Orgasmus-Kontrolle, Keuschhaltung und EPE

Orgasmuskontrolle und Keuschhaltung sind wichtige Themen bei Femdom. Sowohl in Spielbeziehungen wie auch in festen Partnerschaften, sind es beliebte Spielvarianten, die sehr unterschiedlich akzentuiert werden können. EPE, also Erotic Power Exchange, beschreibt im Gegensatz zu den Aktivitäten den Zustand der immerwährenden Macht der FemDom über die Sexualität ihres Subs.

Erotic Power Exchange (EPE)

EPE ist ein Begriff, welchen den vereinbarten erotischen Machtwechsel im Rahmen von BDSM umschreibt. In Femdombeziehungen hat die FemDom bei EPE jederzeit das Recht, über das Sexualleben ihres Subs zu bestimmen. Sie kann ihm sexuelle Aktivitäten verbieten oder solche einfordern, wie es ihr beliebt. Er hat ihr zur Verfügung zu stehen, damit sie ihn benutzen oder Sex mit ihm haben kann oder ihn in einer Session nach ihrem Gusto behandeln kann. Sein Sexualtrieb wird ihr gänzlich unterstellt und Orgasmen erfolgen einzig auf ihren Wunsch, auf ihre Anweisung oder mit ihrer expliziten Erlaubnis. EPE wird meistens 24/7 gelebt, das heisst jederzeit, egal ob die FemDom physisch anwesend ist oder nicht. EPE beschreibt das Machtgefälle, welches sich auch in den Köpfen der beiden Partner manifestiert und seine Wirkung pausenlos entfaltet.

EPE, der erste Akt in unserer Femdom-Beziehung

Bei unserem Einstieg in BDSM war die Abgabe seiner Sexualität an mich der erste Akt und Pakt, den wir zusammen geschlossen haben. Hier standen keinerlei Kompromisse zur Verfügung; diese Macht wollte ich. Endlich darüber bestimmen können, ob er einen Orgasmus haben darf oder nicht, erfüllte mich mit grosser Freude und Genugtuung. Seine Sexualität wurde zu meiner und damit war der erste Schritt in eine noch glücklichere Sexualität getan. Von nun an lag es einzig an mir. Ein erhebendes Gefühl, die Drehscheibe nicht nur meines, sondern auch seines sexuellen Glücks zu sein. In diesem magischen Augenblick wusste ich, der Orgasmus wird zu einem ersehnten und kostbaren Schatz für meinen Sub und der Lohn für seine Hingabe, sein Vertrauen und seine Treue.

Von Orgasmuskontrolle bis Keuschhaltung

Orgasmuskontrolle kann, von einem sanften Spiel bis hin zu einer strengen Keuschhaltung, alles beinhalten. Jede FemDom wird ihre eigenen Settings finden und ausleben. Wichtig ist ihre eigene Leidenschaft für das Thema und dass sie sich damit voll und ganz identifizieren kann. Selbst dann, wenn vielleicht der Sub die Initiative ergriffen hat; es muss ihr Anliegen werden und ihr Wunsch sein, damit es mehr als eine Eintagsfliege bleibt.

Orgasmuskontrolle

Das Befehlen, Erlauben oder Verbieten des Orgasmus durch die FemDom, ist die gängigste Orgasmuskontrolle. Dies kann durchaus nur als Spielvariante in Sessions ausgekostet werden. Hauptsache sie entscheidet, wann, wo, mit wem und auf welche Weise er einen Orgasmus erleben darf. Bei EPE ist dies sogar eine dauerhafte Angelegenheit, also 24/7, wie oben bereits beschrieben. Dabei ist er in allen sexuellen Dingen alleine auf seine FemDom fokussiert und muss absolut treu sein.

Für mich war dies die Offenbarung, dass ich dies verlangen kann. Bis zu diesem einen Moment, in dem mir klar wurde, dass ich eine FemDom bin, lag ich im Clinch mit dem Teil seiner Sexualität, welche ausserhalb von mir stattfand. Nicht dass er fremd ging, wer jedoch kennt in unserer Zeit nicht das stets verfügbare Internet, mit seinen zahlreichen Möglichkeiten; besonders im Erotikbereich. Frei herunterladbare Pornos, Bilder und Seiten, welche genau dafür gemacht sind, ihn anzuheizen und ihn als Kunde für Produkte oder Dienstleistungen zu gewinnen. Damit war jetzt Schluss! Keine Pornos, keine geilen Expeditionen im Internet und eben: keine Selbstbefriedigung mehr. Sein Orgasmus wurde meiner – bleibt meiner und ich alleine führe Regie.

