BDSM Lexikon STU

S

Sacher-Masoch, Leopold, Ritter von Sacher-Masoch

renomierter Literat des 19. Jahrhunderts und unfreiwilliger Namensgeber des Masochismus. Im Gegensatz zu de Sade wurde dieser Begriff noch zu Sacher-Masochs Lebzeiten eingeführt. Er versuchte sich vergeblich gegen die Namensgebung für einen psychopathologischen Zustand zu wehren. Das bekannteste Werk von Sacher-Masoch ist „Venus im Pelz“ in dem sich der Protagonist Severin pelztragenden Frauen unterwirft. Dem Buch sind 2 Sklavenverträge angehängt, die Sacher-Masoch mit seiner Frau Wanda abschloss. Sacher-Masoch scheiterte im wirklichen Leben daran, seiner extrem subversiv-masochistischen Neigung nachzukommen.

Sadismus

Sadismus (sadism) ist die Lust, bzw. die Sucht am/zu Quälen. Krankhafter Sadismus (Realsadismus) wird häufig fälschlicherweise mit Sadomasochismus in Verbindung gebracht. Laut DSM IV ist jedoch klar zwischen krankhaftem Sadismus (schwerer pathologischer Zustand) und sexuellem Sadimus (nicht krankhaft) zu unterscheiden. Der Sadist steigert seine sexuelle Lust durch das Zufügen von Schmerz.

Sadomasochismus

Bezeichnung für die sexuelle Veranlagung einer Minderheit (Sadomasochisten) die neben oder statt der „normalen“ Sexualpraktiken eine sexuelle Erregung durch das Beherrschen anderer Personen erfahren, oder die eigene Unterwerfung als lustvoll empfinden, wobei Schmerzen bei der sexuellen Stimulation eine wichtige Rolle spielen.

Sadomasochisten

allgemeine Bezeichnung für Mitglieder einer sexuelle Minderheit, die neben dem „normalen“ Sex eine Erregung aus Spielen mit Machtgefälle und Schmerzen beziehen. Diese Bedeutung und der Begriff „sadomasochistische Subkultur“ hat sich erst in den letzten Jahren durch Sadomasochisten selbst, sowie durch die Arbeiten von Soziologen (z.B. die „Trierer Studie“ von Wetzstein und anderen) herausgebildet. Auch heute gelten Sadomasochisten in der breiten Gesellschaft oft als pervers oder „abnormal“, doch ist festzustellen, dass der Begriff weitaus weniger negativ behaftet ist, wie noch vor 20 Jahren. Moderne Medien und ein immer aufgeklärteres Denken, haben zu einer zunehmenden Akzeptanz des Sadomasochismus in der Mitte der Gesellschaft geführt. Heute werden Sadomasochisten auch BDSMler genannt.

Sadophobie

analog zur „Homophobie“ = Angst vor Homosexualität, gibt es die Sadophobie. Menschen mit Sadophobie lehnen Sadomasochismus in jeder Form ab. Der Sadophobist leidet unter starken Vorurteilen und steht dem BDSM ängstlich und feindselig gegenüber.

Safer Sex

Safer Sex, also sicherer Sex, ist spätestens nach der Entdeckung der Immunschwäche AIDS ein Thema. Gemeint sind Vorsichtsmassnahmen bei allen sexuellen Praktiken, nicht nur BDSM. Die Gefahr der Übertragung von Krankheiten aller Art ist beim Sex gross und gerade bei „Sex unter Fremden“ besteht ein vergrössertes Ansteckungsrisiko. Verwendet werden meist Kondome und Latexhandschuhe zur Absicherung. Hygiene und Vorsicht sind auch in sehr vielen Spielarten der Klinikerotik (weisser Bereich des SM) unverzichtbar. Der Ausdruck „Safer Sex“ bezieht sich also nicht nur auf eine praktische Verhütung, sondern vielmehr auch auf eine sichere Ausführung von Sexpraktiken in Bezug auf übertragbare Krankheiten aller Art.

Safeword

egal, ob man gerade einen neuen Partner hat oder auch schon mit einem Menschen eng vertraut ist; zu einem verantwortungsbewussten Umgang im Sadomasochismus gehört das sogenannte „Safeword“, oder auch Sicherheitswort, immer dazu. Es wird vor einem BDSM-Spiel ein Safeword vereinbart, mit dem der passive Part des Spiels die Session jederzeit abbrechen kann, falls er den Anforderungen psychisch oder physisch nicht gewachsen ist.

Verbreitet ist auch der Ampelcode als Safeword: „grün“ – ruhig etwas härter, „gelb“ – genauso weiter, „rot“ – sofort Stopp. Mit dem Ampel-Safeword wird zwar dem passiven Part eine Art „Steuerung“ ermöglicht, die seine passive Rolle infragestellt, doch trotzdem sollte man gerade bei den ersten BDSM-Sessions mit einem neuen Partner nicht auf das Safeword verzichten. In längerfristigen Partnerschaften kennen die Spieler ihre Neigungen und die des Partners immer besser und das Safeword verliert an Bedeutung.

Saliromanie/Salirophilie

sind Spiele mit Körperflüssigkeiten. Als Saliromanie oder Salirophilie (frz. salir „anschmieren“, „beschmutzen“ und -philie „Vorliebe“) bezeichnet man eine Präferenz, bei der das Beschmutzen von Personen oder Objekten mit sexueller Erregung verbunden ist. Neben den rein visuellen Reizen kann dabei auch die Erniedrigung der betroffenen Person eine Rolle spielen. Es handelt sich nicht um einen Trieb oder eine Manie, wie die Bezeichnung „Saliromanie“ nahelegt.

Die Formen der Saliromanie sind vielfältig; es geht stets darum, sich selbst und/oder den Partner sowie die eigene Kleidung und/oder die des Partners mit allen Arten von dazu geeigneten breiigen, schleimigen oder flüssigen Substanzen (zum Beispiel Lebensmittel, Farbe, Schlamm, Sperma, oder Blut, bis hin zu Urin und Kot) zu beschmieren oder zu bespritzen. Die Beschmutzung löst dabei sexuelle Erregung und Befriedigung aus. Leicht saliromanische Handlungen sind weit verbreitet, insbesondere in Kulturen, in denen besonderer Wert auf Hygiene und Sauberkeit gelegt und das Beschmutzen mit dem Bruch einer Norm verbunden ist.

Scarification

darunter vesteht man das absichtliche Anbringen von Zeichen auf dem Körper des Bottoms in Form von Narben (engl. scar = Narbe). Genauso wie Piercings, Brandings oder Tattoos, dienen diese Zeichnungen als Kennzeichen oder Verzierung. Die Narben sind dauerhaft und nicht korrigierbar. Das Aussehen ist vorab kaum zu beeinflussen. Die absichtliche und geplante „Scarification“ ist daher eher selten und nur wenig verbreitet. Bei den meisten Narben handelt es sich eher um Unfälle. Scarification kann durch das sogenannte „Ritzen“ mit einem Messer erfolgen oder ist die gewollte Folge eines Brandings oder Cuttings.

Scat

englische Bezeichnung für Spiele mit Kot. (Siehe -> Koprophagie)

Schlachtspiele

hierbei handelt es sich um ein Rollenspiel, das auch unter BDSM-Anhängern umstritten ist und auch eher selten Fans findet. Es geht um die Fantasie, wie ein Schwein von dem/der Metzger(in) geschlachtet zu werden. Niemand wird hier ernsthaft verletzt, denn es handelt sich um ein reines Kopfkino; die Geschmäcker sind eben verschieden. Am bekanntesten ist wohl der Fall des Armin Meiwes, der als Kannibale von Rothenburg ein Schlachtopfer per Internet suchte und schließlich auch fand. Der Fall gipfelte in Kannibalismus. Wobei natürlich anzumerken ist, dass sowohl Kannibalismus als auch solche Extremfälle wie die des Armin Meiwes pathologisch (krankhaft) sind und nichts mit BDSM zu tun haben.

Schlaginstrumente

in sadomasochistischen Spielen sind Schlaginstrumente in zahlreichen Varianten vorhanden. Sie werden sowohl zur Bestrafung als auch zur Stimulation, oder bei Mind Games als Bedrohung eingesetzt. Zu den bekanntesten Schlagwerkzeugen gehören Peitschen in zahlreichen Variationen, Rohrstöcke, Gerten (aus dem Reitsport), Ruten, Gürtel, Paddle, Flogger, Gummiriemen, Lederriemen und Kochlöffel. Verwendet werden kann alles, was die Fantasie sich vorstellen kann.

Je nach Ausführung des Schlaginstrumentes und Intensität dessen Einsatzes, kann die Behandlung leicht bis sehr schmerzhaft sein. Schlaginstrumente lassen sich gut dosieren und ein Abbruch ist jederzeit möglich. Die Handhabung ist grundsätzlich einfach, jedoch sollte sich der Schlagende vorher über die Wirkung seiner Schläge bewusst sein. Bei verantwortungsvollen BDSM-Spielen wird keinesfalls einfach „drauf los geprügelt“!

