysophilie kann durch das reine Einatmen dieser Aromen eine starke sexuelle Erregung bis hin zum Orgasmus entstehen. Eine moderne Blüte, die die Mysophilie auf dem Markt der Konsumgüter getrieben hat, ist der Verkauf getragener Strümpfe oder Unterwäsche; in der Regel durch im Internet annoncierende Privatpersonen. Es gibt zwar das hartnäckige Gerücht, dass es in Japan eine Zeit lang zur Befriedigung der Mysophilie spezielle Automaten mit gebrauchten Höschen gegeben hätte, allerdings ist unklar, ob es sich dabei nicht letztendlich doch um eine urbane Legende handelt.

Häufig geht die Mysophilie mit der Koprophilie (also der sexuellen Vorliebe für Kaviar) einher. Es wird also ein sexueller Reiz präferiert, der als gesellschaftlich stark tabuisiert oder sogar abgelehnt gilt. Bei dieser Form der Mysophilie kann zum Beispiel auch durch das Schnuppern an einem ungereinigten Po nach dem Toilettengang oder allein durch den Geruch eines öffentlichen WCs sexuelle Erregung empfunden werden. Zu Mysophilie gehören auch Kotzspiele und andere, für Nichtbetroffene ekelhafte, Dinge. Aus psychologischer Sicht wird die Mysophilie als stark behandlungsbedürftig angesehen, was eventuell hauptsächlich an einem Mangel an Verständnis gegenüber dieser gesellschaftlich nicht besonders akzeptierten Prägung liegen dürfte. Hygienische und gesundheitliche Aspekte spielen bei extrem ausgelebter Mysophilie natürlich auch eine wichtige Rolle (Stichwort: Übertragung von Krankheiten), ansonsten ist eine Therapie der Mysophilie wohl dann angebracht, wenn bei dem Betroffenen wirklicher Leidensdruck besteht.

N

Nadelrad/Wartenbergrad

das Nadelrad ist ein medizinisches Instrument, das im BDSM als Spielzeug verwendet wird. Erfinder war Robert Wartenberg, der das Rad zur neurologischen Untersuchung von Patienten verwendete. Es diente der Erforschung der Schmerzwahrnehmung von Nerven. Es besteht aus einem Griff mit einem kleinen Rad am oberen Ende, das mit leichtem Druck über die Haut gerollt wird. Das kleine Rädchen hat kleine Spitzen und das Nadelrad besteht aus rostfreiem Stahl. Vor allem im weissen Bereich des BDSM wurde das Nadelrad ursprünglich häufig verwendet. Inzwischen wird es aber auch im BDSM allgemein für alle möglichen Spiele benutzt. Auch gibt es mittlerweile Nadelräder mit 2 oder 3 Rädchen für noch mehr Reiz. Der Reiz kann ähnlich sein wie kleine Stiche mit Nadeln und hängt von der persönlichen Sensibilität ab, die Nerven unter der Haut bedingen.

Nadelspiele/Nadelungen

eine Spielart ursprünglich aus der Klinikerotik. Hierbei werden feine, medizinische Nadeln durch die Haut des/der Subs geschoben. Fachkenntnis und Hygiene sind Voraussetzung für diese Spiele, denn es besteht Infektions- und Verletzungsgefahr. Praktiken in dieser Spielart können in Workshops erlernt werden. Sterile Einwegkanülen und Nadeln sind ein Muss. Verbreitet sind auch das Einstechen von Nadeln an und um die Brustwarzen oder im Genitalbereich; sowohl bei männlichen, als auch bei weiblichen „Patienten“ und „Patientinnen“. Ist der Top erfahren und geübt, weiss er oder sie, wie und wo die Nadeln gesetzt werden können. Zu Blutungen sollte es nicht kommen. Nadelungen werden manchmal in Mustern angeordnet und in verschiedene Weichteile des Probanden gestochen. In den meisten Fällen werden die Nadeln dabei nur durch das Hautgewebe geschoben, so dass dabei keine Verletzungen oder Blutungen entstehen.

