Trauer um meine FemDom-Freundin Ulli!

Femdom leben bedeutet nicht unbedingt, nur mit seinem Liebsten im trauten Zuhause BDSM auszuleben. Unter diesem Himmel zahlreicher Neigungen und Facetten, können sich wunderbare Bekanntschaften ergeben. Wir durften schon viele Freundschaften schliessen mit FemDoms, Doms, Malesubs und Femsubs und gemeinsam mit ihnen schöne, lustige und intensive Momente erleben und zahlreiche tiefe Gespräche über Gott und die Welt führen.

FemDoms trauern wie alle anderen Menschen um ihre Freunde

Ulli und ihren Mogus lernten wir vor fünf Jahren kennen. Ich erinnere mich an dieses erste Treffen im Sommer in Zürich, an einem lauen schönen Sommerabend. Draussen mit Blick auf die Limmat sassen wir in einer Gartenwirtschaft und assen zusammen italienisch. Schon bald wussten wir voneinander die wichtigsten Dinge. Aus Ulli sprudelten die Informationen über die Entstehung, die Zweifel und die Freuden ihres neu gefundenen Femdomlebens und besonders ihre Augen leuchteten vor Freude über das dazugewonnene Glück. Als Paar waren Ulli und Dani schon lange zusammen, nur sie als FemDom war noch ganz frisch. Sie freute sich sehr, endlich auch Gelegenheit zu haben, mit einer anderen FemDom zu reden und sich auszutauschen.

Ihre Offenheit und ihre Lebensfreude sprühten Funken, die mich tief berührten und die Freundschaft war besiegelt. Unsere Neigungen passten gut zusammen, Mogus war auch Linda, so wie Adam auch Lola ist. Alsbald wussten wir, dass wir diese Freundschaft vertiefen wollten und so kamen wir uns sehr nahe.

Weltliche Freundschaft

Natürlich drehte sich nicht alles um unsere Neigungen, ganz im Gegenteil. Wir beschlossen gemeinsam Städtereisen zu unternehmen und Ulli wurde unsere geliebte, lustige und fröhliche „Leisereiterin!“ (Reiseleiterin). Zusammen besichtigten wir Berlin, Hamburg, München, Amsterdam und verbrachten ein paar Tage in Norderney, einer der Lieblingsorte von Ulli. Ihre Führungen waren gekonnt, witzig und von ihren Erfahrungen geprägt und das Programm liess jeweils nichts zu wünschen übrig. Was haben wir gelacht, was haben wir uns amüsiert und was haben wir auch für tolle Partys an diesen Orten gefeiert.

Die Mädels-Abende

Legendär waren auch unsere Mädels-Abende, an denen wir zu viert in exquisiten Lokalen essen gingen, Ulli, Linda, Lola und ich. Unsere Mädels zurecht gemacht, das eine eher die Dame von Welt, das andere eher das kokette Glitzerweibchen. Ulli und ich als ihre Partnerinnen, genossen und beschützten unsere Mädchen und Ulli erstrahlte bei diesen Anlässen aus purem Stolz über ihre schöne Linda.

Ullis Wochenendhaus

Wir trafen uns sehr häufig bei uns Zuhause, unser Gästezimmer bot sich für einige verlängerte Wochenende bestens an. Manchmal gingen wir in unseren Dachstock, unserem Raum für BDSM, und genossen ein Spiel mit unseren Subs. Hier durfte die eine Herrin dem anderen Sub auch hin und wieder ein paar Peitschenhiebe verpassen oder mal über den fremden Popo streichen. Manchmal blieb es an solchen Wochenenden auch nur bei Geplauder und einem lustigen und gemütlichen Zusammensein, bei denen wir am Leben und an der Vergangenheit voneinander teilhaben konnten.

Ulli und die Stammis

Ulli liebte die FemDom Stammtische und freute sich schon Tage vorher darauf. Manchmal überlegten wir gemeinsam ein Thema dazu. Das eine oder andere Mal übernahm sie die ganze Moderation und Durchführung des Stammtisches, um mich ein wenig zu entlasten. Das tat sie mit Engagement und Elan. Mir selbst war sie an jedem Stammi auch Stütze, bereit mitzuhelfen, bereit auch an der Gesprächsführung und an der anschliessenden grossen Runde mitverantwortlich zu wirken. Sie war immer dabei und wurde von den Gästen sehr geschätzt, zumal ihre Fröhlichkeit und ihr Witz alle erheiterte und erfreute. Als bekennende Sadistin konnten wir uns einige Scheiben abschneiden, beim Beobachten ihres Spiels mit Mogus. Es war auch immer etwas ganz Besonderes, mit welchem Stolz und welcher Freude sie ihren Mogus präsentierte.