Tease & Denial

Der Begriff der Orgasmuskontrolle beschreibt alle erotischen Spiele rund um das Verbieten oder Hinauszögern eines Orgasmus. Wird es nur in einer Session praktiziert, kennt man es als Tease & Denial, was so viel heisst wie „Erregen und Verweigern“. Diese Technik zielt darauf ab, seine Erregung zu steigern und ihn mit der Verweigerung des Höhepunktes zu frustrieren und zu demütigen. Diese Abfolge wird beliebig oft wiederholt. Meinen Sub errege ich in Sessions mit allen möglichen Mitteln und behandle ihn wie ein lebendiges Spielzeug meiner Lust. Er darf jedoch nicht kommen und muss einen kommenden Orgasmus mit einem kräftigen „Stopp“ ankündigen, bevor dieser sich verselbstständigt. Ich brauche wohl nicht zu sagen, wie sehr ich das gestöhnte, hilflose, sehnsuchtsvolle und oft frustrierte „Stopp“ geniesse, bis ich es schliesslich zu einem befriedigenden Ende führe oder es ohne Höhepunkt für ihn beende. Das zweite praktiziere ich weniger häufig, denn ich liebe diesen Orgasmus einfach zu sehr, den ich ihm als Einzige bescheren kann.

Edging

Edging ist erwähnenswert, obwohl dies bei Femdom und Orgasmuskontrolle sehr selten praktiziert wird. Bei Edging wird der Mann ebenfalls bis kurz vor den Orgasmus stimuliert und ebenso wird dann, nach einer Pause, mit der Stimulierung weiter gemacht. Jedoch ist hier nicht Leiden und Ersehnen im Vordergrund, sondern die Steigerung der Lust. Hier geht es nur darum, den eigentlichen Orgasmus so lange wie möglich hinauszuzögern, jedoch ganz ohne frustrierende Elemente, da dies von einem Liebhaber dieser Technik sehr genossen wird. Dieser Vorgang kann theoretisch über Stunden dauern; das Ziel ist jedoch nicht Erlösung eines Leidens, sondern ein fulminant empfundener Orgasmus. Edging praktizieren manche Männer auch, wenn sie sich selbst befriedigen. Im Lustspiel mit der Partnerin/dem Partner wird diese Technik ebenfalls ganz ohne Bezug zu BDSM genossen.

Der ruinierte Orgasmus

Der ruinierte Orgasmus, der am Ende eines solches Spiels stattfinden kann, ist oft Teil einer Orgasmuskontrolle. Hier werden die lustvollen und intensiven Empfindungen, welche den Orgasmus normalerweise begleiten dadurch ruiniert, dass man nur genau bis zu dem Punkt, wo es kein zurück mehr gibt stimuliert und dann nichts mehr weiter tut, als zu zuschauen und zu geniessen, wie er ausläuft. Der ruinierte Orgasmus ist bei einigen Femdompaaren sehr beliebt, weil der Samenerguss zwar stattfindet, jedoch der Sklave dabei keine Orgasmusgefühle empfinden kann.

Zwangsorgasmen

Ein weiteres oft gespieltes Setting ist das Erzwingen eines Orgasmus und das Weitermachen nach diesem. Es ist ein starkes Spiel der Macht, den Sub zu einem Orgasmus zu bringen, ohne dass er sich dem verweigern kann. Beim Fortfahren nach dem Orgasmus wird es zum Spiel mit der Überreizung. Hier wird manuell weiter stimuliert, oder mit entsprechenden Sextoys nachgeholfen, bis weitere Samenergüsse stattfinden. Das dauert bis zu dem Moment, wo einfach gar nichts mehr kommt. Diese Überreizung ist eine sehr grosse Herausforderung und manchmal nur möglich auszuführen, wenn man den Mann fixiert. Gleichzeitig kann dies vom Sub als sehr erregend empfunden werden. Die Ohnmacht, der FemDom mit dem besten Stück auf Gedeih und Verderb ausgeliefert zu sein, kann zu intensiven emotionalen Höhepunkten beim Sub führen.