Nassspiele

der gängige Oberbegriff und die Umschreibung für alle Spiele mit menschlichem Urin (auch Watergames oder Pissspiele, Pinkelspiele, Golden Shower, NS). Nassspiele werden oft in einer „Nasszelle“ (Dusche) ausgeführt und gehören zu den Dirty-Games in der Bizarrerotik. Nassspiele gibt es auch ohne jeglichen BDSM-Bezug. (siehe -> Urophilie, Golden Shower)

Natursekt/NS

siehe -> Nassspiele, Urophilie, Golden Shower.

Newbie

abgeleitet von engl. „New“ (neu), ist es eine nett gemeinte Verniedlichung eines Anfängers, egal in welchem Bereich des Lebens. Als Newbie werden Anfänger bezeichnet, die erst am Anfang der Auslebung ihrer Veranlagung stehen. Diese Bezeichnung ist keinesfalls negativ behaftet und auch nicht an BDSM gebunden.

Nippelfolter

auch bekannt unter der englische Bezeichnung „Nipple Torture“, für alle Spiele, die Schmerzen an den Brustwarzen verursachen. Im Deutschen auch als Brustwarzenfolter bezeichnet und sehr verbreitet. Klammern, Strom, Wachs, als auch Fingernägel sind hierbei beliebt. Die besondere Erregbarkeit der Brustwarzen wird genutzt, um den Lustschmerz besonders intensiv zu spüren, egal ob Sub männlich oder weiblich ist.

Nonconsensual/NC

engl. für „nicht einvernehmlich“. Es werden hier Handlungen gegen den Willen des Betroffenen gemacht, also genau das Gegenteil vom allgemeinen Consensual beim BDSM. Im Gegensatz zu den einvernehmlichen SM-Spielen (Consensual = einvernehmlich) beschreibt NC das Nichtvorhandensein von gegenseitigem Einverständnis. NC wird allerdings in einigen Sonderformen des BDSM praktiziert, z.B. im Metakonsens. Dabei wurde jedoch vorher das Einverständnis gegeben, dass auch Grenzen überschritten werden sollen/dürfen. (siehe -> Edgeplay)

NS

siehe  -> Nassspiele, Urophilie, Golden Shower.

Nylon-Fetisch

Der Nylon-Fetisch ist ein sehr weit verbreiteter Fetisch. Fast jeder Mann spricht auf lange, schlanke Frauenbeine in Nylons an; auch ausserhalb eines bewusst ausgelebten Nylon-Fetischs. So unterschiedlich die einzelnen Modelle der zarten Strumpfhosen sind, so unterschiedlich sind auch die verschiedenen Ausprägungen des Nylon-Fetischs. Der Nylon-Fetisch ist ein noch sehr junger Fetisch. Erstmals 1935 wurden die ersten Nylons in den USA in die Läden gebracht und damals für stolze 250$ verkauft. Trotz des horrenden Preises waren sie ein Verkaufsschlager und der Siegeszug der Nylons begann alsdann. Frauen, die sich keine Strümpfe leisten konnten, färbten ihre Beine nylonfarben und malten sich eine Naht auf die Rückseite ihrer Beine, um Nylons zu imitieren. Seit 1955 konnten die Strümpfe ohne Naht hergestellt werden, was viele Nylon-Liebhaber bis heute betrauern. Heutzutage werden wieder Nylons mit eben dieser erotischen rückwärtigen Naht produziert.

