Top Drop – Absturz der FemDom

Es mag auf den ersten Moment befremdlich erscheinen, jedoch ist der Top Drop bei den dominanten Partnern gar nicht so selten. Ein Geschehnis während oder nach einer Session kann auf einen Trigger, also einen Auslösepunkt treffen und eine Flut an depressiven und traurigen Gefühlen in Bewegung setzen. Zu wissen, dass auch die Herrin abstürzen kann, ist für den Malesub besonders wichtig, denn seine Intervention in so einem Fall ist wichtig und hilfreich. Gerade weil FemDoms starke Frauen sind, kann ihr Absturz den Sub sehr erschrecken und bestürzen. Dabei gehören diese meistens seltenen, jedoch schlimmen Gefühle genauso zu BDSM, wie die wunderbaren Empfindungen des Glücks und der Zufriedenheit. Die FemDom erholt sich meist rasch wieder, jedoch gelingt dies deutlich besser und schneller, wenn sie Support durch ihren Sub oder durch ein Umfeld erhält, welches dieses Phänomen kennt und sie durch die schweren Stunden oder Tage begleitet.

Perfektionismus, der grösste Feind

Die FemDom weiss genau, was sie will und was sie mit ihrem Sub anstellen möchte. Sie kennt seine Tabus und seine Grenzen und nimmt diese sehr ernst. Sie geht immer wieder auf Tuchfühlung mit ihrem Sub, will ihn spüren und erfahren, wo er gerade steht und was in ihm vorgeht. Ihr Spiel und ihre Beziehung sind Entwicklungssache und ihre Methoden und ihr Verhalten ändern sich. Sie wird auf ganz natürliche Art nach und nach strenger, fordernder und sadistischer.

Ein Missgeschick oder es gelingt nicht wie gewünscht

Die FemDom will jedoch ihren Sub auf keinen Fall ernsthaft verletzen, weder psychisch noch physisch. Sie will gute Sessions, sie will Glück auf beiden Seiten und sie will perfekt sein!

Leider kann immer etwas schiefgehen oder eine Session nicht so gelingen wie gewünscht. Es ist hier erst einmal wichtig, dass sich jede FemDom eine etwas dickere Haut zulegt. Ein Peitschenschlag geht daneben, eine Fixierung ist schmerzhaft, ein Gegenstand fällt auf den Fuss – alles Dinge die passieren können. Emotional kann die FemDom nicht richtig in den Flow kommen oder sie kann ihren Sub nicht dahin bringen, ihrem Spiel zu folgen oder auch nur ein bisschen Erregung zu zeigen.

Leider könne kleine Missgeschicke bei der FemDom grosse Gefühle des Versagens auslösen, obwohl objektiv gesehen nichts Schlimmes passiert ist. Gerade am Anfang wiegt jeder Fehler schwer. Dabei geht es dem Sub meistens trotzdem noch gut. Selbst wenn ein kleiner Fehler den Sub aus dem Flow bringt, meistens hat er sich sehr schnell wieder erholt, ohne dass er abstürzt! Ein kurzer Ärger, ein impulsives Wort oder ein paar Tränen sind einfach nur eine folgerichtige Reaktion, nichts weiter!

Es macht es der FemDom deutlich leichter, wenn sie weiss, dass nicht jede Session optimal verlaufen kann. Es kann auch harzig werden, stocken und streiken, oder es können kleine Missgeschicke geschehen. Jedoch ist eine Session, die nicht optimal gelaufen ist, immer noch besser als keine Session. Aus Erfahrungen lernt man, und das steigert die Qualität weiterer Sessions.

Ein gravierender Fehler und seine Wirkung

Es können auch gravierende Fehler passieren. Die FemDom kann zum Beispiel eine Grenze überschreiten oder ein Tabu anreissen, weil ihr dieser einen Moment lang nicht präsent ist. Oder sie kann den Sub körperlich verletzen und ihm eine Wunde zufügen, die nicht geplant und nicht gewollt war. Sie kann Spuren verursachen, vorübergehende oder im schlimmsten Fall bleibende, obwohl Spuren nicht erwünscht gewesen wären. Oder sie kann ihn emotional verletzen, indem sie ihm eine Demütigung zufügt, welche ihn wirklich tief trifft und über das Spiel hinaus seine Psyche angreift.