Schmerzerotik

unter Schmerzerotik werden im allgemeinen Sprachgebrauch alle Sadomasopraktiken zusammengefasst, bei denen Schmerz im Zusammenhang mit erotischen Spielen eine Rolle spielt. Der Begriff wird meist etwas ungenau verwendet, da BDSM nicht zwangsweise auch Schmerzen beinhalten muss.

Schmerzlust

als Schmerzlust bezeichnet man das sexuell motivierte Bedürfnis nach Schmerz als Mittel der Erregung und Befriedigung. Die Schmerzlust ist eine Eigenschaft eines masochistischen Menschen, der sich zur Stimulation den Schmerz wünscht, oder sogar auch notwendigerweise braucht. (Siehe -> Masochismus)

Im BDSM-Rollenspiel nehmen diese Schmerzliebhaber die passive Rolle des/der Sub ein. Den ersehnten Schmerz fügt ihnen dann der/die Top zu. Die Schmerzlust kann aber auch zu Selbstverletzungen führen und der Umgang mit dieser Lust birgt für manchen erhebliche Probleme. Je nach Ausprägung kann die Schmerzlust krankhafte Ausmasse annehmen und aus der Lust kann eine Sucht entstehen. Die Grenzen dazu sind jedoch immer schwimmend und individuell definiert.

Schuhfetischismus

unter Männern verbreitete Vorliebe und Fixierung auf den weiblichen Schuh, bevorzugt Stiefel, Pumps oder High Heels, sowie meist auch den Fuß der Frau. (Siehe -> Podophilie)

„Schuhfetischismus“ bei Frauen äußert sich eher im Kauf und Sammeln von Schuhen.

Schwanzhure

in einem Rollenspiel mit seiner FemDom wird ein Sub oft zur Schwanzhure oder Schwanznutte ausgebildet. Hier lernt der Sklave sich wie eine Hure zu kleiden und zu verhalten, damit er, im Auftrag seiner Herrin, dritten Personen als sexueller Lustspender zur Verfügung stehen kann. Oft spielt das Kopfkino hier einen Film, bei dem die FemDom die Rolle der „Zuhälterin“ spielt, die ihren Sub als Hure an andere verleiht oder diesen überlässt. Die Schwanzhure ist also ein männlicher Sub der die Lust empfindet, für seine Herrin „anzuschaffen“. Da es nicht grundlegend eine weibliche Vorliebe von FemDoms sein muss, bleibt Männern mit dieser Phantasie meist nur der Gang in ein gewerbliches Studio.

Schwitzkuren

hierbei wird der passive Part in einen engen Kokon aus Gummi, Latex oder Folien verpackt. Ein enges Bondage aus dichten Schichten macht den Gefesselten nicht nur bewegungslos, sondern wärmt ihn auch extrem auf. Die Folienbehandlung oder Schwitzkur ist vor allem bei Latexfetischisten beliebt. Bei einem labilen Kreislauf ist aber Vorsicht geboten. Kollabiert der Gefesselte, ist eine schnelle Befreiung oft nur schwer möglich. Der Raum mit dem/der so gefesselten Sub sollte unter keinen Umständen verlassen werden! Es sollte immer eine Person zur Sicherung anwesend sein, die im Notfall die Befreiung vornehmen kann.

Scissors

es handelt sich um die „Scherentechnik“ oder „Beinschere“. Gemeint ist das Umschlingen des/der Sub mit den Beinen, wobei mit den Oberschenkeln ein starker Druck ausgeübt wird. Ziel ist das Pressen und Würgen des Sub. Die Beine umschlingen dabei den Kopf, Hals oder Oberkörper der Subs. Als Sonderform der Atemreduktion, lieben manche männliche Subs das Gefühl der strengen Enge der weiblichen Schenkel und dem, sich dabei oft bietenden Ausblick, auf Po und Schritt der Lady. Die Scherentechnik ist eine Unterform des erotischen Ringkampfs (Rough Body Play)

Schlüsselherr/Schlüsselherrin

siehe -> Keyholder/Keyholderin.

Segufix

das Segufix-System stammt aus der echten medizinischen Anwendung und kommt im Klinikbereich zum Einsatz. Es handelt sich um ein flexibles und verstellbares Fesselgeschirr zur Patientenfixierung im Krankenbett. Früher auch zur Ruhigstellung in der Psychiatrie verwendet, wird es heutzutage hauptsächlich bei einer befürchteten Eigengefährdung des Patienten verwendet. Der Patient wird mit Segufix vollständig bewegungslos auf der Matratze festgeschnallt und Gliedmaßen als auch Kopf werden durch Lederriemen in Position gehalten. Das System ist modular anwendbar und besteht im Normalfall aus weißen Ledergurten mit Schaumstoffummantelung. Klinikerotiker wissen das Segufix zu schätzen; es macht das Rollenspiel authentisch und real.

Selbstfesselung/Self-Bondage

eine verbreitete Spielart bei Bondage-Fans, die über keinen aktiven Partner verfügen und sich daher allein „vergnügen“. Die Fesselung wird dabei am eigenen Körper selbst angelegt, um das Gefühl des „gefesselt sein“ zu simulieren. Es gibt zwar zahlreiche Techniken und Hilfsmittel, aber es besteht immer ein Risiko, da keine helfende Person anwesend ist, die im Notfall eingreifen kann. Es besteht die Gefahr, dass eine einmal angelegt Fesselung nicht rechtzeitig, oder vielleicht gar nicht mehr, selbst geöffnet werden kann. In der Szene sind Tricks bekannt, die wir hier aus Sicherheitsgründen nicht beschreiben wollen. Auch bietet der Fachhandel sogenannte „Zeitschlösser“, aber auch hier sollte man sehr vorsichtig sein. Abgesehen von den körperlichen Risiken, kann es auch sehr peinlich sein vom Partner, einem Familienmitglied oder am Ende von der Feuerwehr aufgefunden zu werden.

Sensual Deprivation

beim Sinnesentzug (engl. sensual deprivation) werden dem/der Sub zum Beispiel die Augen verbunden, um seine übrigen Sinne für eine Stimulation zu schärfen. Es gibt viele Spielarten in diesem Bereich und es gehören Isolationen aller Art dazu. Durch die gefilterte Wahrnehmung wird die/der Sub sehr empfänglich für erotische Reize (oder auch Schmerz) und erlangt durch diese Fokussierung eine konzentrierte Aufmerksamkeit auf das Wesentliche.

Sensory Deprivation

ist eine Steigerung der Sensual Deprivation, bis hin zu vollkommenem Reizentzug. Ziel eines vollkommenden Reizentzugs ist es, eine Bewusstseinserweiterung oder -veränderung zu erreichen. Dem Gehirn sollen alle Wahrnehmungen von aussen verwehrt werden, um einen vollkommen isolierten Geisteszustand zu erreichen. Wird/wurde im medizinischen/psychiatrischen Bereich angewandt. Ebenso wurde es zur Folter angewandt, um Menschen psychisch zu brechen. Heutzutage wird es auch im Wellness-Bereich unter dem Begriff  „floating“ zur absoluten Entspannung angeboten. Ob allein oder mit Partner, man sollte bei dieser Spielart niemals den Zeitfaktor unterschätzen. Zwischen Entspannung und Psycho-Folter liegt oft nur ein sehr schmaler Grat und dieser ist zudem noch individuell verschieden. (Siehe -> Weisse Folter)

Sensuous Magic

das Buch, Sensuous Magic: A Guide to S&M for Adventurous Couples, wurde von Patrick Califia geschrieben und gilt als Ratgeber und Hilfestellung für sadomasochsitische Paare und deren Erleben von BDSM. Sensuous Magic (engl. „sinnliche Magie“) wird im Netz auch oft als Synonym für Sadomasochismus verwendet.

Serva

lateinisch für „Sklavin“.

Servus

lateinisch für „Sklave“.

Servant

englisch für „Diener“ oder „Dienerin“.

Session

als Session bezeichnet man im BDSM ein abgeschlossenes „Spiel“. Die Session ist zeitlich begrenzt und meist in sich abgeschlossen. Oft werden Sessions zwischen Partner ritualisiert und laufen nach einem immer gleichen Schema ab. Diese „Session“ ist der zeitlich begrenzte Abschnitt, in dem alle „normalen“ Regeln des Lebens ausser Kraft gesetzt werden und ausschliesslich die individuell vereinbarten Regeln des gemeinsamen BDSM für die beteiligten Spielpartner gelten.

Shaving

siehe -> Rasur, Intimrasur.