Manche Männer und Frauen empfinden schon alleine beim Anblick von nylonverhüllten Beinen sexuelle Erregung. Andere brauchen mehr; sie benötigen Berührungen der mit Nylon bekleideten Beine oder anderer Körperteile. Oft brauchen einer oder sogar beide Partner Nylon beim Sex, um zum Orgasmus zu gelangen. Manchmal sind es auch bestimmte Praktiken die mit Nylon verbunden sind. So erregt es manchen Nylon-Fetischisten, wenn er oder sie sieht, wie Natursekt durch den Stoff hindurch fließt. Wieder andere Männer können nur kommen, wenn sie eine Frau in Nylons vor sich sehen und darauf onanieren können. Manche Menschen, meist Fans von Vanillasex, nutzen Nylonstrumpfhosen zum Fesseln, um ihr Sexleben etwas in Schwung zu bringen. Speziell bei Frauen ist es das Gefühl der Nylons auf der Haut, das sie erregt und die lüsternen Blicke der Männer, die sie damit auf sich ziehen. Seltener ist der Nylon-Fetisch bei Frauen so ausgeprägt, dass sie zum Masturbieren eine Strumpfhose anziehen. Oft tun sie dies aber, weil es männliche Fetischisten final triggert, wenn sie die Genitalien der Frau durch Nylons hindurchsehen können und zusehen dürfen, wie die Finger der Frau ihr große Lust bereiten. Aus ähnlichen Gründen tragen manche FemDoms gerne Nylontops, um eine beinahe Nacktheit vorzuspielen und den Sub weiter zu triggern und ihn unter ihre Kontrolle zu bekommen. Einige Männer mit diesem Fetisch können diese Gefühle auch beim eigenen Tragen von Nylons ausleben .

O

O-Ring

Symbol aus dem Roman/Film der O

  • O-Fingerring und Erkennungszeichen von BDSMlern:  Ein eiserner Ring, in dem am oberen Ende ein weiterer, kleiner Ring eingelassen ist. Im deutschsprachigen Raum dient der (Finger-)Ring als Erkennungszeichen unter Sadomasochisten. Den Ring gibt es aus billigem Blech, sowie auch aus Silber oder Gold. Da der „Ring der O“ heutzutage auch von Modeschmuckhändlern auf jedem Kirmesstand und Weihnachtsmarkt angeboten wird, sollte man nicht darauf vertrauen, dass der oder die Träger/in den Ursprung und folgende Bedeutungen auch kennt.
    • linke Hand steht dabei für „aktiv/dominant“
    • rechte Hand steht für „passiv/devot“
  • O-Ring als Halsschmuck: Der O-Ring wird oft auch als Halsschmuck getragen und gerne von weiblichen Subs präsentiert, auch an O-Abendveranstaltungen. Auch hier gibt es einen Markt im Gothic- und Fetischschmuckbereich, ohne Bezug zu BDSM. 
     
  • O-Ringknebel: Der O-Ring ist ein spezieller Ringknebel für die Sklavin, angelehnt an die Männerfantasie aus dem Film „Die Geschichte der O“, in dem die Sklavin ihrem Herrn zu jeder Zeit verfügbar zu sein hat und jedes Recht der Verweigerung abgegeben hat. Der Ring hält den Mund der Sklavin offen, so dass der Herr ihn jederzeit zu seiner Befriedigung benutzen kann.

Ochsenziemer

der Ochsenziemer ist ein schwerer Schlagstock. Er ist im BDSM mit Vorsicht zu empfehlen, da erhebliche Verletzungen entstehen können. Der Ochsenziemer stammt ursprünglich aus der Schweiz und wird aus einem getrocknetem Ochsenpenis hergestellt. Er ist bis zu einen Meter lang und ist mehr eine Waffe, als ein Sexspielzeug. Unter SMlern ist er zwar oft bekannt, eine Anwendung ist jedoch trotzdem selten. (regional auch Ochsenpesel, Ochsenfiesl, Farrenschwanz, Parreschwanz, Hagenschwanz oder in der Schweiz Munifisel genannt)

Ohrfeigen

Schläge mit der flachen Hand auf die Wange. Auch im BDSM üblich und manchmal extrem demütigend für den Geschlagenen. Zahl und Intensität sind leicht steuerbar und zur härteren Behandlung kann ein Lederhandschuh verwendet werden. Die Ohrfeige ist meistens eine Bestrafung und wird oft ausgeführt, um den devoten Part auf seinen Platz zu verweisen. Von vielen Subs wird er jedoch als sehr persönlicher und positiver Kick wahrgenommen.

Okay-Code

der Okay-Code ist ein spezieller Code, der während einer Session als Einverständnis mit einer bestimmten Handlung eingesetzt werden kann. Der aktive Part kann sich auf diese Weise der Zustimmung zu seinem Tun versichern, z.B. wenn sich die beiden Spielpartner noch wenig kennen oder eine Praktik gespielt wird, die für beide neu ist. Auch kann es im Kopfspiel einen Kick verursachen, wenn z.B. der passive Part seiner eigenen Bestrafung zustimmt und damit seine demütige Rolle untermauert.