In dem Moment, in dem sie realisiert, dass sie eine für sich selbst gesetzte Grenze bezüglich ihres Verhaltens gegenüber ihrem Sub, überschritten hat, kann sie heftig in den Top Drop fallen. Vielleicht versucht sie es zu verbergen oder möchte die Haltung bewahren und schafft es aber nicht. Die starke FemDom, welche immer souverän ihre Frau steht und immer weiss was zu tun ist, kann jetzt plötzlich selbst in Tränen ausbrechen und von Emotionen geschüttelt werden.

Beim einem Absturz des Subs bleibt die FemDom souverän

Es ist ganz wichtig zu wissen, dass die FemDom bei einem Absturz des Subs die Haltung nicht verlieren wird! In diesem Augenblick wird ihre Aufmerksamkeit ganz ihrem Malesub gehören und sie wird sich intensiv und gekonnt um ihn kümmern. Sie handelt in diesem Fall verantwortungsvoll und souverän und ist für den Sub da. Es kann jedoch passieren, dass sie nachdem es ihrem Sub wieder gut geht umso heftiger abstürzt. Hat sich der Sub von seinem Absturz erholt und ihr „verziehen“, ist es sinnvoll für sie verfügbar zu bleiben. Meldet er sich bei seiner Herrin, um sich zu erkundigen, wie es ihr geht, trägt dies zu einer schnelleren Heilung bei.

Höhenflüge der FemDom und der tiefe Fall danach

Die FemDom kann während einer besonders gelungen Session von Glückseligkeit ergriffen werden und sich emotional in einem Glücksrausch befinden. Tiefe Verbundenheitsgefühle zum Sub, seine Reaktionen, seine Hingabe und sein Vertrauen können sie zutiefst berühren. Dies kann zur Folge haben, dass Endorphine und andere körpereigene Hormone freigesetzt werden und sie mit ihrem ebenfalls glücklichen Sub emotional davonschwebt. Wunderschön! Dennoch können solche heftigen Glücksgefühle im Nachgang einen „kleinen“ Absturz verursachen. Das hat damit zu tun, dass die Hormone sich nicht gleichmässig abbauen. Die FemDom kann sich auf diese Weise nicht langsam und gleichmässig von den Glücksgefühlen entwöhnen. So kann ihre Stimmung plötzlich und überraschend umschlagen und sie kann sich sehr deprimiert und traurig fühlen. Diese Missstimmung kann bis zu drei Tage dauern und kommt nach einer wunderschönen Session relativ häufig vor.

Enttäuschung, der schlimmste Frust!

In Femdombeziehungen können emotionale Verletzungen ebenso oft passieren, wie in allen anderen Beziehungen auch. Meinungsverschiedenheiten, Diskussionen und sogar Streit sind da genauso mögliche Störungen und führen manchmal zu Krisen.

Wenn der Sub die FemDom ungewollt verletzt

Der Sub kann ungewollt seine FemDom verletzen. Besonders wenn er sie noch nicht so gut kennt und nicht erkannt hat, was ihr wichtig ist und was nicht. Es kann sein, dass er wiederholt ihren Anweisungen nicht Folge leistet, oder er widerspricht oder er lacht in einem Moment, bei dem er ernst sein sollte. Er könnte sie auch beschimpfen oder sie mit einem Wort nennen, welches ungebührlich und unschön ist. Er könnte missmutig oder beleidigt sein, oder er könnte einfach keinerlei Reaktion zeigen. Er könnte ihre wertvolle Zeit verplempern und unüberlegte Äusserungen machen, welche sie jedoch treffen oder beleidigen.