Shibari

japanisch für „Fesseln“, bezeichnet die japanischen Bondage-Techniken, die nicht nur der Fixierung dienen, sondern darüber hinaus als Kunst verstanden werden wollen. Fesseltechniken mit Bondage-Seilen aus Jute oder Hanf, selten aus Baumwolle, die aufwendig geschnürt werden, um die gefesselte Person in ungewöhnlichen Körperhaltungen zu fixieren. Es gibt Dutzende von Shibari-Techniken, die vom einfachen Knoten bis zur komplizierten Ganzkörperfesselung reichen. Manche dienen lediglich dazu, bewegungsunfähig zu machen, andere sollen die Schönheit des, meist weiblichen, Körpers unterstreichen. Es gibt Männer und Frauen, die diese Fesselungen extrem geniessen und auch als sexuell stimulierend empfinden können.

Shoe Lock

das Schuh-Schloss eine Vorrichtung, um den passiven Part daran zu hindern, seine Schuhe eigenständig auszuziehen. Im Handel sind zahlreiche Varianten erhältlich.

Single Glove

auch Monoglove genannt, ist ein meist aus Leder genähter Handschuh, in dem beide Hände gemeinsam gefesselt werden können. Der Single Glove ist ein kleiner Ledersack mit verschließbarer Öffnung ähnlich einem „Fäustling“, jedoch für beide Hände gleichzeitig und ohne Unterteilung für die Finger. Es gibt auch Modelle zum Schnüren, die bis an oder sogar über die Ellenbogen reichen. Diese sind sehr restriktiv und für ältere Subs meist nicht unbedingt geeignet. Ebenso sollte man sie nicht bei Subs mit HWS (Hüftwirbelsäulensyndrom) oder BWS (Brustwirbelsäulensyndrom) Problemen oder Schulterproblemen, wie Arthrose oder Kalkschulter, anwenden.

Sinnesentzug

siehe -> Sensual Deprivation.

Sir

der männliche Top in BDSM Rollenspielen wird oft als „Sir“ angesprochen. Der/die Bottom signalisiert mit dieser Benennung seine Untergebenheit.

Skintight

Skintight, also hauteng, wird oft im Zusammenhang mit Fetischkleidung verwendet. Gemeint sind dabei alle hautengen und fest am Körper anliegenden Kleidungsstücke; vor allem solche aus Leder und Latex, aber auch Stoffe (wie Lycra oder Elastan). Die hautenge Kleidung zeichnet die Figur perfekt ab und ist im Fetischbereich sehr verbreitet. Knallenge Lederhosen oder Catsuits aus Latex werden fast von allen Fetischisten als erregend wahrgenommen, sowohl von der Trägerin oder dem Träger, als auch von Betrachterinnen oder Betrachtern. Auch in der Fetischfotografie ist die Skintight-Kleidung ein beliebtes Motiv.

Sklavenbox

die Sklavenbox, auch bekannt als Black Box (engl. „Schwarzer Kasten“), ist eine Kiste aus Holz oder Metall. Die Sklavenbox ist dabei so bemessen, dass der eingesperrte Sklave die einmal eingenommene Position nicht mehr verändern kann. Abgesehen von Öffnungen für Atemluft, ist die Sklavenbox Licht- und Blickdicht; daher auch der Alternativname Black Box. Manche Kisten haben weitere Öffnungen; etwa für den Mund des Sklaven oder für die Hände und/oder Füße. In der Sklavenbox können zudem auch weitere Utensilien angebracht sein, z.B. Dildos oder Haken. Zudem bietet die Box ausreichend Stauraum für alle BDSM-Utensilien nach dem Spiel.

Sklavenerziehung

unter dem Sammelbegriff „Sklavenerziehung“ fallen alle Praktiken, die dazu geeignet sind, den angehenden weiblichen und männlichen Sklaven standesgemässes Verhalten beizubringen. Die Sklaven werden mit der Androhung oder auch dem Vollzug von Strafen (sowohl schmerzhaften, als auch disziplierenden Handlungen) dazu erzogen, sich in ihrer Rolle als Sklave/Sklavin ihrer Herrschaft zu bewegen und zu benehmen. Die Sklavenerziehung ist individuell auf den Sklaven oder die Sklavin ausgerichtet und bedient oft auch sexueller Elemente.

Sklavenhaltungen

siehe -> Sklavenposition.

Sklavenkäfig

siehe -> Käfig, Käfighaltung.

Sklavenposition

bei der sogenannten Sklavenposition ist meist eine bestimmte Körperhaltung gemeint, die der passive Part auf Befehl zu Beginn oder während einer SM-Session einzunehmen hat. Die verbreitete Position ist dabei das Knien mit gespreizten Beinen und geradem Rücken, der Kopf nach vorne geneigt und der Blick zu Boden gerichtet. Die Füsse geschlossen, Fusssohlen nach oben. Die Hände liegen flach auf den Schenkeln mit nach oben gerichteter Handinnenseite.

Das Einnehmen der Sklavenposition geschieht oft nackt. Es dient oft als Eröffnung und ist die mentale Vorbereitung auf das kommenden BDSM-Spiel. Sub und Top konzentrieren sich hierbei auf ihre Position und Rolle. Durch die Sklavenposition zeigt der oder die Sub seine Bereitschaft und signalisiert seine Unterwürfigkeit und Verfügbarkeit. Es gibt noch weitere, zahlreiche Sklavenpositionen mit unterschiedlichem Ursprung und für unterschiedliche Zwecke.

Sklavenverleih

der Verleih des Sklaven oder der Sklavin ist ein beliebtes BDSM-Rollenspiel. Der Eigentümer oder die Eigentümerin „verleiht“ ihn oder sie an eine dritte Person zu deren Lusterfüllung. Verliehene haben, wie ihnen befohlen wurde, für einen festgelegten Zeitraum dieser Herrschaft genauso zu dienen, wie dem eigentlichen Herrn oder Herrin. Sklaven beweisen in diesem Spiel ihren unbedingten Gehorsam und stellen die eigenen Bedürfnisse komplett zurück. Oft erfüllt es die devote Person mit grossem Stolz, ihrer Herrschaft auf diese Weise ihre Ergebenheit zu beweisen. Die stattfindende Fremdbenutzung kann von der Herrschaft auch als Prüfung oder Bestrafung eingesetzt werden. Verwendete Begriffe sind hier auch die „Überlassung“ oder „Fremdbenutzung“ des/der Sklaven/in.

Sklavenvertrag

ein Sklavenvertrag wird zwischen Top und Bottom geschlossen, um der Beziehung einen gewissen Rahmen zu verleihen. Sowohl der Top als auch der Bottom haben Rechte und Pflichten, die in einem Sklavenvertrag niedergeschrieben werden. Im Sklavenvertrag wird eine vermeintlich für beide Seiten vorteilhafte Vereinbarung getroffen. Durch diese Vereinbarung kann später keine Partei behaupten, sie hätte von nichts gewusst. Es sollte aber niemand leichtfertig einen Sklavenvertrag unterzeichnen. Jeder Partner hat individuelle Bedürfnisse, Vorlieben und Tabus. Deshalb sollten sich Top und Bottom zunächst kennenlernen und ihre Gemeinsamkeiten verstehen, bevor sich sie auf einen Vertrag einlassen. Für die Zeit des Kennenlernens empfiehlt sich die Nutzung eines Regelbuchs, in dem die ersten Regeln und Pflichten festgehalten werden können.

Ein ordentlicher Sklavenvertrag hat einen ähnlichen Aufbau, wie ein Vertrag aus dem Alltag. Der Inhalt unterscheidet sich aber stark. Begonnen wird ein Sklavenvertrag mit einer Präambel (Einleitungstext), der zum Teil auch romantischer Art sein kann. Anschließend folgt ggf. eine Vereinbarung über den zeitlichen Rahmen des Sklavenvertrags, wenn dieser nur über einen definierten Zeitraum gültig sein soll. Der wichtigste Teil des Sklavenvertrags sind die nun folgenden Regelungen und Paragraphen über die Rechte und Pflichten von Top und Bottom. In den Paragraphen können z.B. folgende Dinge geregelt werden: Tabus, Kleiderordnung, Verhalten, Pflichten und Strafen für die Nichterfüllung, Kommunikation, Treue, Safeword, Rechte und Pflichten des Tops, Sexualität und alles was man sonst noch gerne geregelt haben möchte. Ein Sklavenvertrag stellt eine moralische Bindung und Rahmen dar, ist aber keinesfalls rechtlich bindend.

Slap

gemeint ist ein leichter Schlag, eine Klatsche oder eine Ohrfeige. Slap ist ein Ausdruck aus der Comicsprache und bezeichnet das leichte Schlagen mit einer Klatsche oder der bloßen Handfläche.

Sling

siehe -> Liebesschaukel.

Slowword

ist ein Verlangsamungswort und dient genau wie das Safeword der einfachen, unmissverständlichen Kommunikation zwischen Dom/me und Sub in einer Session. Mit dem vorher vereinbarten Slowword kann der passive Part dem aktiven signalisieren, dass ein langsameres Vorgehen gewünscht ist. Dazu eignet sich auch das Ampelsystem. (Siehe -> Ampelsystem)

Slutification

siehe -> Hurenausbildung.