Orgasmuskontrolle

der Orgasmus des weiblichen oder männlichen Sub wird durch dessen Dom oder FemDom kontrolliert, erlaubt oder angeordnet. In der BDSM-Szene bezeichnet der Begriff der Orgasmuskontrolle alle erotischen Spiele rund um das Verbot eines Orgasmus, beziehungsweise das absichtliche Hinauszögern des Orgasmus beim Partner. Die extremste Form der Orgasmuskontrolle ist die Keuschhaltung mit oder ohne Keuschheitsvorrichtung. Bei softeren Varianten der Orgasmuskontrolle kann der dominante Partner den submissiven Partner bewusst stimulieren und immer wieder bis kurz vor den Höhepunkt bringen, diesen dann aber verweigern. Diese Spielart wird  als Tease & Denial (also Erregen und Verweigern) bezeichnet.

Der reizvolle Aspekt ist für alle Beteiligten das Machtspiel: Während der Passive sich immer dringender nach dem erlösenden Klimax sehnt, nimmt die Überlegenheit des Aktiven während der Orgasmuskontrolle immer weiter zu, bis es schliesslich zu einem befriedigenden Ende oder einem frustrierenden Abbruch kommt. Ein ruinierter Orgasmus ist eine weitere Möglichkeit, in der die Orgasmuskontrolle ihren vorübergehenden Abschluss finden kann. Dafür baut der dominante Partner mit länger andauernder Reizung einen starken Druck beim Gegenüber auf, stimuliert bis zum Point of No Return und lässt dann dem Geschehen seinen Lauf – ohne weitere manuelle Zuwendung. Das Resultat dieser Art der Orgasmuskontrolle ist dann ein körperlicher Höhepunkt, also eine rhythmische Kontraktion der Vagina oder ein tatsächlicher Samenerguss, die bzw. der aber nicht von so intensiven Lustgefühlen begleitet wird wie ohne Orgasmuskontrolle, da die Reizung im entscheidenden Moment eingestellt wurde.

Ein anderer Aspekt der Orgasmuskontrolle ist die Manipulation des Höhepunkts in seiner Intensität und Dauer. Es können durch gezielte Orgasmuskontrolle auch multiple Orgasmen hervorgerufen werden, oder bei Frauen das sogenannte Squirting. Andererseits kann sich die Wirkung gerade bei Frauen auch ins Gegenteil verkehren. Ein Orgasmus wird wegen Überreizung gar nicht mehr erreicht und es kann sogar zu Orgasmusproblemen kommen, die über einen kurzen, manchmal auch langen Zeitraum anhalten. Bei Männern kann durch Orgasmuskontrolle die Menge des Ejakulats verändert werden, sowie der Druck, mit dem es beim Erguss austritt.

Auch eine Orgasmuskontrolle über die Schmerzgrenze hinaus ist möglich, indem der Passive mehrfach unter Zwang zum Klimax gebracht wird. Manche bezeichnen diese Form der Orgasmuskontrolle als „Abmelken“, wobei dabei klassischerweise auch die männliche Prostata involviert ist. Die Stimulation der Prostata mit dem Zweck, einen Samenerguss hervorzurufen – eventuell auch gegen den Willen des Passiven – wird ebenfalls als gängige Variante der Orgasmuskontrolle angesehen, welche aber nicht bei jedem Sub erreicht werden kann.

Ouvert-Slip/Ouvert-Strumpfhose

eine spezielle Reizwäsche aus Latex, Leder oder Stoff, bei Strümpfen aus Nylon oder Kunstnylon. Sowohl Slip wie Strumpfhose verfügen im Schritt über eine Öffnung, so dass GV möglich wird, ohne den Slip oder die Strumpfhose ausziehen zu müssen. Diese kommen auch im normalen Sortiment von Reizwäsche ohne BDSM-Bezug vor.

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