Das sind kleinere Verletzungen, welche eine Reaktion auslösen können, wie eine reflexartige Bestrafung oder Beschimpfung. Hier wird die Herrin vielleicht zuerst einmal wütend und ist verärgert. In der Regel stürzt die FemDom deswegen nicht ab, sondern sie überlegt sich, wie sie ihren Sub erziehen kann, sich besser zu benehmen. Sie wird Verhaltensregeln aufstellen und lernen, ihre Anweisungen klarer zu formulieren und schneller auf ungebührliches Verhalten zu reagieren. Der einzelne Vorfall ist noch keine Tragödie, eher eine Nadel, welche die FemDom sticht. Aber aufgepasst, tausend Nadelstiche können das Fass zum überlaufen bringen. „Der Krug geht zum Brunnen, bis er bricht.“, besagt ein Sprichwort und wenn der Krug gebrochen ist, ist auch die Beziehung leider oft am Ende.

Der Sub verletzt die FemDom auf gravierende Weise

Wie oben schon gesagt, der tausendste Nadelstich ist eine gravierende Verletzung der FemDom. Darüber hinaus, sind Unzuverlässigkeit, Lügen, Betrügen oder Versetzen weitere Aktionen, welche eine FemDom zutiefst treffen können. Eine FemDom engagiert sich sehr für jedes Treffen im Vorfeld, überlegt und inszeniert ihre Session mit viel Herzblut. Trotzdem gibt sie oft ihrem Sub einen grossen Toleranzvorschuss, aber umso heftiger wird sie durch verletzendes Verhalten auf lange Sicht enttäuscht. Plötzlich ist der eine Tropfen da, der das Fass zum überlaufen bringt.

Tatsächlich kann es auch während einer Session Vorfälle geben, welche die FemDom völlig aus der Fassung bringen und sie in ein tiefes Loch fallen lassen. Baut sich der Sub plötzlich auf und glaubt das Zepter übernehmen zu müssen, wird schnell eine Grenze überschritten. Drohungen oder verbale und physische Übergriffe sind dabei fatal, und geben ihr den Rest. Massive Enttäuschungen können zu einem heftigen Absturz führen. Es kann sich zudem ähnlich anfühlen wie ein extremer Liebeskummer, sogar Symptome eines gebrochenen Herzens, also des „broken heart“, könnten hier die Folge sein.

Es versteht sich von selbst, dass hier Hilfe von anderer Stelle geleistet werden sollte und der Sub hierbei wohl nicht mehr in Frage kommt. Leider kann es auch passieren, dass die FemDom sich schämt, dass ihr das passiert ist und sich aus diesem Grund nicht helfen lassen will. Solche Dinge geschehen jedoch nicht so selten und der Austausch mit anderen gleichgesinnten Menschen kann darüber hinweg helfen.

Hilfe für die FemDom

Ihr Absturz erfolgt dann, wenn sie realisiert, was passiert ist, obwohl es dem Sub noch gut oder wieder gut geht. Denn auch wenn der Sub keinen Absturz erlitten hat, kann sie abstürzen. Es ist ihr eigener Verstoss gegen ihren Ehrenkodex, der den Absturz in diesem Moment auslöst. Sie fühlt sich schuldig, verliert sich in Selbstvorwürfen und fühlt sich als komplette Versagerin.

Wie kann der Sub seine FemDom auffangen?

Für den Sub kann es erst einmal erschreckend sein, wenn seine Herrin die Fassung verliert und es ihr offensichtlich so schlecht geht. Vielleicht weiss er nicht, wie er auf diese ungewohnte Situation reagieren soll. Vielleicht hat er auch nicht den Mut, beherzt einzugreifen, weil er nicht weiss, ob es ein Verstoss ist gegen die gültigen Regeln. In diesem Moment sind alle sonst geltenden D/s Regeln ausser Kraft gesetzt und jedes Handeln richtig, welches der FemDom hilft.