SM-Apartment

ein SM-Appartment ist eine abgeschlossene Wohneinheit mit eingerichtetem SM-Studio und Wohnkombination. SM-Appartments werden angemietet, stunden- oder tageweise um dort ungestört den individuellen Neigungen in der geeigneten Umgebung nachzugehen. Diese SM-Wohnungen werden sowohl von Privatpersonen und Pärchen als auch von Prostituierten für eigene Zwecke genutzt. Ein SM-Appartment ist für viele Paare eine Alternative, um ungestört zu sein und eine Session zu leben, die im eigenen Heim aufgrund von Familie und oder fehlender Möbel nicht möglich wäre. Der Mietpreis für SM-Spielplätze variiert und richtet sich meist nach Angebot und Nachfrage, sowie nach Stadt und Einrichtung. Die Zahl der gewerblichen SM-Appartments ist zwar in den letzten Jahren stark gewachsen, aber nur wenige Angebote können sich dauerhaft am Markt halten. Die vergleichsweise hohen Mieten und der kleine Interessentenkreis lassen leider kaum ein großes Angebot zu.

SM-Sex

auch wenn „eingefleischte, echte BDSM-Fans“ oft behaupten, dass SM nichts mit Sex zu tun hat, so ist doch in 99% der sadomasochistischen Spielarten Sex ein wichtiger Faktor. Unter dem Begriff SM-Sex werden heutzutage alle Sadomasospiele zusammengefasst, in denen Lack & Leder, Erotik und Fetisch eine Rolle spielen. Es gibt Varianten mit und ohne Schmerz, genauso wie mit und ohne Geschlechtsverkehr. Es gibt beim SM-Sex keine definierten Grenzen und es gilt: erlaubt ist, was beiden gefällt! Auch der Begriff „Bizarrsex“ wird in diesem Zusammenhang verwendet und bezeichnet alle SM-Spiele, die jenseits der „Norm“ liegen. SM-Sex wird oft als Gegensatz zu „Blümchensex“ verstanden.

Smoking Games

bei den sogenanten Smoking Games, den Zigarettenspielen, raucht der dominante Part im Spiel eine Zigarette oder Zigarre. Es kommen im wesentlichen drei Formen der Zigarettenspiele vor:

1. Das Spiel mit dem Rauch: Sub darf oder muss der rauchenden Herrschaft zusehen und darf oder muss, deren Rauch einatmen.

2. „Lebender Aschenbecher: der/die Top benutzt dabei die Hand oder gar den Mund des/der Sub als Aschenbecher (Ekelspiel) der die Asche aufzunehmen hat.

3. „Zigarettenfolter“: Hier wird die Zigarettenglut zur Folter verwendet. Durch leichte Berührung der Haut werden dabei kleine, schmerzhafte Verbrennungen erzeugt. Eine Steigerung ist das Ausdrücken der Zigarette auf der Haut. Hier bleiben Narben zurück. Nicht selten sind ärztliche Nachbehandlungen unabdingbar. Dieses Spiel ist deshalb auch nur sehr selten und dann meist bei Hardcore-Masochisten und -Sadisten im BDSM-Kontext zu finden. Diese Foltermethode kennt man aus Filmen und leider wird sie oft von Realsadisten verwendet, weil Zigaretten in diesem Sinne kleine, alltägliche Gegenstände sind, welche problemlos und effektiv als Waffe eingesetzt werden können.

Sounding

siehe -> Dilator, siehe -> Harnröhrendehnung.

Somnophilie

spezieller Fetisch, bei dem der Betroffene sich an schlafenden Personen erregt oder auch befriedigt. Eine sehr umstrittene Fetischart, weil der passive Part nicht teilnimmt, eventuell nicht gefragt wird und damit vielleicht nicht einverstanden ist. Wenn der Betroffene den Schlaf absichtlich herbeiführt liegt ein Missbrauch vor. Somnophilie ist ein eher seltener Fetisch.

Spanischer Reiter

der Spanische Reiter ist ein keilförmiger Holzblock, auf dem der Bottom mit gespreizten Beinen gesetzt wird. Bei manchen Spanischen Reitern wird sogar die spitze Kante zusätzlich mit Metallzacken versehen um die Qualen weiter zu erhöhen. Die Füsse des Bottoms berühren den Boden nicht, so dass das gesamte Gewicht auf der spitzen Kante aufliegt. Mit der Zeit entstehen dem Gefolterten unsägliche Schmerzen. Um den Schmerz zu steigern, werden dem Bottom gerne auch noch zusätzliche Gewichte an den Füssen befestigt.

Seinen Namen hat der Spanische Reiter (auch Spanischer Bock genannt) aus der Zeit der Inquisition. Zu dieser Zeit wurde der Bock als Folterinstrument eingesetzt, um „die Wahrheit“ herauszupressen. Unabhängig von der spanischen Inquisition, wurde der Spanische Reiter auch im fernen Japan und China benutzt. Dem Spanischen Reiter sehr ähnlich ist der sogenannte Strafesel. Dieser besteht einfach aus zwei spitzwinklig aneinander befestigten Brettern. Seinen Namen hat der Strafesel, da gerne ein Eselskopf aus Stroh auf die Holzbretter gesetzt wurde, um den Bestraften zusätzlich zu demütigen. Bei der Benutzung eines Spanischen Reiters, sollte der Bottom niemals alleine gelassen werden. Besonders wenn die spitze Kante nicht gepolstert oder verbreitert ist oder sogar mit Metallkanten versehen ist, können durch zu langes Sitzen ernsthafte Verletzungen entstehen.

Spanking

Spanking bezeichnet das Hauen und  Schlagen auf das bekleidete oder entblösste Gesäss. Dabei werden beim Spanking auch gerne benachbarte Körperteile wie die Oberschenkel, den Rücken oder äussere Geschlechtsorgane behandelt. Die Schläge erfolgen mit der flachen Hand oder mit einem Gegenstand, wie etwa Rohrstock, Peitsche, Birkenrute, Teppichklopfer, Haarbürste, Paddle, Martinet, Tawse oder Ähnliche. Im Englischen steht der Begriff „Spanking“ ursprünglich und weiterhin für die an Schulen (in den USA) und im häuslichen Bereich in der Kindererziehung regelmässig praktizierte Form einer Körperstrafe. Er fungiert dabei umgangssprachlich oft als Oberbegriff für diverse, auf dem Gesäss ausgeführte, Bestrafungsarten wie Caning, Paddling, Switching, Flogging und andere. Davon abgeleitet ist das „erotische Spanking“  als einvernehmliche Sexualpraktik.

Im deutschen Sprachraum wird unter Spanking nur Letzteres verstanden, während für die Züchtigung in der Kindererziehung die Bezeichnung „Prügelstrafe“ und zahlreiche umgangssprachliche Begriffe wie „versohlen“ in Gebrauch sind. Der Begriff „Spanking“ fand in den 1990er Jahren über das Usenet und das World Wide Web rasch Einzug in den Sprachgebrauch von deutschsprachigen Anhängern dieser Sexualpraktik. Auch das englische Verb „to spank“ wird in der Umgangssprache der Subkultur gelegentlich eingedeutscht verwendet („Ich möchte mal wieder gespankt werden.“) sowie weitere Begriffe der Szene wie Spanko (Kurzform von Spankophiler oder Spanking-Fetischist), Spanker und Spankee. Härtere Formen des Spanking im Bereich BDSM benennt man auch als Flagellantismus. (Siehe -> Flagellant, Flagellantin)

Speculum

das Speculum ist ein medizinisches Gerät zum Spreizen der Vagina, bzw. des Anus und stammt aus der Gynäkologie. Es kommt oft bei Klinikspielen, Doktorspielen im BDSM, vor; beispielsweise bei peinlichen Untersuchungen, Reinigungen oder Ähnlichem. Es besteht aus Stahl, ist in der Grösse verstellbar und hält eine Körperöffnung mittels Feststellschraube dauerhaft geöffnet. Das Vaginalspekulum hat 2 Spreizarme (nach oben und unten), das Analspekulum 3 Spreizarme.

Spikes

engl. für Stacheln und Dornen. Im BDSM sind Spikes auch spitze Metallnieten, die in Gruppen, z.B. in Paddles, Handschuhen oder Sohlen, eingenäht sind. Durch Druck und Reibung wird der Masochist durch die Spikes zusätzlichen Schmerz erleben.

Spitting

unter Spitting (engl. für „Spucken“) versteht man alle Spielarten mit menschlichem Speichel. Der/die Bottom empfängt den Speichel des/der Tops als Belohnung und nimmt ihn dankbar auf, oder wird durch einfaches Bespucken oder Anspucken gedemütigt.