Abmelken

Bei der Orgasmuskontrolle durch Abmelken ist klassischerweise auch die männliche Prostata involviert. Die Stimulation der Prostata mit dem Zweck, seinen Samenerguss hervorzurufen, wird ebenfalls als gängige Variante der Orgasmuskontrolle angesehen. Besonders bei der Orgasmuskontrolle durch Keuschhaltung mit dem Keuschheitskäfig, wird Abmelken als Variante eines erwünschten Auslaufens angewendet. Abmelken ist jedoch auch eine Vorliebe, welche einfach für sich im Rahmen der Orgasmuskontrolle ausgelebt werden kann. Es wäre jedoch falsch anzunehmen, dass durch diese Massagen Sub keinen Genuss empfinden würde, ganz im Gegenteil. Zu erwähnen ist, dass es entgegen gängiger Meinung nicht jedem möglich ist, auf diese Weise einen Samenerguss zu erreichen, zumindest braucht es hierzu viel Fingerspitzengefühl, Übung und Geduld.

Keuschhaltung

Keuschhaltung bedingt nicht zwingenderweise einen Keuschheitskäfig (KG), wie vielfach angenommen wird. Unumstritten ist jedoch, dass eine Vielzahl von Männer nicht in der Lage ist, die Finger von sich zu lassen, so dass ein KG sich aufdrängt. Der KG führt dazu, dass der Sub jederzeit an die Anwesenheit seiner FemDom erinnert wird, auch wenn sie geografisch weit entfernt ist. Es gibt jedoch keine Gewähr; der Sklave kann es sich trotz Keuschheitskäfig unter erschwerten Umständen immer noch selbst besorgen, denn einen 100% sicheren Käfig gibt es kaum. Allerdings wirkt der KG wie eine Barriere, welche nicht nur physisch, sondern auch psychisch den Sub aufhält und daran hindert. Viele Männer wünschen sich eine von Aussen geführte Disziplinierung ihres Sexualtriebes mittels eines Keuschheitskäfig und finden darin Erfüllung.

Einige Sklaven stellen fest, dass die Fantasie mit der Realität nicht konform geht. Es ist nicht immer angenehm, einen Keuschheitskäfig zu tragen und es kann einige Zeit dauern, bis der Passende gefunden wird. Wie der Weg mit einem Keuschheitskäfig am besten zu gehen ist, hat Lady Sas hier sehr gut erklärt.

Bedingung ist, dass sowohl die FemDom wie auch der Keuschling Freude an dieser Form der Orgasmuskontrolle haben. Dass dies nicht bei jedem Sub automatisch der Fall ist, hat sich in unserer Femdombeziehung gezeigt. Mein Sub bleibt keusch ohne Käfig. Wird sein Glied eingesperrt, geht es ihm von Tag zu Tag schlechter. Der Umstand, dass der Zwang mechanischer Natur ist, deprimiert ihn. Der Käfig übernimmt da eine Aufgabe, welche er Kraft seines Willens selber übernehmen möchte. Deshalb findet der Keuschheitskäfig bei uns nur dann Verwendung, wenn ein besonderer Anlass diesen sinnvoll macht, oder wenn mein Ehesub bestraft wird. Es erstaunt nicht, dass genau die Männer seinem Keuschsein keinen Glauben schenken jene sind, die von sich selbst wissen, dass sie es ohne Käfig nicht hinkriegen würden.

Cuckolding

Eine weitere Form der Orgasmuskontrolle und Keuschhaltung kann Cuckolding beinhalten. Hier hat die FemDom Sex mit weiteren Personen, während ihr Sub verschlossen bleibt und als Diener fungiert. Cuckolding kann ebenfalls von soft bis hart praktiziert werden. Je härter Cuckolding gelebt wird, umso weniger ist der Cucki Teil des Liebesspiels seiner Herrin und desto mehr erlebt er Befriedigung in der Art eines Secondhand-Effekts. Mehr zu Cuckolding im Lexikon. Cuckolding ist für mich kein erstrebtes Setting, da ich meinen Sub sexuell begehre und monogam veranlagt bin. Allenfalls in einem BDSM-Spiel mit einem weiteren Sklaven, kommt er annähernd diesem Gefühl näher, wenn er zuschauen und mir hilfreich zur Seite stehen darf.