Beim Top Drop der FemDom ist es der Job des Subs, seine Herrin aufzufangen und sich um sie zu kümmern. Er darf sie in den Arm nehmen und ihr sagen, dass alles gut ist. Er soll sie überzeugen, dass es ihm gut geht und ihm nichts passiert ist. Ein sofortiges Eingreifen beim Realisieren, dass es der FemDom wirklich sehr schlecht geht, ist die einzige wirksame Medizin. Sie wird sich erst beruhigen, wenn bei ihr ankommt, dass mit ihrem Sub trotz ihres Fehlers alles in Ordnung ist und er mit dem was war gut umgehen kann. Das gemeinsame Durchstehen des Top Drops stärkt in jedem Fall das gegenseitige Vertrauen und die Verbundenheit untereinander.

Was ist bei der Konstellation MaleDom-Femsub anders?

Meine Freundin VelvetSteel meint, dass eine FemSub es oft leichter hat, ihren MaleDom zu trösten. Meist genügt es, wenn sie sich einfach wortlos an ihn schmiegt und ihn liebevoll umarmt. Damit zeigt sie ihm, dass sie völlig für ihn da ist. Und merkwürdigerweise öffnen sich die meisten Männer dann auch nach ein wenig herumdrucksen, besonders wenn die Beziehung schon an gegenseitiger Tiefe und Vertrauen gewonnen hat. Einige wenige Doms, mein VelvetSteel weiter, ziehen sich lieber zurück, wenn sie ein Problem haben. Hier ist es ebenso wichtig bei einem Absturz ruhige Präsenz zu zeigen, sich langsam aber bestimmt an ihn zu schmiegen. Es mag schwierig sein, geduldig zu warten, bis er sich von selbst äussert, aber oftmals ist das die einzige wirksame Methode. Auf diese Weise wird ihm schon sehr geholfen und er wird spüren, dass er sich seiner Sub anvertrauen kann.

Wie kann sich die FemDom selber helfen?

Was kann die Herrin in dieser Situation für sich tun, besonders wenn der Sub nicht zur Verfügung steht? Natürlich, jetzt wäre es schön, wenn sie eine Freundin hätte, welche ebenfalls FemDom ist. Es liegt in der Natur der meisten Frauen, dass sich die Emotionen über Gespräche am besten lösen können. Die Herrin braucht den Austausch, um den Schmerz loslassen zu können. Eine verständnisvolle FemDom könnte ihr dabei helfen und ein Treffen oder ein langes Telefonat kann die Situation schon einmal etwas entschärfen. Falls die FemDom in dem Sinne einsam ist, dass sie mit niemandem über BDSM und ihre besondere Situation reden kann, kann es sehr hilfreich sein, sich die Ereignisse von der Seele zu schreiben.

Grübeln und alles in sich hineinzufressen, verschlimmert die Situation leider. Sehr schnell drehen sich die Gedanken im Kreise und die FemDom läuft Gefahr, sich noch mehr in diese schrecklichen Gefühle hineinzusteigern.

Der Joyclub bietet einige Gruppen an, welche einen Femdom- oder BDSM-Bezug haben. Es macht durchaus Sinn, sich hier kostenlos anzumelden und einen Austausch mit anderen FemDoms zu suchen. Auch ein Coaching könnte sinnvoll sein, falls die FemDom einen direkten Kontakt und das persönliche Gespräch sucht und braucht. Ein solches biete ich als erfahrene FemDom gerne hier an. Weiter kann auch die Stelle Mayday BDSM in Notsituationen weiterhelfen. Sollte nach ein paar Tagen keine Besserung der Stimmung eintreten, ist es sinnvoll einen Arzt aufzusuchen.

Wichtig ist jedoch für die FemDom zu wissen, dass eine solche einschneidende Erfahrung einfach Zeit braucht, um verarbeitet zu werden. Egal worauf sich der Absturz begründet, die Zeit heilt und relativiert das Geschehene und hilft, einen pragmatischen Ansatz zu finden. Die Chance liegt darin, dass sie daraus Erkenntnisse gewinnen kann, welche sie letztlich in ihrer Persönlichkeit als FemDom stärken und weiterbringen kann.

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