Sploshing

das Sploshing ist eine Spielvariante der sogenannten Dirty Games. Einige Männer empfinden es als einen besonderen Fetisch, den weiblichen Körper mit Essen, wie zum Beispiel Honig, Sahnetorte oder Schokoladenpudding, zu besudeln und einzureiben. Sie lieben den Anblick von nackten Frauen, die sich in Essensresten und Schlamm suhlen und reiben. Es handelt sich hier um einen speziellen Fetisch, der nicht sonderlich verbreitet ist, aber im Internetzeitalter gibt es natürlich auch zu diesem Fetisch spezielle Webseiten, Bilder und Videos. Ausserdem ist diese Spielart unter BDSMlern durchaus umstritten, denn: „mit Essen spielt man nicht“. (Siehe -> Fooding)

Spreadeagle

Spreadeagle (engl. für „gespreizter Adler“) meint alle Fesselstellungen, bei denen Arme und Beine weit gespreizt fixiert werden und den Körper fest spannen.

Spreizstange

ist ein Fesselinstrument aus Metall oder Holz, oft in der Länge verstellbar, mit Fesselmanschetten an beiden Enden. Die Spreizstange wird eingesetzt, um den passiven Part in verschiedenen Positionen zu fixieren. Beispielsweise verhindert die Spreizstange zwischen den Füssen des/der Sub, das Schliessen der Schenkel, das Zappeln mit den Beinen und das Herumhopsen. Bestimmte Körperregionen bleiben damit auch für den aktiven Part stets entblösst und erreichbar. Die Spreizstange wird oft in Kombination mit anderen Fesselspielen eingesetzt und ist sehr verbreitet.

Squashing

beim Squashing (engl. für „zerquetschen“) setzt sich ein/e, meist korpulente/r oder dicke/r, Partner/in auf den/die körperlich untergebenen, passiven Partner/in und gibt ihm oder ihr damit das Gefühl der Wehrlosigkeit und Unterlegenheit. Der oder die Gequetschte erleidet dabei Atemnot und Bewegungslosigkeit. In Bordellen bieten oft die „Fat Mamas“ einen derartigen Service an und Rippenbrüche sind dabei keine Seltenheit. Egal ob Sitzen auf Kopf, Brust oder Bauch – alles ist möglich. Zum Geschlechtsakt kommt es hierbei im Normalfall nicht. Der passive Part erregt sich einfach an seinem Zustand der Hilflosigkeit und ist dem dominanten Part bedingungslos ausgeliefert. Welche Gefahren bei Unachtsamkeiten für den passiven Part bestehen, braucht keine extra Erklärung.

Squirting

Squirting ist ein anderes Wort für die weibliche Ejakulation. Vor einiger Zeit war das Phänomen noch recht unbekannt, denn man ging davon aus, dass nur Männer zu einer Ejakulation beim Orgasmus fähig sind – und das trotz der Tatsache, dass Squirting bereits 300 vor Christus bei Aristoteles Erwähnung fand. Beschrieben wurde es als wässrige – natürlich keine Spermien enthaltende – Flüssigkeit, die beim weiblichen Höhepunkt abgesondert werden kann.

Zwar ist theoretisch jede Frau anatomisch zum Squirten in der Lage, praktisch jedoch variieren die Quoten der squirtenden Frauen aber je nach Studie ganz enorm: 47 bis 54 Prozent aller Frauen geben an, Squirting schon einmal selbst erlebt zu haben. Ein Problem dabei dürfte die Schamgrenzen sein, sowie die Verwechslung der Ejakulationsflüssigkeit mit Urin. Neuere Studien belegen, dass das beim Squirting freigesetzte Sekret chemische Ähnlichkeiten zu Ausscheidungen der Prostata hat und Harnflüssigkeit keinesfalls gleicht.

Doch wann und wie kommt es zum Squirting? In der Regel geht dem Squirting ein heftiger Orgasmus voraus. Es zeigte sich, dass ausserdem die Stimulation des G-Punkts förderlich ist. Dabei ist die Missionarsstellung anatomisch eher ungünstig. Eine Penetration von hinten oder in der Reiterstellung ist für Squirting deutlich vorteilhafter. Unverzichtbar dabei ist die Bereitschaft und die Fähigkeit der Frau, sich ganz fallenzulassen. Ohne sexuelle Intensität ist Squirting nur schwer möglich. Eine gängige Praktik ist die Reizung des G-Punkts mit 1-2 Fingern. Sie werden 4-5 cm tief in die Scheide eingeführt und zur Stimulation rhythmisch in Richtung der Bauchdecke gekrümmt. Wichtig ist dabei, dass die Frau sich von dem eventuellen Gefühl des Harndrangs nicht irritieren lässt. Dann kann sie die Intensivierung der Stimulation weiter genießen und schliesslich das Squirting erleben, das von vielen Frauen auch als ein Gefühl des „Zerfliessens“ beschrieben wird. Gelegentlich wird auch davon berichtet, dass durch Fisten die Frau so weit stimuliert wird, dass es zu einem besonders heftigen Orgasmus kommt und eine erhöhte Wahrscheinlichkeit bei diesem Orgasmus zu ejakulieren.

SSC

safe, sane, consensual (engl. für „sicher“, „gesund“ oder „vernünftig“, und „einvernehmlich“) ist die oberste Grundregel der sadomasochistischen Subkultur. Ohne SSC ist BDSM in den meisten Fällen undenkbar. Bei sadomasochistischen Rollenspielen oder Beziehungen ist das gegenseitige Einverständnis immer die Grundvoraussetzung. Es wird niemand zu etwas gezwungen; es sei denn, es gehört zum vereinbarten Spiel.

Statusspiel

als Statusspiele oder Erniedrigungsspiele werden Rollenspiele bezeichnet, die mit dem Ziel der Demütigung und der Herabsetzung des Gegenübers zu tun haben. Zur Festigung des Machtgefälles werden hier verbale, psychische und physische Praktiken angewendet, die den Spielpartner in seiner Würde herabsetzen und ihm seine „niedere Stellung“ bewusst machen.

Stino

Abkürzung für „stinknormal“. Umstrittene, weil von manchen als abwertend empfundene, Bezeichnung der BDSM-Szene für Nicht-BDSMler. (Siehe -> Vanilla)

Strafe

die Strafe, und der damit verbundene Akt der Bestrafung, ist ein fester Bestandteil des BDSM-Spiels. Verhält sich der devote, untergebene Part nicht regelkonform, missachtet er/sie Befehle oder führt die von ihm/ihr verlangten Aufgaben nur teilweise oder fehlerhaft aus, wird er/sie bestraft. Die Art und Weise der Bestrafung, Ausführung und Dauer obliegt dem/der Top. Die Strafe kann eine schmerzhafte Behandlung sein, aber auch ein Entzug von Annehmlichkeiten oder das Ausführen von weiteren Aufgaben. Gerade der masochistische Part in einer BDSM-Session provoziert oft eine Strafe, aus der er seine sexuelle Erregung zieht. Der Sadist geniesst das aktive Bestrafen – dann allerdings ist es ein Erziehungsspiel und keine Disziplinierung.

Straight

im BDSM wird so die strengere, straffere und oft auch härtere Gangart bei Fortgeschritten genannt.

Strap-On

ein Strap-On ist ein Dildo zum umschnallen (auch Umschnalldildo, Strapon oder Dildo Harness). Es handelt sich um ein künstliches männliches Glied aus Silikon, Latex oder Leder, das mit Riemen um die Hüfte und im Schritt befestigt wird. Es wird hauptsächlich von Frauen verwendet, kommt aber auch bei Männern im Gay-Bereich zum Einsatz.

Im BDSM wird es oft von der FemDom verwendet, um den passiven männlichen Part anal zu penetrieren (AV). Auch zu oralen „Übungszwecken“ wird dieses Toy gerne verwendet. Der Erotikhandel bietet den Strap-On in unzähligen Varianten, Formen und Grössen. Von ganz einfachen Umschnalldildos bis hin zu stabilen Lederkorsagen mit auswechselbaren Dildos ist alles erhältlich. Der Strap-On wird auch ausserhalb von BDSM-Techniken als Sextoy benutzt.

Streckbank

die Streckbank (auf Englisch „rack“) ist ein historisches Folterinstrument. Sie stammt aus dem Mittelalter, wo sie dazu benutzt wurde Geständnisse aus vermeidlichen Straftätern und Hexen zu pressen. Die mittelalterliche Streckbank besteht aus einer Art Tisch mit Fesseln für Arme und Beine. Durch einen Mechanismus wurden dem Opfer Arme und Beine langgezogen. Anfänglich empfindet das in der Streckbank eingespannte Opfer eine sehr unangenehme Spannung im gesamten Körper. Durch weiteres Ziehen an Armen und Beinen spannen sich die Gelenke, was bereits starke Schmerzen verursacht. In der letzten Stufe reissen die Knochen aus den Gelenken und fügen unsägliche Schmerzen zu.