Ullis Krankheit

Ullis Krankheit begann vor rund 14 Monaten. Die Diagnose Krebs trug sie mit unendlicher Fassung und ihr Kampfgeist war beispiellos. Zu ihren Therapien ging sie mit den öffentlichen Verkehrsmittel und vor Ort galt sie als der Sonnenschein. Stolz und voller Lebensmut hielt sie am Kampf gegen ihre Krankheit fest und versuchte tapfer immer Optimismus zu vermitteln. Mit Freude wollte sie die Korrektur von Femdom-leben übernehmen und es machte ihr auch sichtlich Spass. Doch nach nur drei korrigierten Artikeln schien irgendwie etwas nicht mehr ganz zu passen.

Köln

Im Juni letzten Jahres flogen wir gemeinsam nach Köln und wollten dort an einem Femdom-Event teilnehmen und gemeinsam die Stadt erkunden. Wir wussten nicht, dass es unsere letzte Reise sein würde. Ein fröhliches und noch unbekümmertes Zusammensein bei frischen Kölsch und spannenden Gesprächen verbrachten wir mit unseren Freunden Ha_ma. Es gab da wohl schon einige winzige Veränderungen in ihren Bewegungen und ihrem Sprachgebrauch, welche sich wie ein schlechtes Omen in unsere Wahrnehmung schlichen, was wir aber gerne übersehen und bagatellisieren wollten.

Ulli hatte im Vorfeld von Köln ein Schloss anfertigen lassen und es war ihr ein innigstes Anliegen, dieses Schloss an die Hohenzollernbrücke zu hängen, als Zeichen unserer Freundschaft und Verbundenheit. Für uns war es eine schöne und unerwartete Überraschung. Zusammen brachten wir das Schlösschen an und jede von uns, Ulli und ich, warfen zur gleichen Zeit je einen Schlüssel in den Rhein und sahen diesem noch einen Moment gedankenverloren nach.

Ab diesem Augenblick wurde alles anders!

Gleich nach dem Nachhause kommen verschlechterte sich ihr Zustand massiv. Ihre Bewegungen wurden unsicher und schwerfällig und offenbar liess sie ihre Sprache, ihr grösstes Talent, im Stich. Der Besuch beim Arzt förderte Komplikationen zutage, welche sich gemein und hinterhältig in ihrem Kopf eingeschlichen hatten. Eine Serie harter und einschränkender Therapien kostete Ulli zusätzlich viel Kraft. In dieser schweren Zeit durfte ich fast täglich an ihrer Seite mit ihr kämpfen und ihr helfen, diese schlimmen Wochen durchzustehen. Ihr Zustand verbesserte sich danach für einige Zeit, auch wenn sie nie mehr zu ihrer alten Sprachfähigkeit zurückkommen konnte. Ihr Denken blieb die ganze Zeit jedoch nicht davon berührt; es wurde ihr jedoch auferlegt, ihre Gedanken nicht mehr vollumfänglich kommunizieren zu können.

Unsere Freundschaft über die nächsten Monate

Wie oben das Schloss zeigte, blieben wir ganz bei Ulli und ihrem Mogus, um beide in ihrem Kampf zu unterstützen. Ich durfte Ulli auf eine Weise nahe sein, wie es sonst nicht möglich ist. Ich durfte sowohl Zeugin wie auch unterstützende Freundin sein, in diesen sehr schweren Augenblicken ihrer Hilflosigkeit und Bedürftigkeit. Ihr Vertrauen zu mir und dass sie annehmen konnte, was ich ihr gab, bewegte mich sehr. Meine Bewunderung für Dani/Mogus wuchs, denn er meisterte diese schwere Zeit mit viel Kraft und unaufhörlicher Unterstützung seiner Liebsten. Wir durften unsere liebe Freundin gemeinsam bis zum letzten Augenblick begleiten. Ulli musste unendlich leiden und nach und nach alles aufgeben, was sie hatte. Ihre Tapferkeit war beispiellos. Ich darf sagen, dass sie am Ende friedlich eingeschlafen ist und wir alle unendlich traurig, jedoch voller Freude sehen mussten: Eine Königin ist entschlafen!

Ich habe Ulli geliebt. Es war für mich eine schwere Zeit, deshalb ist hier auf der Webseite die Zeit beinahe stillgestanden. Ich vermochte nicht mehr mich um unwichtige Dinge zu kümmern, jetzt wo Leben und Tod den ganzen Raum einnahmen.

Ulli hat mir vor ein paar Wochen anvertraut, dass es ihr grösstes Glück ist, andere zum Lachen zu bringen und dazu beizutragen, dass die Welt fröhlicher ist. Ja, das hat sie zeitlebens ausgestrahlt und für sie war „Pausenclown“ das grösste Kompliment ever! Sie legte mir nahe, allen Freunde von ihrem Wunsch zu erzählen, dass diese in Gedanken an sie fröhlich sein und in den lustigen Erinnerungen schwelgen sollen.

So werde auch ich in meinem Herzen von ihrem Lachen begleitet! Meiner Trauer möchte ich Raum schaffen, für ein fröhliches Weitermachen, denn das hätte sie gewollt, meine Freundin Ulli! Danke, dass du da warst, dass ich dich kennen, schätzen und lieben durfte. Ich vermisse dich!

Ruhe in Frieden!

Dini Fründin

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