Die Wirkungen der Orgasmuskontrolle und der Keuschhaltung

Viele FemDoms schätzen bei der Orgasmuskontrolle und bei der Keuschhaltung, dass ihr Sub sich immer stärker auf sie fokussiert. Einige Subs sagen von sich, dass sie immer devoter werden, je länger sie einem Orgasmus entsagen müssen. Die Männer werden, je länger dies andauert, umso anhänglicher, liebevoller und dienstbereiter. Sie verwöhnen ihre Herrin und lesen jeden Wunsch von ihren Augen ab. Im Hinterkopf schwebt die beständige Hoffnung, ihre Gunst zu erlangen und wieder einmal einen Orgasmus erleben zu dürfen. Oft erleben sie Frustrationen, weil ihre Werbung nicht beachtet wird. Nach der Pein der unerfüllten Sehnsucht, sind sie jedoch wieder glücklich über die Härte und die, von der FemDom ausgeübte, Disziplinierung ihres Sexualtriebes. Die FemDom geniesst auf diese Weise einen anhänglichen, folgsamen Sub, der sie verehrt und auf Händen trägt.

Verlust der Devotion nach dem Orgasmus

Schon mancher Sub hat mir gesagt, dass nach dem Orgasmus die Devotion für eine unterschiedlich lange Zeit verloren geht. FemDoms beklagen dies in der Regel auch und sparen nach einschlägigen Erfahrungen noch mehr mit den Orgasmen. Dieser Verlust der Devotion erfasst viele Subs, die vor allem sexuell devot sind. Über die Orgasmuskontrolle ihrer FemDom erleben sie die erotische Devotion sehr stark und diese weitet sich auf das gesamte Zusammensein in der Femdombeziehung aus.

Eine FemDom wird diesen Umstand miteinbeziehen und vermehrt zu Methoden greifen, welche seine Devotion nicht untergraben. Das kann in Form von der oben beschriebenen Ausübung des ruinierten Orgasmus sein, wie auch das Abmelken über die Prostatamassage. Da ich mich persönlich vor unserer Initialsession ausgiebig mit FemDom beschäftigt habe, wusste ich vorher schon über diese unangenehme Nebenerscheinung Bescheid. Ich kam auf die Idee, von meinem Sub sofort nach jedem Orgasmus eine Dankesbezeugung zu verlangen, um ihn nicht in dieses Devotionsloch fallen zu lassen. Dieser Dank muss natürlich glaubwürdig und demütig erfolgen und hat damit eine ähnliche Wirkung, wie ein Kniefall zu Füssen der Herrin.

Wie bei so vielen Dinge glaubte ich an die gängigen Klischees. Erst die Erfahrung hat mir gezeigt, dass mein Mann und ich Menschen sind, die individuell funktionieren und empfinden. Man kann nicht aus der Erfahrung anderer auf sich schliessen, sondern man muss diese selber machen. So fand ich heraus, dass sich dieses Wegfallen der Devotion nach einem Orgasmus, wie viele andere Aspekte bei Femdom, nicht einfach pauschalisieren lassen.

Der devote Mann, welcher unabhängig von der Erotik devot ist, ist oft von diesem Phänomen nicht betroffen. Vielmehr kann ein solcher seine Hingabe nach einem Orgasmus noch heftiger zum Ausdruck bringen, als ohnehin schon, weil er dankbar für diesen Moment der lustvollen Erlösung ist. Dies ist bei meinem Sub so; er fühlt die Dankbarkeit und die innige Hingabe nach dem Orgasmus noch viel stärker. Das Ritual mit der Dankesbezeugung wäre deshalb gar nicht notwendig gewesen. Es ist dennoch nach wie vor Bestandteil unseres Settings und erfüllt mich jedes Mal mit tiefem Glück, diese Gefühle meines Subs über meine Orgasmuskontrolle und den ihm geschenkten Orgasmus zu spüren und zu geniessen.

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