BDSM Lexikon YZ

Y

Y-Stellung

der/die Sub wird mit gespreizten Beinen mit dem Kopf nach unten aufgehängt, oder stehend gefesselt mit nach oben gespreizten Armen. Diese Stellungen werden auch als Y-Stellung bezeichnet.

Z

Zahnfetisch

die Zahnbehandlung ist ein Teil der Klinikerotik. Zahnarztbesuche sind bei den meisten Menschen nicht beliebt und schon gar nicht sexuell stimulierend. Es gibt aber Menschen, die gerade die Zahnbehandlung als ihren speziellen Fetisch für sich entdeckt haben. Entweder als sexuelle Fantasie oder auch als reales Rollenspiel. Natürlich sind solchen Behandlungen nur gespielt und simuliert. Der Zahnfetisch kommt eher selten und wird nur von wenigen Tops wirklich umgesetzt, meist bleibt es bei stark vereinfachten und reduzierten Spielformen.

Zentai

Zentai ist japanisch und heisst so viel „Ganzkörperstrumpfhose“. Es ist ein eng anliegender Anzug, meistens aus dehnbaren Materialien wie Nylon oder Latex. Zentais die den Kopf nicht mit bedecken, nennt man Catsuits. Im BDSM-Bereich werden Zentais unterschiedlich genutzt. Viele Fetischisten empfinden die eng anliegenden Materialien als sehr angenehm und erregend. Besonders Latex findet an dieser Stelle einige Liebhaber. Während des Liebesspiels tragen häufig beide Partner einen Zentai, der an den entscheidenden Stellen Öffnungen besitzt, um den eigentlichen Geschlechtsakt zu ermöglichen. Dabei ist aber das Berühren durch und mit dem Zentai das zentrale Element.

Auch bei der Atemkontrolle können Zentais ihre Anwendung finden. Einige Materialien sind nicht oder nur begrenzt luftdurchlässig und können zur Kontrolle des Atems eingesetzt werden. Manche Materialien sind in trockenem Zustand luftdurchlässig und werden erst durch Wasser luftdicht. Gleichzeitig findet durch das Tragen eines Zentai eine Anonymisierung statt, wodurch es dem dominanten Part einfacher fällt, sadistische Handlungen am Bottom durchzuführen. Der Bottom selber wird durch das vollständige Verhüllen seines Körpers und Gesichts noch weiter degradiert und unterworfen.

Ein Zentai wird auch für den Sinnesentzug eingesetzt. Hauptsächlich kann ein Zentai das Sehen minimieren oder gänzlich verweigern. Bei manchen Modellen ist es auch möglich das Hören stark einzuschränken. Durch den Sinnesentzug werden die Berührungen und Stimulationen des Partners noch intensiver; alleine durch die Ungewissheit, welche Stelle auf welche Art als nächstes berührt wird.

Zerstörung

mit der „Zerstörung“ ist die Schwächung der Psyche des passiven, untergebenen Spielpartners gemeint und wird im negativen Kontext verwendet, also dann, wenn etwas wirklich Ungutes unter dem Deckmantel von BDSM passiert ist. Die Zerstörung ist nie das Ziel in einem BDSM-Spiel, sondern beschreibt den psychischen Ausnahmezustand der Subs, denen nach langanhaltendem oder dauerhaftem bespielt werden, die Rückkehr in die Realität verweigert wird. Eine psychische Zerstörung ist also mehr als nur ein „Absturz“ im Gameplay. Die Zerstörung ist der Verlust des seelischen Gleichgewichts und bringt den passiven Spielpartner in eine extrem gefährliche Lage. Fast immer sind medizinische Behandlungen und langjährige Therapien die notwendige Folge. In allgemein üblichen Rollenspielen kommen solche Zerstörungen kaum vor.

Zerstörungen sind eher nur aus extrem gelebten 24/7-Beziehungen unter sadomasochistischen Herrschaften bekannt, in denen beide Teile, der dominante und der passive im Laufe der Zeit die Kontrolle über sich selbst und den Gegenüber verloren haben.

Zierbondage

die Zierbondage ist ein Fesselspiel, bei dem es darum geht den/die Sub möglichst ansehnlich zu fesseln und zu fixieren, wie z. B. bei japanischen Bondagearten. Verwendet werden meist mehrere, unterschiedlich lange Baumwollseile in diversen Farben. Der künstlerische Anspruch steht im Vordergrund, Symmetrie und Fantasie sind wichtige Bestandteile. Zierbondage ist das Gegenteil von Zweckbondage. Zierfesselungen werden auch auf Partys getragen und dienen als Schmuck oder Zeichnung.