Heutzutage wird die Streckbank nicht mehr zur Folter eingesetzt. Einige Tops benutzen sie gerne zur Fesselung und leichten Dehnung des Körpers des Bottom. Die Streckbank dient dabei hauptsächlich zur Fesselung und Fixierung des Bottoms, um anschliessend weitere Behandlungen am Bottom vorzunehmen. Ist der Bottom auf der Streckbank fixiert und gedehnt, ist er völlig wehrlos. Sehr beliebt sind in dieser Situation Behandlungen der Genitalien. Weibliche Bottoms werden auf der Streckbank gerne mit Plugs, Vibratoren, Klemmen oder Klammern behandelt. Bei männlichen Bottoms wird auch gerne der Hoden abgebunden oder misshandelt. Es kann durch eine Streckbank bei falscher Handhabung immenser Schaden zugefügt werden. Der Top sollte genau darauf achten, wie weit er den Bottom dehnt. Bei zu starker Dehnung können die Gelenke und Bänder bleibende Schäden erleiden.

Streichelpeitsche

die Streichelpeitsche ist eine mehrsträngige Peitsche aus dünnen, leichten Lederriemchen oder Stoff, ohne schmerzhafte Wirkung. Sie wird in Filmen oder für Bühnenshows verwendet, aber auch für ein eher symbolisches Auspeitschen bei BDSM-Events. Der/die Gepeitschte verspürt dabei keinen bis leichten Schmerz. Auch für Kitzelspiele (Kitzelfolter) wird oft eine Streichelpeitsche verwendet.

Striemen

damit sind die Spuren von Bestrafungen mit Schlaginstrumenten gemeint. Striemen sind Abzeichnungen auf der Haut und können verschiedene Ausprägungsstufen erreichen, je nach Intensität der erlebten Bestrafung. Die Striemen können bereits nach Stunden, oft aber auch erst nach Tagen oder Wochen verschwinden. Ihre Farbspektrum reicht dabei von rot bis blau/schwarz, je nach Stadium. Die Striemen des/der Top zu tragen kann den/die Sub mit Stolz erfüllen, oder einfach nur an die Bestrafung erinnern.

Stromspiele

darunter versteht man im Zusammenhang mit Sadomasospielen die Verwendung von elektrischen Strömen zur Stimulierung, aber auch zur Bestrafung. Verwendet werden hier spezielle, aus Sicherheitsgründen immer batteriebetriebene, Schwachstromgeräte mit diversen Einstellmöglichkeiten. Intervall, Frequenz und Stärke des Stroms sind stufenlos regelbar. Die Geräte stammen aus der Medizin (Zahntechnik) oder werden speziell für den Erotikmarkt produziert. Stromgeräte jeder Art sind im Sexshop ein Standardartikel und bei weitem nicht so gefährlich, wie man denken könnte. Auch der Begriff „Elektro-Folter“ ist meist übertrieben. Gefahren bestehen aber dennoch, vor allem bei Herzpatienten oder Trägern von Herzschrittmachern. Hier kann die Verwendung lebensgefährlich sein.

Die Stromanwendung erfolgt über Klemmen, die an Brustwarzen, Zunge oder Genitalien befestigt werden. Aufwendigere Modelle funktionieren auch ferngesteuert (kabellos) und bieten damit enorme Spielmöglichkeiten. Des Weiteren sind im Fachhandel auch spezielle Dildos und einführbare Eier in jeglicher Form erhältlich. Stromspiele werden im BDSM auch E-Play, Reizstromtherapie, Elektrosex, E-Games, Stromtherapie oder Ähnliches genannt.

Strumpfhosenfetisch

der Strumphosenfetisch ist eine spezielle Ausrichtung im Bereich der Nylonerotik. Strumpfhosenfetischisten lieben auch oft das Tragen von Strumpfhosen und/oder Damenwäsche unter der Alltagskleidung im täglichen Leben. Eine BDSM-Ausrichtung ist hierzu nicht nötig. Auch sehen sich manche dieser Träger gerne selbst als Transvestit oder transsexuell, auch wenn dies nur reine Vorstellung ist. Bei diesem Fetisch sind überdies viele Kopfspiele denkbar.

Stabklemme/Stabpresse

aus dem Sortiment der Fesselinstrumente: 2 dünne Stäbchen aus Holz oder Metall die von 2 Bändchen zusammengehalten werden. Körperteile wie Zunge, Brustwarzen oder auch Genitalien können damit gequetscht oder streng fixiert werden. Verwendet wird die Stabklemme vor allem bei der „Zungenfolter“.

Sub

die Abkürzung „Sub“ (engl. Abkürzung für „Submissive“) bezeichnet in BDSM-Spielen die sich unterwerfende Person, die vom Gegenpart „Dom“ beherrscht wird. Der oder die Sub unterwirft sich freiwillig dem Willen des Doms, sei es dauerhaft oder zeitlich begrenzt.

Subspace

siehe -> Headspace

Submission

ist die Unterwerfung des Subs. Der devote Rollenspieler unterwirft sich dem dominanten Part, wodurch ein Machtgefälle entsteht. Die Unterwerfung erfolgt freiwillig und demütig in Anerkennung der Position des Tops, keinesfalls durch Zwang. Der devote Part wird beherrscht, weil er/sie es möchte, wünscht und braucht.

Suspension

eine besondere Form des Bondage, wobei der passive Part mit Seilen oder Gurten kunstvoll gefesselt an einem Deckenhaken oder Bondagerahmen frei und ohne Bodenkontakt hängt und schwebt. Sehr häufige Variante im japanischen Bondage. Die Fesselung kann durch Seile oder Ketten erfolgen. Das Hängen erfolgt dabei an Schlaufen, speziellen Hängefesseln oder Metallringen.

Sweet Gwendoline

Sweet Gwendoline ist die weibliche Hauptperson in den Werken des Bondagekünstlers John Willie und Kunstfigur aus dem Bereich Bondage. Gwendoline ist ein französischer Spielfilm des Filmregisseurs und Modefotografen Just Jaeckin aus dem Jahr 1984. Der Film basiert auf dem von John Willie geschaffenen sadomasochistischen Comic-Charakter, Sweet Gwendoline. Es handelt sich um einen klischeehaften Fantasy-Erotic-Streifen, wie er damals üblich war und trieb natürlich auch die Sittenwächter auf die Barrikaden. Sweet Gwendoline ist ebenso ein Lied der Gruppe „Die Ärzte“ aus dem Jahr 1986.

Switcher/Switcherin

Personen, die sowohl die aktive Rolle, als auch die passive Rolle einnehmen, werden als Switcher oder weiblich als Switcherin bezeichnet. Abgeleitet aus dem Englischen: „to switch“ = wechseln, verwandeln, umwandeln. Der Switcher oder die Switcherin liebt sowohl den Sadismus als auch den Masochismus, bzw. sowohl Dominanz als auch Submission und lebt beide Teile aus. Er/Sie spielt also sowohl aktiv als auch passiv. Beide Seiten müssen aber nicht unbedingt denselben Auprägungsgrad beim Switchenden haben. Ein Switchen gibt es sowohl bei wechselndem Partner, als auch während einer Session. Das Switching wird manchmal auch Turnaround genannt. Der Fantasie sind auch hier keine Grenzen gesetzt; es ist erlaubt, was gefällt. 

T

Tabu

im BDSM-Kontext ein Verbot, bestimmte Handlungen auszuführen. Tabus werden vor den Spielen seitens Sub ausgeschlossen. Die sogenannten „Tabus“ werden von den Spielpartnern als bindend empfunden und ein Verstoss im BDSM ist ausgeschlossen. Nichts geschieht ohne gegenseitiges Einverständnis, das ist die Grundregel. Natürlich haben auch Tops Tabus, da sie jedoch auf der Seite der Aktiven sind, werden diese einfach ausgelassen.

Tawse

ist ein längliches Schlaginstrument aus einem (oder 2 übereinander liegende) Lederstreifen, der am Ende gespalten ist.

Tease & Denial

beschreibt das sexuelle Erregen und Verweigern. Tease & Denial ist ein häufiges Element in den sadomasochistischen Rollenspielen. Die dominante Person reizt dabei die devote Person sexuell mit allem, was man sich vorstellen kann. Dann verweigert der/die Dom den Höhepunkt, um etwas später das Spiel erneut zu beginnen. Das „Heiss machen und Verweigern“ ist im BDSM allgegenwärtig, in vielerlei Ausprägungen und Formen (Sadismus).

The Eulenspiegel Society

älteste amerikanische Vereinigung von Sadomasochisten (gegr. 1971).

Tickling

beim Tickling wird der passive Part meist gefesselt und dann von seiner Herrschaft gekitzelt. Kitzeln kann bis zur Folter gesteigert werden. Sensible Stellen am Körper des/der Sub werden gesucht und vorsätzlich durch leichte Berührungen extrem gereizt, so dass der Effekt des Kitzelns entsteht. Reizungen der Haut können durch körperliche Berührungen (Hand, Fuss) oder auch durch Spielzeuge (Federn) verursacht werden. Bereits im Mittelalter war das Kitzeln als „Folter“ bekannt. Beim Kitzeln entsteht zwar kein Schmerz, jedoch ein Gefühl was diesem in nichts nachsteht. Vor allem intensives und längerfristiges Kitzeln führen zu einem erheblichen Unwohlsein des/der Sub. Das Kitzel kann dabei als Strafe gemeint sein oder als allgemeine Erregung des passiven Parts.

Titillation

engl. für „Kitzel-Folter“. Sub wird gefesselt und dann mit fortwährendem Kitzel gefoltert.

Toilettensklave

siehe -> Koprophilie.

Tongue Torture

siehe -> Zungenfolter.

Top

bedeutet „oben“ und ist die Bezeichnung für den aktiven, dominanten BDSM Partner in einem Spiel. Den passiven Part in einem Spiel nennt man auch Bottom, der in der Sadomasoszene das Gegenteil des Tops verkörpert. Top und Bottom bilden zusammen die verbreitete Grundkonstellation für BDSM-Sexspiele und -Lebensformen. Top (und Bottom) können dabei alle Geschlechter verkörpern. Oft werden diese Bezeichnungen dann benutzt, wenn es kein Spiel mit Devotion und Dominanz ist, sonder es sich um Sadismus und Masochismus und/oder um Bondage handelt. Es gelten auch die Bezeichnungen (Male)Dom/FemDom und Femsub/Malesub.

Top Drop

Absturz des aktiven Parts. Ausdruck für Depressionen oder Schuldgefühle des Aktiven, die nach einem Spiel auftreten können, auch wenn dieses Spiel an sich eigentlich erfolgreich war. „Top Drop“ beschreibt deutlich, wie gegensätzlich die Gefühlswelten bei BDSMlern sein können. Natürlich ist ein Top Drop auch nach einem misslungenem Spiel möglich, doch dabei ist nicht nicht der Schweregrad an sich ausschlaggebend, sondern nur der Umstand, dass etwas falsch gelaufen ist.

Topspace

Bei einem gut und sehr harmonisch verlaufendem Spiel kann auch der dominante Part in eine andere Sphäre entrücken und im Sinne von BDSM fliegen. Siehe -> Headspace

Topping from the Bottom

englische Bezeichnung für das Verhalten eines Subs, der/die durch sein Verhalten eine bestimmte Reaktion des Doms erreichen will und in diesem Sinne von untern zu führen versucht. Zum Beispiel gehört das Provozieren von Strafen zur eigenen Luststeigerung dazu oder der Versuch, in der Session die Kontrolle übernehmen zu wollen. Da es sich hierbei um eine Umkehr der ursprünglichen Spielidee handelt, ist dieses Verhalten für ein Spiel ungeeignet. Erfahrene dominante Partner durchschauen Subs verhalten und finden entweder ins Spiel zurück oder beenden es endgültig, sofern Sub keine Einsicht oder Besserung zeigt. Eine weitere Form ist der Wunschzettelsub. (Siehe -> Wunschzettelsub)

Torture Sex

englische Bezeichnung für Sexpraktiken, die mit sadistischen und masochistischen Spielen zu sexueller Erregung eingesetzt werden. Torture bedeutet Folter, daher wird diese allgemeine Bezeichnung für die härtere Gangart des BDSM benutzt.

Toys/Sextoys

alle Utensilien und Sexspielzeuge werden mit dem Oberbegriff „Toys“ zusammengefasst.

TPE

Total Power Exchange (engl. für „totaler Machtaustausch“). So bezeichnet man eine BDSM-Beziehung, in der die vollständige Kontrolle an den Top abgegeben wurde. Es handelt sich um die absolute Abgabe der Macht und Entscheidungsgewalt an den Top und dies umfasst dann alle Lebensbereiche. In einem solchen Fall spricht man von Sklavinnen und Sklaven.

In einer TPE-Beziehung sind die Sklaven in allen Lebenslagen und allen Belangen ihrer Herrschaft unterstellt und unterwürfig. Der Sklave/die Sklavin verzichtet auf alle Rechte zugunsten des Dom. Die Aufgabe des eigenen „Ichs“, bis hin zur kompletten Persönlichkeit, können die Folge sein. Diese Konstellationen sind in der Realität eher selten und stellen die höchsten Anforderungen an den dominanten Part dar. Gefahr besteht vor allem darin, dass der Dom oder die FemDom der Verantwortung und damit verbundenen Anforderungen nicht gewachsen ist und es zu einem tiefen Fall der Beteiligten kommt. Die Folgen sind fatal. Daher sollte dieser Schritt vorher von beiden Seiten reiflich überlegt sein.

Trampling

als Trampling wird im BDSM-Kontext eine Spielart bezeichnet, bei der sich die aktiv-dominante Person auf den Körper der passiv-devoten Person stellt und gegebenenfalls darauf umhergeht,  also trampelt. Ob die Füsse der aktiven Person beim Trampling nackt oder mit speziellem Schuhwerk bekleidet sind, ob sie schmutzig oder sauber sind, ob die Füsse während des Tramplings barfuss, mit Nylon, Baumwolle oder Latex bekleidet sind, ist abhängig von den Vorlieben der Beteiligten. Ebenso kann der Lustgewinn des Tramplings aus ganz verschiedenen Aspekten bestehen. Manche Passive geniessen den Anblick der nackten Füsse und Beine aus der Perspektive des Untenliegenden und vielleicht auch die Gelegenheit beim Malesub, der FemDom dabei ungestraft unter den Rock sehen zu können. Dazu kommt das Gefühl des drückenden Gewichts des Aktiven auf dem Brustkörper oder anderen Körperteilen. Häufig wird Trampling mit CBT (Cock and Ball Torture) verknüpft. (Siehe -> Cock and Ball Torture)

Je nach körperlicher Konstitution des aktiven Trampling-Parts kommt es zu unterschiedlich intensiven Empfindungen beim Passiven, die vom entsprechenden Schuhwerk noch verstärkt werden können. Durch die physisch überhöhte Position des Oberen und das Benutzen des Untenliegenden als „Läufer“ beziehungsweise als „Bettvorleger“, gewinnt das Trampling einen weiteren zentralen Aspekt, der vor allem für eine dominant, beziehungsweise devot, veranlagte Person reizvoll sein dürfte. Abzugrenzen ist das Trampling vom Crushing. (Siehe -> Crushing)

Transvestit

als Transvestit bezeichnet man sowohl einen Mann, der Frauenkleidung träge, als auch eine Frau, die Männerkleidung trägt. Dabei ist der Beweggrund derselbe: sie tragen die Kleidung des anderen Geschlechts, um ihrem innerlichen, wahren Geschlecht Ausdruck zu verleihen. Transvestiten fühlen sich also als Gefangene eines anderen Geschlechts im eigenen Körper. Transvestismus kommt sowohl bei Homosexuellen wie auch bei Heterosexuellen vor und ist somit unabhängig von der sexuellen Orientierung. Der Begriff „Transvestit“, bzw. „Transvestismus“ stammt von Magnus Hirschfeld, der diesen Begriff 1910 prägte. Er definierte alle Menschen als Transvestiten, die gerne die Kleidung des jeweils anderen Geschlechts tragen, aus dem Wunsch heraus, das andere Geschlecht so genau wie möglich nachzuahmen und sich auch so zu verhalten und zu fühlen. Heute trifft diese Beschreibung am ehesten auf die Transgender zu.

  • Crossdresser: Transvestiten zählen heute zu den Crossdressern – siehe Crossdressing
  • Dragqueen: Ebenfalls gibt es eine klar Abgrenzung zwischen Transvestit und Dragqueen. (Siehe -> Dragqueen)
  • Damenwäscheträger: Zu finden sind auch reine DWT. (Siehe -> Damenwäscheträger)

Trichophilie

betroffene Personen werden beim Haarfetischismus durch menschliches Haar sexuell stimuliert. Es kann hier um das Kopfhaar, das Körperhaar oder auch das Schamhaar oder Achselhaar gehen. Haarfetischisten zeigen folgende Symptome:

  • sexuelle Erregbarkeit durch Haare, abnormale Beschäftigung mit Haaren, sexuelle Fantasien über Haare
  • sexuelle Triebhaftigkeit nach Haaren, sexuelles Interesse, welches vorwiegend auf Haare fixiert ist
  • Wie bei allen Fetischen ist auch hier die Ursache nicht wissenschaftlich geklärt; vermutet werden auch hier Veranlagung und Kindheitserlebnisse als Auslöser.