Zigarettenspiele

siehe -> Smoking Games.

Zofe

der Begriff „Zofe“ stammt eigentlich aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Es handelt sich bei einer Zofe um eine Dienerin einer vornehmen Dame, die deutlich höher im Rang steht, damals meistens eine Adlige. Zofen waren damals wie auch heute noch, höher im Stand als Sklaven und Leibeigene.

Im BDSM hat sich die Zofe etabliert als freiwillige Dienerin einer dominanten Herrin. Dabei muss die Zofe nicht zwangsläufig eine Frau sein, es kann auch ein Mann, TV, TS oder DWT seien, der sich zur Zofe ausbilden lässt. Die Ausbildung eines Mannes findet im Rahmen einer Feminisierung statt. Sowohl männliche als auch weibliche Zofen werden dabei in der Regel in High Heels gesteckt und lernen das richtige und fehlerfreie Gehen. Ebenfalls wichtig ist das Verhalten, wenn die Herrin den Raum betritt. Hier hat die Zofe den Blick zu senken und die korrekte Ansprache ihrer Herrin zu beachten, mit Titel und Namen. Bei der Kleidung gibt es unterschiedliche Vorlieben und Neigungen. Am häufigsten werden Kostüme einer French Maid verwendet. (Siehe -> French Maid)

Alle Aktionen zwischen dem dominanten, herrschaftlichen Part und dem passiven, devoten Part geschehen im gegenseitigen Einvernehmen. Dabei werden die Lebensumstände, Vorlieben und Tabus der Zofe berücksichtigt, respektiert und individuell festgelegt. In manchen Beziehungen zwischen einer Herrin und einer Zofe, läuft die Ausbildung mit Keuschhaltung einher.

Zoomimik

siehe -> Petplay.

Zuchtmeister/in

eine oft in Verbindung mit Dressurspielen verwendete Bezeichnung für den/die Top. Die weiblichen und männlichen Zuchtmeister erziehen die Subs gemäss ihren Vorstellungen unter Verwendung von Strafen und Hilfsmittel, wie z.B. der Peitsche oder des Rohrstocks. Im Petplay ist diese Bezeichnung sehr verbreitet und wird auch oft durch die entsprechende Kleidung, wie Reitstiefel und Reiterhosen unterstrichen. (Siehe -> Petplay)

Züchtigung

die Züchtigung ist eine Bestrafung mit Rohrstock, Peitsche oder Riemen auf das Gesäss oder andere dafür geeignete Körperstellen. Die Züchtigung ist ein sehr häufiges Rollenspiel im BDSM. Die Intensität und Härte der Züchtigung hängt natürlich von der Veranlagung der gezüchtigten Person ab. Der entstehende Schmerz dient der Erziehung. Manchmal wird Züchtigung auch nur als Spiel gesehen, da dient die Züchtigung der Lust (siehe -> Erziehungsspiele). Vor allem Anfänger träumen oft von strengen, harten Züchtigungen und stellen bei einem realen Spiel fest, dass ihre Fantasie und Träume erheblich anregender waren, als die Züchtigung in der Realität. Das Spiel wird dann durch das „Safeword“ beendet. Erfahrene Sadisten beginnen deshalb mit einer leichten Züchtigung und steigern diese nach und nach. Die Züchtigung kann auch auf viele andere Arten erfolgen. Bekannt ist zum Beispiel auch die Englische Erziehung  (siehe -> Englische Erziehung) oder die Bastonade (siehe -> Bastonade). Eine Züchtigung, je nach Ausprägung, hinterlässt Spuren in Form von Striemen, die je nach Härtegrad auch Wochen danach noch sichtbar sein können.

Zugklammern/Zugklemmen

besondere Art der Klemmen und Klammern, bei denen durch das Ziehen oder das Anhängen von Gewichten der Druck der Klammer weiter erhöht wird. In zahlreichen Varianten verfügbar. Auch als Japanese Sewing Clamps bekannt. Die sadistischen Rollenspielerinnen und -Spieler setzen die Klemmen an Nippeln oder Genitalien und erhöhen durch das Ziehen an einem Bindfaden oder Riemen den Druck, um den masochistischen Part portioniert zu quälen und zu foltern.

Zungenfolter/Zungenfesselung

bei der Zungenfolter (Tongue Torture) und bei der Zungenfesselung (Tongue Bondage) handelt es sich um das Quälen oder um die Fesselung der Zunge. Gequält wird mit unterschiedlichen Werkzeugen wie Klammern oder Pressstäbchen. Die Zunge wird dabei oft in ausgestreckter Position fixiert und es ist dem so Gefesselten unmöglich die Zunge einzuziehen oder den Mund zu schliessen. Diese Position ist sehr unangenehm und hindert den bespielten Part auch am Sprechen. Die Zungenfesselung dient auch der Disziplinierung oder Bestrafung.

Zwangsabmelkung

eine andere Bezeichnung für die „Zwangsentsamung“, welche die Wehrlosigkeit des gemolkenen Sklaven verdeutlichen soll. Es werden dabei der Melkmaschine nachempfundene Saugpumpen oder auch echte Geräte vom Bauernhof verwendet, die eine absolute Reizüberflutung verursachen sollen und dem Sklaven jede Form der sexuellen Lust vergehen lassen. Der gefesselte Sklave wird hierbei so oft wie möglich hintereinander zum Samenerguss „gepumpt“, bis keine sexuelle Reizung mehr erfolgen kann. In der männlichen Fantasie kommen derartige Spiele oft vor, bestehen den Test mit der Realität jedoch nicht. Einige Subs ziehen jedoch genau aus diesem Spiel grosse Lust.

Zwangsentsamung

geläufige Praktik, wobei der meist fixierte, passive, männliche Part durch permanente Stimulation zur möglichst mehrfachen Ejakulation (Orgasmus) gebracht wird. Die Stimulation erfolgt dabei entweder mit der Hand, oder aber auch mechanisch mit speziell dafür entwickelten Sexspielzeugen (Melkmaschienen, Vibratoren, Vakuumpumpen). Dabei steht die sexuelle Reizüberflutung oder sexuelle Überreizung im Vordergrund. Ziel der aktiven Person ist dabei, unter der Anwendung von Zwang, ausschliesslich das wiederholte Erzeugen von Orgasmen, ohne echte Rücksicht auf die Bedürfnisse des „Gezwungenen“. Verwendet werden auch die Begriffe „Melkspiele“ oder „Abmelken“.

Zwangsfeminisierung

bei der Zwangsfeminisierung (Effeminisation /Forced Feminization) handelt es sich um „Kastrationsspiele“. Natürlich findet dabei keine echte Kastration statt, sondern wird vielmehr ein Rollenspiel mit entsprechendem Inhalt kreiert, wobei die Einzelheiten individuell von den Wünschen der Beteiligten festgelegt werden.

Zwangsjacke

in früheren Zeiten in der Psychiatrie verwendete Jacke aus Leinen zur Fesselung und Ruhigstellung von Patienten. Die Zwangsjacke in BDSM-Spielen dient zur Fesselung des/der Sub. Durch die Zwangsjacke wird der Oberkörper des/der Sub fest verschnürt und die Arme fest fixiert. Das Konzept der Zwangsjacke zielt darauf, eine Selbstbefreiung unmöglich zu machen und die Handlungsfreiheit des Tragenden erheblich einzuschränken, zum Selbstschutz und zum Schutz anderer. Im Zuge des „Mode SM“ gibt es Zwangsjacken im Handel natürlich auch aus Leder oder festem Gummi in jeder Größe, Form und Ausführung. In der Psychiatrie findet sie, zumindest in der westlichen Welt, heutzutage keine Anwendung mehr. Sie wurde als „menschenunwürdig“ eingestuft und es wurde auf medikamentöse Behandlung umgestellt.

Zweckbondage

Hierunter fallen alle Fesselspiele, bei denen das Bondage nicht das Hauptziel ist, sondern mit der Fesselung des passiven Parts ein bestimmter Zweck verfolgt wird. Es können vielerlei verschiedene Fixierungsmaterialien verwendet werden. Zum Beispiel wird der/die Sub gefesselt, um ihn besser bestrafen oder benutzen zu können. Zu diesem Zweck wird er/sie vorher fixiert. Mithilfe einer Fesselung wird der Körper des/der Sub in einer bestimmten, vom aktiven Part gewünschten, Position und Körperhaltung fixiert, um ein Bespielen oder Penetrieren leichter gestalten zu können, oder um bestimmte Verhaltensformen des passiven Parts zu üben und zu festigen. (Siehe -> Bondage)

Zweilochsklave

Als Zweilochsklave werden Sklaven bezeichnet, die dem dominanten Part zwei Körperöffnungen, nämlich Mund und Anus zur Befriedigung bereitstellen. Oft werden Ausbildungen zum Zweilochsklaven angeboten. Enthalten sind darin sowohl die Dehnungsspiele und „Blastraining“ wie auch am Ende die Verwendung und Bereitstellung an andere Männer. Grundsätzlich verfügt der/die Top über die beiden Körperöffnungen seines/ihres Zweilochsklaven, manchmal feminisiert auch Zweilochstute genannt.

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