Tunnelspiele

ähnlich wie bei einem wortwörtlichen Tunnel, der einspurig befahren wird, gibt es bei sogenannten Tunnelspielen kein Zurück mehr. Einmal begonnen, ist das Tunnelspiel nicht mehr abbrechbar, sondern dauert so lange bis die Behandlung ihre Wirkung verliert. Viele BDSMler finden gerade die Ausweglosigkeit des Tunnelspiels besonders reizvoll. Alle Beteiligten müssen sich vorher überlegen, auf was sie sich einlassen – hat das Tunnelspiel erst einmal begonnen, kommen alle Überlegungen zu spät. Daher erfordert das Tunnelspiel vor allem beim passiven Part ein hohes Mass an Bereitschaft, eventuell auch über die eigenen Grenzen hinauszugehen und sich ganz und gar einem vielleicht aufkommenden Ohnmachtsgefühl hinzugeben. Ein klassisches, wenn auch verhältnismässig harmloses, Tunnelspiel in der BDSM-Szene dürfte einerseits das Spiel mit Brennesseln, oder auch das sogenannte „Figging“ sein. Hier wird dem Passiven ein geschältes Stück Ingwer in den Anus oder in die Scheide eingeführt, das dort für längere Zeit (und auch nach Entfernung) einen Wärme- und Schmerzreiz auslöst, ohne tatsächlichen Schaden anzurichten.

Eine andere Variante des Tunnelspiels ist das Fesseln des Bottoms mit einem Zeitschloss – natürlich mit der Vereinbarung, dass das Schloss nicht manuell gelöst werden wird. In gewisser Weise ist auch der Aktive während einem Tunnelspiel den Gegebenheiten „ausgeliefert“, was das Ganze zu einem wohl intensiven und zusammenschweissenden, aber gegebenenfalls zu einem riskanten Unterfangen machen kann. Auf die Verwendung von Safewords wird beim Tunnelspiel verzichtet. Je nach Variante des Tunnelspiels hätte ein Stop-Wort ohnehin keinen Sinn. Es empfiehlt sich zudem nicht, die ersten Erfahrungen mit BDSM direkt mit Tunnelspielen zu sammeln. Gelegentlich wollen Bottoms auch ohne einen Top Tunnelspiele durchführen. Dafür wurden sogenannte Eisschlösser entwickelt. Diese werden mit Wasser gefüllt und in den Eisschrank gelegt, bis das Wasser gefroren ist. Anschließend kann sich der Bottom selber Fesseln und kommt erst wieder frei, wenn das Eis geschmolzen ist. Je nach Ausführung dauert die Zeit des Gefesseltseins zwischen zwei und acht Stunden.

Turnaround

siehe-> Switching, Switcher/Switcherin.

U

Überwältigungsspiele

bei den Überwältigungsspielen, auch bekannt als Rough Body Play, wird Bottom von Top mittels „Kampf“ überwältigt und (meist zum Sex) „gezwungen“. Körperliche Gegenwehr von Bottom ist bei dieser Spielart ausdrücklich erwünscht. Inwieweit diese Gegenwehr sein darf, ist natürlich immer abhängig vom Geschmack der Beteiligten. Doch es gibt auch Tops, die bei dieser Spielart Kratzer und Bisse gern in Kauf nehmen. (Siehe -> Rough Body Play)

Unberührbarkeit

die unberührbare Dominanz, also Unberührbarkeit der dominanten Person im Spiel, ist eines der gängigsten BDSM-Klischees. Meister sind hier äusserst selten, die sich von ihrer Sklavin nicht berühren lassen. Fast immer ist es die Aufgabe der Sklavin ihrem Herrn auch körperlich zu befriedigen und zu dienen.

Die unberührbare FemDom ist eine verbreitete Fantasie bei Männern. In festen Femdombeziehungen ist dies aber in der Praxis eher die Ausnahme. Bei Spielbeziehungen ist die Unberührbarkeit aus verschiedenen Gründen anzutreffen, zum Beispiel, wenn die FemDom verheiratet ist und eine entsprechende Vereinbarung getroffen hat. Zwar ist Geschlechtsverkehr zwischen FemDom und Sklaven in diesem Fall nicht immer üblich, doch sehnt sich der devote und/oder masochistische Sub nach deren Nähe. Darauf verzichten zu müssen, kann jedoch psychologischen Masochismus bedienen.

Unterspritzungen/Aufspritzungen

so werden Praktiken im Klinikbereich bezeichnet, bei denen „Klinikpatienten“ z.B. Kochsalzlösungen per Spritze unter die Haut und in die Schwellkörper gespritzt werden. Ergebnis ist eine, je nach Menge, deutlich sichtbare Schwellung, die nach einer gewissen Zeit wieder verschwindet, da die Kochsalzlösung langsam vom Körper abgebaut wird. Bekannt sind hier vor allem die „Hodensackinfusion“ und die „Brustvergrösserung“(Brust-, Hodensackvergrößerungen). Diese Praktiken beinhalten Infektions- und Verletzungsgefahren und sollten nur von fachkundigen Tops durchgeführt werden. Es gilt unbedingt auf Sauberkeit der Umgebung achten, die Hygiene einhalten und sich nach der Qualifikation der „Ärztin“ zu erkundigen!

Unterwerfung

die Unterwerfung findet entweder passiv statt, das heisst die devote Person unterwirft sich der Dominanten, oder aktiv, das heißt die dominante Person unterwirft die Passive. Beide Rollenspielarten kommen im BDSM vor und dienen dem Machtaustasuch im sadomasochistischen Rollenspiel. Die unterworfene Person dient der Herrschaft, welche befiehlt. Durch Sprache, Haltung und Verhalten zeigt der Unterworfene seine Unterwürfigkeit und seine Hingabe und seine Anerkennung der passiven Rolle. Mit der „Unterwerfung“ in den verschiedenste Ausprägungen werden im BDSM oft diverse Rollenspiele gestartet und eine Session beginnt in der Regel mit dem Kniefall des passiven Parts.

Urophilie

Fachausdruck für für die Neigung zu Natursekt, NS oder Goldern Shower. Diese bezeichnet die sexuelle Vorliebe für Urin. Dabei geht es Natursekt-Liebhabern entweder um den Urin selber, dessen Geruch oder einfach um den Akt des Urinierens und finden diesen sexuell erregend. Bei einigen Ausprägungen geht es um die orale Aufnahme des Urins oder darum, vom Partner mit Natursekt angepinkelt zu werden. Die Urophilie findet sich bei beiden Geschlechtern gleichermassen. Bei allen Urophilien fehlt die gesellschaftliche Akzeptanz, weshalb über diese Vorliebe nicht offen gesprochen wird. Oft steht die Vorliebe für Natursekt in enger Verbindung mit Koprophilie, also der sexuellen Vorliebe für (Natur-)Kaviar oder in BDSM-Beziehungen zwischen einem Meister oder einer Herrin und einem Toilettensklaven. Diese Praktiken finden entweder einvernehmlich (also Consensual im Sinne von RACK) statt oder unter Zwang durch den dominanten Partner. Bei beiden Möglichkeiten geht es aber darum, dass der dominante Part seine Überlegenheit und Macht gegenüber dem devoten Part demonstriert und auslebt. Der Natursekt wird in diesen Beziehungen für unterschiedliche Zwecke eingesetzt, zum Beispiel für Demütigung, Bestrafung, Objektifizierung, Belohnung oder zur Harnverwaltung. Hauptsächlich wird der Natursekt also für Dom-Dev-Spiele benutzt, um klar zu definieren wer welchen Part in der Beziehung einnimmt.

Unterschiede gibt es auch bei der Nutzung des Natursekts. Einige mögen es einfach nur vom Partner (oder Fremden) anuriniert zu werden, wohingegen andere den Urin trinken oder einfach nur zusehen, wie jemand anderes uriniert. Vorsicht ist geboten, wenn Spender krank sind oder Medikamente einnehmen, welche über die Verarbeitung in den Nieren in den Urin gelangen. Rein medizinisch spricht nichts gegen die Aufnahme von frischem Urin von gesunden und medikamentfreien Menschen. Frischer Urin enthält nur wenige, für gesunde Menschen unbedenkliche Bakterien. Gelagertes Urin sollte man jedoch nicht einnehmen, da schon nach kurzer Zeit eine starke Belastung mit Bakterien einsetzt. Es besteht jedoch das Risiko, sich bei kranken Menschen anzustecken. Mediziner raten dringend ab, wenn Teilnehmer an Blasenentzündung leiden oder an schwerwiegenden Krankheiten leiden wie Hepatitis A oder AIDS.

Der wohl bekannteste Natursekt-Liebhaber war Picasso, der sogar ein Bild einer urinierenden Frau malte. Inzwischen gibt es auch schon zahlreiche Bücher, die sich mehr oder weniger literarisch wertvoll mit dem Thema Natursekt auseinandersetzen.

Urtikation

Schlagspiele mit Brennesseln, wobei der/die Sub mit den Brennesseln bestrichen und „verbrannt“ wird. Die Folge ist ein Brennen und Jucken der Haut mit Rötungen, die nach einiger Zeit wieder abklingen. Es gehört zu den Tunnelspielen, da die Dauer des Juckens und Brennens nicht abgeschätzt werden kann, bzw. von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich lange anhalten kann. Vor diesen Spielen sollte man aber immer prüfen, ob nicht eine Allergie besteht. Ebenso, wenn man diese Spielart lange nicht mehr praktiziert hat. Allergien könne sich auch später ganz plötzlich entwickeln.

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